Anschläge ohne Blutvergießen

Das Erstfassung meines Buches ist fertig - das war mir soeben eine doppelte Currywurst wert! Nach jahrelangem ... (21.04.2017)

Grüße aus dem Schreibtunnel

Wie sehr übertönt der allgegenwärtige Overkill (Internet, Handy, TV, Werbebotschaften, Musik, Konsum, News ... (01.04.2017)

Fürs Schreiben: Was geht ab in Deinem Supermarkt?

Ich suche Leute, bei denen ich mal 'ne Woche oder so wohnen kann. Wo ich tagsüber Tisch und Stuhl habe, um ... (01.03.2017)

Admins für PUNKFOTO-Facebook-Seite gesucht!

Über Facebook werden viele Besucher auf PUNKFOTO aufmerksam. Leider kann ich mich derzeit überhaupt nicht um die ... (18.02.2017)

Download Fanzine 'Hackfleisch' #2 von 1983

36 Seiten A5, 18MB - Der zweiten Versuch in Sachen Punkfanzine-Mache hatte die gigantische Auflage von 75 kopierten ... (16.02.2017)

Negerküsse, Donald Trump und der Rest von Brokdorf

Sitze seit ein paar Wochen in der Bude und tippe an einem neuen HACKFLEISCH. Die erste Ausgabe seit über 30 Jahren. (02.02.2017)

Kotze im Einkaufswagen

Tauschaktion DEINEN SCHEISS GEGEN MEINEN SCHEISS: Langsam trudeln hier die ersten Scheiben ein. Den Anfang macht ... (22.12.2016)

Hurra, der neue alte PUNKFOTO-Scanner ist da!

Dank Eurer Spenden kommt endlich neue Hardware an Land - jetzt können wieder alte Punkfotos eingelutscht werden! (21.12.2016)

2017: 10 Jahre KEIN HASS DA

Gedacht als Einstieg ins Singen nach 15 Jahren Pause, wurde aus dem Projekt eine richtige Band: Kommenden Oktober ... (15.12.2016)

Download HACKFLEISCH 3 von 1985!

