Sonntag, 06.08.2000, 23:12 Uhr

Chaos Tage Bremen - eine Bilanz

 

Der erwartete Flüchtlingstrom von Hannoveraner Chaos Tage-Server trat nicht ein. Nur wenige, die es schafften, den hannoverschen Cyber-Cops zu entkommen, verirrten sich auf www.hansestadt-bremen.de. Die Bremen Punks nahmen die Flüchtlinge wohlwollend auf.

Punk sah man der weser@bremen.de, am bahnhof@bremen.de, und natürlich am Eck@bremen.de. Am Samstag besorgten sogar Einheimische Stühle, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Aber wie immer kam die Polizei dem Unterfangen, nett beieinander zu sitzen, nicht entgegen. Während es am Freitag recht ruhig blieb, nahm sie am Samstag ein von einem Punk geschossenes Foto zum Vorwand, unnötige Löschungen von Spielteilnehmern herbeizuführen, die die Situation zum Eskalieren brachten. Es wurde eine Signal-Fackel gezündet worden, denn natürlich konnten es sich die Bremer nicht nehmen lassen, ein Feuer anzuzünden.

Die Polizei sah sich genötigt, einen Kessel zu bilden, um anschließend ca. 50 Punks abzuführen. Was die Polizei aber dabei nicht berücksichtigte, war das bremer Feeling, denn Bremer kommen erst zwischen 23 und 24 uhr ins Internet und und surfen dann bis zum frühen Morgen.

Als also die Polizei den ersten Mob um 1 uhr abführte, war noch nicht die volle Punkszene des Bundeslandes anwesend. Als dann die Polizei sich wieder sicher glaubte, krochen wieder genug Punks aus den Seitenstraßen hervor, um dann mit Luna Lustig und Felix R. die Bremer Kulthymne "Krawall am Sielwall" (und andere Lieder der Ludovico Kids) unplugged mitzugrölen. Schon bald brannte wieder ein muellcontainer@sielwall.de, der langsam vor sich hinglimmte, was den Rest des Abends jedoch unbemerkt blieb. Es kam ansonsten zu keinem nennenswertem Vorfall.

Ein Typ, der eine Frau in ein Taxi ziehen wollte, wurde sofort von mehreren Punks festgehalten. Ansonsten gab es noch einige Übergrife von Discobesuchern auf Punks, die sich zu weit von der Kreuzung entfernt hatten. Einige herangesurfte Punks waren betrübt, daß sie nicht nach Hannover gekommen waren. Andere genosen sichtlich die ruhige Atmosphäre, die an Samstagabenden an der Sielwallkreuzung herscht, wenn es warm genug ist, um drausen bis zum Sonnenaufgang zu sitzen.

Fazit: Weniger leute, aber gute Stimmung. Polizei, die ständig hin und herfuhr, ganz nach dem Motto: Hunde, die bellen, beissen nicht.

Manuel L. Homeyer, Bremen

 
 

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