Letzte Änderung: November 22 2005 13:21:32. - 625 Seiten archiviert
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Knüppel Frei für die Polizei

Gegen 14 Uhr beginnt die Lage schließlich doch zu eskalieren: Über 250 Leute sind jetzt da, und als im Bahnhofsinneren ein Punk von der BGS-Bahnpolizei einkassiert wird und wohl dabei auch gut eingeschenkt bekommt, wollen sich das viele nicht bieten lassen: Die ganze Meute rein in den Bahnhof, ihnen gegenüber 10 BGSler, die Stimmung wird lauter und aggressiver.

Als die BGSler Verstärkung von der Polizei anfordern und diese schließlich eintrifft, geben Punks die Parole "Tarnkappe" aus, die vorher auf Flugis bekannt gegeben worden war. So soll verhindert werden, daß die Polizei das Treffen einkesselt und einfach alle festnimmt. "Tarnkappe" sollte hier heißen: sich sofort zurückziehen und notfalls über die Stadt verteilen!

Und es klappt tatsächlich: Die Punks verlassen den Bahnhof, die meisten wollen eigentlich keine Massenschlägerei mit der Polizei, sondern lieber draußen weiterfeiern.

Der Einsatzleiter der Polizei schätzt das aber völlig anders ein und zieht seinerseits seine Leute nicht zurück. Folge: Nun spitzt sich die Lage vor dem Bahnhof zu!

Als dann ein paar Dosen und Flaschen auf die Polizisten fliegen, macht der Einsatzleiter kurzen Prozess: Ein ultraharter Knüppeleinsatz folgt, bei dem das Blut kräftig fließt und sich insbesondere ein Cop hervortut. Mit haßverzerrtem Gesicht und Schaum vorm Mund drischt er wie ein Irrer auf die Punks ein und muß schließlich von seinen eigenen Leuten festgehalten und einkassiert werden.

Die Punks, die nun noch vorm Bahnhof stehen, werden eingekesselt und später festgenommen. Auch für diejenigen, die das ganze aus der Ferne beobachten, wird die Lage nun heißer: Die Polizei setzt sich das Ziel, die City punkfrei zu bekommen und nimmt alles fest, was irgendwie verdächtig aussieht.

Also zieht sich ein größerer Restrupp Richtung Weiße-Kreuz-Platz zurück, wobei auf dem Weg dorthin rein zufällig noch ein paar Scheiben des Amtsgerichtes zu Bruch gehen...

Klar ist nun, daß die Polizei jedes Treffen im Keim ersticken wird, und so gehe ich nach Hause, um mich umzuziehen.

Bestens getarnt gehts zurück zum Bahnhof, um Anne aus Homburg abzuholen, und im Bahnhof selbst überall die Greiftrupps der Polizei, die jeden Bunthaarigen sofort greifen und einkassieren. Auch am Bahnsteig selbst eine Kampfmaschine nebst Hund.

Vor dem Bahnhof wird gerade der Kessel aufgelöst, doch als eine neue größere Gruppe von Punks eintrifft, ist er ganz schnell wieder da, ständig neu gefüllt durch Punks, die in der Umgebung aufgegriffen wurden und erstmal in den provisorischen Kessel-Knast gesteckt werden.

Ein Beamter gibt die Auskunft, man habe bei einem Richter eine Sondergenehmigung erwirkt, die Leute auch länger als 48 Stunden festhalten zu dürfen, was wieder einmal klar macht, das manche Rechte oft nur Dreck wert sind!

Wie man hört, will man sich abends in der Nordstadt treffen. Au weia, wenn das nicht nach hinten los geht...

Karl Nagel

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