40 Seiten A4, 24MB - berichtet über die Geschehnisse rund um die Chaostage 1984 in Hannover und damit ... (15.12.2016)

 
HomeGeschichte

Die Ereignisse im Jahr 1995

Februar Chaos-Tage-Video "Kampf der Welten" erscheint
In kleiner Auflage erscheint ein aus Spielfilmen, Nachrichten und anderen Fernsehsendungen am heimischen Videorecorder zusammengeschnittener Film, der aber schon bald massenhaft immer wieder weiterkopiert wird. Das Video wird DER Partyknüller.
Frühjahr Flugblatt-Welle überschwemmt die Punk-Szene
Nach den Ereignissen des Vorjahres erwartet man in der Punk-Szene für die '95er-Chaos-Tage wohl die sofortige Internierung. Deshalb heißt das Motto diesmal: "Ab ins Lager!".
Unmengen verschiedener Flugbklätter kommen in Umlauf, worunter eines besonders hervorsticht: Es hat die gleiche Aufmachung wie das Fun-Flugblatt vom Vorjahr, ruft aber zu genau den Brutalitäten auf, die den Punks im Vorjahr unterstellt worden waren. Und versucht sich gar in Steigerungen - So wird für "Freitag, 16.00 Uhr" der Programmpunkt "Vergewaltigung von Polizistinnen" vermerkt. Dann aber auch der Hinweis: "Dieses Flugblatt ist eine Fälschung! Aber genau so ein Flugblatt haben uns die Pressewixer im letzten Jahr unterstellt, aber NIE vorzeigen können!"
7. April Die Presse nimmt das als Fake gekennzeichnete Flugblatt ernst
In der hannoverschen "Neuen Presse" erscheint ein Artikel, in dem es heißt: "Im August wollen Punks Hannover in Schutt und Asche legen". Es wird aus dem Fake-Flugblatt zitiert - aber ohne auf den Satire-Charakter hinzuweisen.
Mai Im Internet erscheinen die ersten Aufrufe: Chaos-Tage weltweit!
Zum ersten Mal wird das Internet für die Verbreitung von Chaos-Tage-Flyern genutzt: Kettenbriefe werden abgetippt, übersetzt und in die verschiedenen Newsgroups gesetzt. Schon bald gibt's Antwort aus San Francisco: Hier will man nun am gleichen Wochenende wie in Hannover Chaos-Tage abhalten!
29./30. Juli Die ersten Punks sind da!
Um zu verhindern, gar nicht erst in die Stadt hineingelassen zu werden, kommen bereits am Wochenende vor den Chaos-Tagen rund 150 Punks nach Hannover.
Gleichzeitig beginnt eine "Lager-Gang" via Internet mit der Verbreitung von täglichen Infos zum Thema.
1. August Die Medien bereiten den Boden
Ab Dienstag wird nun fast täglich in allen hannoverschen Tageszeritungen über die Chaos-Tage berichtet. Dabei gibt man sich zunächst einmal halbwegs moderat.
2. August Die Polizei demonstriert Stärke
Obwohl von den täglich neben dem Bahnhof lagernden rund 200 Punks keine Agressivität ausgeht, fährt die Polizei ab Mittwoch mit großen Bussen vor, führt ständige Kontrollen durch und transportiert Verdächtige und Minderjährige ab. Die Stimmung bleibt aber friedlich.
3. August Die Situation eskaliert
Am frühen Nachmittag vertreibt die Polizei ohne erkennbaren Anlaß die Punks aus der City. Neuankömmlinge werden auch sofort der Innenstadt verwiesen.
Der einzige Ort, wo Punks noch geduldet werden, ist die Schaufelder Straße in der Nordstadt, direkt beim ehemals besetzten Sprengelgelände. Als die Polizei auch dort beginnt, willkürlich Punks festzunehmen, explodiert die Situation: Steine fliegen, es werden Barrikaden gebaut und angezündet. Die Polizei muß sich unter einem Steinhagel zurückziehen.
4. August Chaos-Tage 1995/Freitag: Nicht nur Punks stellen sich gegen die Polizei
An diesem ersten "offiziellen Chaos-Tag" strömen massenhaft Punks nach Hannover. Währenddessen bereitet man sich in der Nordstadt auf neue Angriffe der Polizei vor und baut wieder Barrikaden. Die ersten Angriffe der Polizei werden erfolgreich zurückgeschlafen, dann aber werden Schaufelder Straße und auch das Sprengelgelände in einem harten Einsatz geräumt.
Danach versucht die Polizei einen Sturm der Häuser in der Heisenstr., wo sich ebenfalls Punks aufhalten. Die Polizei muß sich aber in den engen Straßen unter einem Steinbombardment zurückziehen.
Im Laufe der Nacht kommt es aber zu einer nochmaligen Eskalation: Angelockt durch die Berichte von anhaltenden Krawallen reisen auch Hooligans und Autonome nach. Zusätzlich legt sich die Polizei ohne Not mit türkischen Jugendlichen an, so daß die Polizei nun mit fast 3000 Gegnern fertig werden muß.
