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01.01.2002 17:20

Überraschung: Chaos-Tage suchen dieses Jahr MÜNCHEN heim!

von Karl Nagel

Nachdem die Dortmunder und Cottbusser Chaos-Tage des vergangenen Jahres zwar einige interessante Medienreaktionen zustandebrachten, in punkto Mobilisierung aber weit hinter früheren Ereignissen zurückblieben, schienen sich die Ankündigungen zu bewahrheiten, die 2000er Chaos-Tage von Hannover würden zu letzten ihrer Art werden; danach gerieten Chaos-Tage endgültig zu zahnlosen Parties alkoholisierter Punks in der Provinz.

Eine wahre Flut neuer Aufrufe zu Chaos-Tagen in München straft diese Behauptung allerdings Lügen: Nachdem es zunächst wie im Vorjahr eine Zersplitterung in mehrere parallel am "traditionellen" ersten Augustwochenende stattfindende Chaos-Tage gab - u.a. in München, Bielefeld, Bad Kreuznach und Essen - hat sich nach der Kür Edmund Stoibers zum CDU/CSU-Kanzlerkandidaten die Situation radikal geändert.

Vielerorts werden Aufrufe zurückgenommen; stattdessen fokussiert sich die Szene immer stärker auf München. Da wollen es wohl viele Leute mal richtig wissen, zeigen, daß Chaos-Tage und Punk noch lange kein Schnee von gestern sind. Und wer könnte da besser alten Schwung in die Szene zurückbringen als Edmund Stoiber? - Ein Mann, der polarisiert wie wenige andere.

Also werden sich am ersten Augustwochenende selbst Leute nach München aufmachen, die mit Chaos-Tagen sonst nicht viel am Hut haben - Stoiber eint sie alle auf eine Weise, wie es weiland nur Franz-Josef Strauß mühelos fertigbrachte.

Den Chaoten geht es deshalb in erster Linie darum, so ein Insider, "das Arschloch Stoiber plattzumachen". Kanzler Schröder habe einmal vor Jahren gesagt, nichts habe ihm in seiner "Karriere so sehr geschadet wie die verdammten Chaos-Tage" - da wolle man Stoiber gerne die "Gelegenheit bieten, gleichzuziehen".

Es gehe aber keineswegs darum, so der der Redaktion bekannte Verfasser einer Reihe von Aufrufen, "auf Teufel komm raus ein blutiges Gewaltszenario zu inszenieren." Man habe "noch einen Haufen Tricks und Ideen in der Kiste", und Stoiber bekäme "exakt das, was er verdient".

Einen ersten kleinen Vorgeschmack des wie gehabt unberechenbaren Szenarios bekamen Edmund Stoiber und die Münchener Verantwortlichen in Politik und Polizei am ersten Februarwochenende bei den Aktionen gegen eine "Sicherheitskonferenz": Obwohl alle Gegendemonstrationen kurzerhand verboten worden waren, konnte es die Polizei trotz schärfster Maßnahmen nicht verhindern, daß sich Tausende in München einfanden und ihr Demonstrationsrecht wahrnahmen.

Daß bei der Gelegenheit auch kräftig die Werbetrommel für die kommenden Chaos-Tage gerührt würde, versteht sich von selbst. Und daß viele der von der Polizei ununterbrochen gejagten Demonstranten nun der bayerischen Landeshauptstadt nicht zu beherrschenden Chaos-Tage an den Hals wünschen, auch.

Nun, vielleicht verläßt sich München ja wieder auf eine mit Verboten aller Art ausgestattete Polizei, aber dabei könnte leicht in Vergessenheit geraten, daß bei "normalen" Demonstrationen ausgesprochene Verbote oft erfolgreich sind - bei Chaos-Tagen bislang aber nie ein probates Gegenmittel waren. Meist wurde dadurch nur Chaos ganz anderer Art erzeugt - mit meist saftigen Rechnungen für den Steuerzahler, wie die Erfahrungen von Hannover und Cottbus zeigen...

Mag also München auch die Sicherheitskonferenz überstanden haben - für den Spätsommer dieses Jahres drohen dennoch Ereignisse, die den Verantwortlichen schon jetzt Sorgenfalten bescheren dürften.

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl wird ganz Deutschland gespannt nach München schauen, um herauszufinden, ob Stoibers Law-and-Order-Parolen auch als Rezept in der Praxis taugen - oder ob er sich als ein großmäuliger und unfähiger Papiertiger entpuppt wie derzeit Roland Schill.

Der und seine Parteigenossen lassen ja derzeit nichts aus, sich lächerlich und unglaubwürdig zu machen.

Und so werden selbst brave SPD-Genossen München die durchgeknalltesten Chaos-Tage wünschen, die man sich vorzustellen vermag. Will heißen: Stoiber entweder als hilfloser Hampelmann mit heruntergelassenen Hosen oder als jede Freiheit unterdrückender, paranoider Despot, der seine brutalen Polizeitruppen kleine Punker-Mädchen, potentielle Steinewerfer und harmlose Bürger gleichermaßen erst mal sicherheitshalber verprügeln läßt.

Damit Schröder einmal sagen kann: "Nichts hat mir in meiner Karriere so sehr geholfen wie die verdammten Chaos-Tage!"...

- Karl Nagel -

 
 
 

1995/Hannover-Nordstadt: Plünderung des Penny-Marktes bei den Chaos-Tagen.
Wird sich Hannover jemals von diesem Schock erholen?

 
 
 
 
 
   
 
 
 

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