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Ein weiterer Spielbericht über die Vorgänge auf dem Sprengel-Server wie auf www.nordstadt.de erreichte uns soeben:
Zum traditionellen Höhepunkt der Chaostage am Samstag, erfüllte sich die Polizei einen lange gehegten Traum: neben Massenfestnahmen in der Nordstadt fand eine Besichtigung des Sprengelgeländes statt.
Vorausgegangen war eine Punk-Party mit Soundsystem auf dem Vorplatz des Stadtteilzentrums "Bürgerschule", das an die Kofferfabrik auf Sprengel angrenzt.
Da dies einer der wenigen Plätze war, auf dem zu diesem Zeitpunkt noch unbehelligt Bier getrunken werden konnte, trafen sich hier ca. 200 Punks. Aber schon am späten Nachmittag machte die spaßbremsende Behörde deutlich: keine Party ohne uns, und sperrte weite Teile der Nordstadt ab.
Dieses Szenario ist hier nicht neu: Zuerst die City von Punks "säubern", dann alle rein in die Nordstadt und später niemanden rauslassen. Und so dauerte es auch nicht lange, bis einige Hundertschaften anfingen ohne Anlaß die Schaufelderstrasse zu räumen.
Auch der etwas hilflose Versuch einiger Punks das Chaostage ´95 Video nachzuspielen, änderte nichts mehr: Binnen weniger Minuten wurde der Platz und ein paar halbgare Barrikaden geräumt, Punks gejagt und eingekesselt und drei Wasserwerfer löschten ein Lagerfeuer.
Unser Haus, in das sich ca.40 Personen geflüchtet hatten, wurde vorrübergehend geräumt und durchsucht, wobei es zu den üblichen Beschädigungen kam. Nach ca. einer Stunde konnten die HausbewohnerInnen wieder ins Haus, alle ohne entsprechende Meldeadresse wurden bis Sonntagnachmittag in Gewahrsam genommen.
Nach unseren Infos gab es über 300 Festnahmen.
Den sonst eher unter Langeweile leidenden Expo-Polizeibeamten wurde also mal die Gelegenheit gegeben sich im Erlebnispark Nordstadt so richtig auszutoben. Schon am Freitag war der Stadtteil von Polizei belagert.
Durchgangsverbote, Ausweiskontrollen und ähnliche Schikanen trafen nicht zuletzt auch viele AnwohnerInnen, so dass sich viele eher von eifrigen Polizeibeamten in Kampfausrüstung als von ein paar biertrinkenden Bunthaarigen belästigt fühlten.
Nicht umsonst sahen sich die Beamten genötigt, viele Hinterhöfe und Hauseingänge in der Nordstadt nach flüchtenden Punks zu durchsuchen. Da waren wohl einige Türen nicht richtig zu gemacht worden.
Folgendes bleibt klarzustellen:
1.Sprengel ist nicht geräumt.
2.Wir haben nicht zu den Chaostagen eingeladen, und wenn sich Punks auf einem öffentlichen Platz vor unserem Haus treffen, ist das nicht unser Problem.
3.Weder aus dem Haus, noch vom Dach, sind Steine, Mollis oder sonst irgendwas geworfen worden. Anderslautende Berichte sind Rechtfertigungslügen der Polizei und Sommerlochgeschichten der Medien.
6.8.2000 Sprengel-Plenum + Kino im Sprengel
redaktion
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