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Gegen 14 Uhr beginnt die Lage schließlich doch zu
eskalieren: Über 250 Leute sind jetzt da, und als im
Bahnhofsinneren ein Punk von der BGS-Bahnpolizei einkassiert
wird und wohl dabei auch gut eingeschenkt bekommt, wollen
sich das viele nicht bieten lassen: Die ganze Meute rein
in den Bahnhof, ihnen gegenüber 10 BGSler, die Stimmung
wird lauter und aggressiver.
Als die BGSler Verstärkung von der Polizei anfordern
und diese schließlich eintrifft, geben Punks die Parole
"Tarnkappe" aus, die vorher auf Flugis bekannt gegeben worden
war. So soll verhindert werden, daß die Polizei das
Treffen einkesselt und einfach alle festnimmt. "Tarnkappe"
sollte hier heißen: sich sofort zurückziehen
und notfalls über die Stadt verteilen!
Und es klappt tatsächlich: Die Punks verlassen den
Bahnhof, die meisten wollen eigentlich keine Massenschlägerei
mit der Polizei, sondern lieber draußen weiterfeiern.
Der Einsatzleiter der Polizei schätzt das aber völlig
anders ein und zieht seinerseits seine Leute nicht zurück.
Folge: Nun spitzt sich die Lage vor dem Bahnhof zu!
Als dann ein paar Dosen und Flaschen auf die Polizisten
fliegen, macht der Einsatzleiter kurzen Prozess: Ein ultraharter
Knüppeleinsatz folgt, bei dem das Blut kräftig
fließt und sich insbesondere ein Cop hervortut. Mit
haßverzerrtem Gesicht und Schaum vorm Mund drischt
er wie ein Irrer auf die Punks ein und muß schließlich
von seinen eigenen Leuten festgehalten und einkassiert werden.
Die Punks, die nun noch vorm Bahnhof stehen, werden eingekesselt
und später festgenommen. Auch für diejenigen,
die das ganze aus der Ferne beobachten, wird die Lage nun
heißer: Die Polizei setzt sich das Ziel, die City
punkfrei zu bekommen und nimmt alles fest, was irgendwie
verdächtig aussieht.
Also zieht sich ein größerer Restrupp Richtung
Weiße-Kreuz-Platz zurück, wobei auf dem Weg dorthin
rein zufällig noch ein paar Scheiben des Amtsgerichtes
zu Bruch gehen...
Klar ist nun, daß die Polizei jedes Treffen im Keim
ersticken wird, und so gehe ich nach Hause, um mich umzuziehen.
Bestens getarnt gehts zurück zum Bahnhof, um Anne
aus Homburg abzuholen, und im Bahnhof selbst überall
die Greiftrupps der Polizei, die jeden Bunthaarigen sofort
greifen und einkassieren. Auch am Bahnsteig selbst eine
Kampfmaschine nebst Hund.
Vor dem Bahnhof wird gerade der Kessel aufgelöst,
doch als eine neue größere Gruppe von Punks eintrifft,
ist er ganz schnell wieder da, ständig neu gefüllt
durch Punks, die in der Umgebung aufgegriffen wurden und
erstmal in den provisorischen Kessel-Knast gesteckt werden.
Ein Beamter gibt die Auskunft, man habe bei einem Richter
eine Sondergenehmigung erwirkt, die Leute auch länger
als 48 Stunden festhalten zu dürfen, was wieder einmal
klar macht, das manche Rechte oft nur Dreck wert sind!
Wie man hört, will man sich abends in der Nordstadt
treffen. Au weia, wenn das nicht nach hinten los geht...
Karl Nagel
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