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... könnte ganz leicht übertrieben die Schlagzeile
für das lauten, was an den CHAOS-TAGEN in Hannover
wirklich passiert ist.
Die CHAOS-TAGE 1994 wurden erst von Polizei und Presse
zu dem alles überragenden Medienereignis gemacht, das
es schließlich wurde. Die Fernsehsender überschlugen
sich. Es gab Liveschaltungen nach Hannover, einschlägige
Politsendungen berichteten noch Tage später darüber
(übrigens war das ZDF ausnahmsweise im HEUTE JOURNAL
"politisch korrekt" mit einem ZAP Werbespot unter Regie
von Karl Nagel vertreten.) In vielen Tageszeitungen waren
die Chaostage noch eine Woche später DIE Schlagzeile
schlechthin. Die Kommentare unfähiger Journalisten
und Politiker sorgten für weitere Belustigungen, auch
lange nachdem die letzte Bierpulle auf dem Boden von Hannovers
Nordstadt zerscheppert war. Gleichzeitig wurde kräftig
die Werbetrommel für die Chaos-Tage 1995 gerührt!
Die CHAOS-TAGE 94 waren medientechnisch der größte
Erfolg, den die Punkszene bisher verzeichnen konnte. An
ihm nahmen nicht nur die in Hannover anwesenden Punks und
Bundesgenossen teil, sondern Millionen verkabelter Stinos
bis hinein ins letzte Kaff, geplagt von Alpträume .
Durch die phantasievolle "Berichterstattung" der Medien
wurden von Garmischparten - Kirchen bis hinauf nach Sylt
ureigenste Existensängste in den kleinen Gehirnen des
Durchschnittsverarschten geweckt.
Es wurde ein Bild von Punks gezeichnet, das jedes Filmmonster
in den Schatten stellte. Irgendwelche Horden von seltsam
aussehenden Mutanten stürmten durch eine ganz normale
deutsche Stadt genau in die Wohnzimmer der anständigen
Bürger, rissen den Einbauschrank von KARSTADT aus den
Wänden, zerdepperten die Mallorca Urlaubsbilder und
verfeuerten anschließend das gesamte Mobiliar vor
dem Haus unter dem geleasten Golf um später kleine
Kinder darauf zu grillen und zum Nachtisch die Hausfrau
zu vergewaltigen. Der Nervenkitzel bestand darin, daß
es jeden treffen konnte.
Die BILD Zeitung war mal wieder einsame Spitze darin, die
Bürger als eine Art Volksgemeinschaft darzustellen,
welche von außen angegriffen wurde. Die mutige Polizei
konnte dagegen erst nach langer harter Schlacht und unter
dem Einsatz der letzten Kräfte die übermächtigen
fiesen Gegner dank heroischer Heldentaten zurückschlagen
um ihre Volksgenossen in Zivil vor den wilden Punks zu beschützen.
Einige besonders schlaue Kommentatoren entblödeten
sich sogar nicht zu fordern, daß man irgendwelche
angeblichen RÄDELSFÜHRER nicht hätte anreisen
lassen dürfen, wobei doch jedes Kind weiß, daß
Punks gar keine Führer haben und auch keine brauchen,
weil auch der letzte Suffpunker mehr im Kopf hat, als die
Kommentatoren gewisser Zeitungen.
Vorteil an dieser genialen Geschichte ist die, daß
Punks dank Superpropaganda endlich wieder etwas darstellen
und nicht mehr kaum beachtete Witzfiguren und Fußabtreter
sind. Punk wird wieder gefürchtet und WIE! Punk ist
wieder DER Bürgerschreck und DIE Protestbewegung schlechthin!
Das zieht natürlich jede Menge Leute an! Hooligans
und Nazis müssen sich verdammt anstrengen um den guten
Ruf, den Punk wieder hat, zu überholen...
Punk gibt sämtlichen Politikern und Soziologen wieder
Stoff für Spekulationen, Wahlkampfthemen und Gezülze
in irgendwelchen lächerlichen Talkshows, und dabei
liegt die Lösung doch so nahe. Offenbart doch die schablonenhafte,
vorausschaubare Reaktion der Teile dieser Gesellschaft,
die sich zu solchen Ereignissen immer äußern
müssen, das Problem an sich.
Diese Gesellschaft/System ist ein krankes, kaputtes, gewalttätiges
und verblödendes "Gemeinwesen" (sonst gäbe es
keine Sendungen wie die 100.000 DM Show), und die viel geforderte
Lösung des "Punkerproblems" läge in der kompletten
Abschaffung dieser Gesellschaft, also her mit der Neutronenbombe
!
Moses
weiter
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