Eine Aufgabe, die nicht gelingt: Die Polizei erleidet Schlappe auf Schlappe und wird fast vollständig aus der Nordstadt vertrieben. Ein Penny-Markt wird spät in der Nacht geplündert. Die Polizei ist machtlos.
5. August Chaos-Tage 1995/Samstag: Die Einkesselung des Fährmannsfestes mißlingt
Der Morgen beginnt relativ ruhig, und das Geschehen verlagert sich auch dieses Jahr zum "Fährmannsfest". Dort findet auch ein spontaner Auftritt der US-Punkband "Total Chaos" statt.
Gegen 19:00 eskaliert die Situation wieder: Betrunkene haben ein Auto angezündet, und es gibt neue Auseinandersetzungen mit der Polizei. Für die Punks wieder mal ein Glücksfall: Starke Polizeikräfte sind nämlich gerade dabei, das Konzertgelände hermetisch abzuriegeln und so die Punks über Nacht am Verlassen zu hindern - ganz nach dem Vorbild von 1984.
So gelingt es den Punks aber, im allgemeinen Chaos, noch vor dem Schießen den Kessels das Gelände zu verlassen.
Die meisten wandern aber nicht wieder in die Nordstadt, sondern feiern eine lange Party im angrenzenden Park.
In der Nordstadt dagegen sind in der Nacht in erster Linie Hooligans, türkische und andere Jugendliche aus Hannover aktiv. Wieder kommt es zu Straßenschlachten, bei denen die Polizei oft völlig überfordert ist.
6. August Chaos-Tage 1995/Sonntag: Die Ruhe nach dem Sturm
Mal abgesehen von einzelnen kleineren Scharmützeln, kehrt langsam Ruhe in der Nordstadt ein. Die Punks ziehen ab.
7. August Riesiges Medienecho weltweit
Schon am Wochenende waren die Medien mehr und mehr heißgelaufen, aber nun sind Zeitungen und TV voll mit Berichten über die Chaos-Tage. Gleichzeitig wächst der Druck auf die niedersächsische Landesregierung unter Gerhard Schröder. Man wirft Ihr eine angebliche "Deeskaliationsstrategie" vor.
15. August "Chaos-Tage in Oldenburg" werden von den Medien gepusht
Verschiedene Zeitungen berichten gleichlautend von einem neuen angeblich in Oldenburg geplanten Punk-Treffen. In den nächsten Tagen steigert sich dieses zur Hysterie, und die Polizei schickt vorsorglich 1500 Beamte nach Oldenburg.
Per Internet wird von Punk-Seiten zur "Aktion Tarnkappe" aufgerufen - man will angeblich im Sakka und mit geputzten Schuhen nach Oldenburg reisen...
17. August Nazis wollen in Hannover demonstrieren
Die "Jugen Nationaldemokraten", die Jugendorganisation der NPD, meldet zum Todestag von Rudolf Heß eine Demonstration in Hannover an unter dem Motto "Wenn Chaos tobt in deutschem Land, braucht Deutschland eine starke Hand". Die Demonstration wird verboten.
19. August Polizei und Medien lassen sich in Oldenburg erfolgreich hochnehmen
Nachdem die Polizei Oldenburg in eine Festung verwandelt hat, warten nun Hundete von Reportern auf die bunten Brutalos. Dummerweise tauchen nur einige wenige Gestalten auf, die auch noch fürs Bierdosenwerfen von Journalisten bezahlt werden müssen. Ein echter Lacher!
Die Polizei aber feiert dies als Erfolg ihrer "Abschreckung"
25. August Hannovers Polizeipräsident tritt zurück
Der durch die Chaos-Tage schwer unter Druck geratene hannovesche Polizeipräsident Sander tritt zurück und betont, "so etwas" dürfe es nicht wieder geben.
4. Sept. Neuer Polizeipräsident heißt Klosa
Sanders Nachfolger wird Hans-Dieter Klosa, ein Mann vom "harten Schlag"...
8.-11.Okt. Stürmung und Abriß der "Chaos-Zentrale"
Polizeipräsident Klosa setzt ein Zeichen für "beherztes Durchgreifen": Im Morgengrauen werden Häuser in der Heisenstraße von der Polizei gestürmt und somit die Schlappe vom August wettgemacht.Geründet wird dies mit angeblichen "Schüssen auf Handwerker" und "Hinweisen", das Hause sei im August die "Chaos-Zentrale" gewesen.
25. Okt. Gericht: Polizeimaßnahmen rechtswidrig
Das Amtsgericht Hannover bestätigt, daß die Festnahmen von über 500 Punks während der Chaos-Tage rechtswidrig waren.
 
 
 

1995/Hannover-Nordstadt: Plünderung des Penny-Marktes bei den Chaos-Tagen.
Wird sich Hannover jemals von diesem Schock erholen?

 
 
 
 
 
   
 
 
 

WWW.CHAOS-TAGE.DE - das Internet-Archiv zum Thema CHAOSTAGE
Dieses Website ist lediglich ein ARCHIV und befasst sich NICHT mit der Vorbereitung oder Werbung künftiger Chaos-Tage!
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