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Bild - 20.12.1982

So wüteten die Punks in der Innenstadt

30 Schaufenster splitterten - 10 Polizisten verletzt - 100.000 Mark Sachschaden

Von JOACHIM GRÜBLER

Hannover, 20.Dezember Kröpcke am Samstagvormittag. In kleinen Gruppen kommen Punks auf den Platz. Sie haben Ihre Haare grell gefärbt, tragen Hahnenkammfrisuren. An ihrer Kleidung überall Sicherheitsnadeln. Um 12 Uhr sind es schon 500 Mädchen und Jungen, darunter viele "Berufsdemonstranten". Sie trinken Bier und Schnaps, grölen.

Passanten werden von den Jugendlichen angepöbelt, bespuckt. Dann marschieren die Punks plötzlich los, die Georgstraße hinunter.

In Höhe Schmiedestraße fliegen die ersten Steine und Flaschen gegen Polizisten und Autos. Über Lautsprecher fordert der Einsatzleiter der Polizei die Randalierer auf, die nichtangemeldete Demonstration aufzulösen. Die Antwort: Pfiffe und wieder ein Flaschen- und Steinhagel.

Die Polizei geht vor, Schlagstock, Tränengas - die ersten Festnahmen. Aber die meisten Chaoten entkommen. Am Reitwoll reißen sie einen Bauzaun ein. Ein Beamter wird verletzt.

An der Goseriede fliegen Pflastersteine in Schaufenster - 30 Scheiben splittern. Beamte in Zivil erwischen einen Steinwerfer, nehmen ihn fest. Da versuchen seine Kumpane ihn zu befreien. Ein Chaot will einen Polizisten von hinten würgen. Der Beamte dreht sich um, der Angreifer stürzt - in eine kaputte Scheibe. Schwere Schnittverletzungen.

Die Chaoten versammeln sich wieder am Kröpcke. Flaschenwürfe. Fußgänger werden angerempelt, geschlagen. Wenn die Polizei kommt, verschwinden die Randalierer in der Menge.

Erst nach Geschäftsschluß wird es ruhig. Die Bilanz: Zehn Polizisten und ein Demonstrant sind verletzt einige schwer. Fünf Polizeiautos beschädigt, Scheiben kaputt. Schaden: über 100.000 Mark! 27 Demonstranten festgenommen.

Die Polizei: Die Punks kamen aus ganz Deutschland, sogar aus Holland und Belgien.

 
 
 

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