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Römer, Punks und Krankenwagen...

k war dem Ruf zu den Chaostagen 1994 gefolgt und traf, nach einem kurzen Abstecher in Himmelheim, wo er sich mit alten Militärjacken und einer Zeltplane nachrüstete, am Freitagnachmittag mit dem Bummelzug in Hannover ein. Das war auch ganz gut so, wie sich gleich herausstellte, da die Römer bereits alle Fernbahnsteige besetzt hatten. Dadurch war es für sie einfach, die ankommenden Ps gleich beim Aussteigen abzufangen und unter wüsten Drohungen in den nächsten Zug zurück zu stecken.

Vorsichtig betrat k das Bahnhofsinnere, stieß jedoch trotzdem auf eine Streife der Römer, die ihn vor die Alternative stellten, sich bis Montag früh sechs Uhr in ihre fürsorgliche Obhut zu begeben oder gleich wieder heimzufahren. k sicherte, wohl auch nicht zuletzt angesichts der zu erwartenden schlagkräftigen Argumente, zu, sich für letzteres entschieden zu haben, worauf sie von ihm abließen und er die Richtung der Bahnsteige wieder einschlug.

Da die Römer genug mit anderen ankommenden Ps zu tun hatten, nutzte k die Gelegenheit, unauffällig einen Teil seines Gepäcks in eines der Schließfächer zu verschließen, wobei ihm wieder mal bewußt wurde, daß für Ps und anderen gesellschaftlichen Aussatz die sogenannten Menschenrechte nicht gültig waren.

Bei der Gelegenheit traf er auf einen P in Zivil, der ihn kurz über die Lage aufklärte und erzählte, wie man zur Nordstadt käme.

Angesichts der Tatsache, daß die bereits in Siegerlaune schwebenden Römer die Vorderausgänge massiv besetzt hatten und der Bahnhofsvorplatz sich bereits fest in ihrer Hand befand, wählte k, nach allen Seiten sichernd, einen kleinen Umweg durch den Hinterausgang, den man offensichtlich vergessen hatte.

Kurz vorher gab er noch eine kurze Meldung an die Heimatfront, was dort heitere Besorgnis auslöste.

Im Freien angekommen, gelang es ihm, sich einen Sitzplatz nicht allzuweit vom Geschehen zu sichern, von wo aus er mit einigen anderen das Treiben unter dem Schwanz beobachten konnte. Ihm fiel ein, daß er beim letzten Mal hier ganz in der Nähe das erste Mal abgegriffen und dessen, was man für waffenfähig hielt, entledigt worden war.

Mit halbem Ohr hörte er die Gespräche der anderen, deren Wortschatz zur Hälfte aus dem wort "weghaften" bestand, was ihm passend erschien. Einige Jugendliche Eingeborene nutzten die Gelegenheit und warfen in der Nähe der Ps laut gröhlend und pöbelnd mit Flaschen um sich, wohl in der berechtigten Hoffnung, daß man dafür nicht sie, sondern die danach aussehenden Ps zur Rechenschaft ziehen würde.

Nachdem k so in halbwegs sicherer Entfernung eine Weile dies und die keiner erkennbaren Logik folgenden willkürlichen Übergriffe, Knüppel- und Einfahrattacken der blindwütigen Römer mit fassungslosem Staunen beoachtet hatte, kam allmählich Bewegung in die losen Haufen der Ps. Es war nämlich einer gekommen, der mit kurzen Anweisungen die Herde sammelte und zu einer unterirdischen Straßenbahnhaltestelle führte. Dort bestieg man bald darauf eines der Gefährte und mit "Pöbel und Gesocks - oioioi" ging die Fahrt von dannen.

k betrachtete sich die Gesichter der bisherigen Mitreisenden, auf denen eine bunte Mischung aus Neugier, Furcht, Belustigung, Erstaunen und Gleichgültigkeit erkennbar war, was jedoch teilweise nachvollziehbar war. Schließlich war Aussteigen angesagt und kurz darauf traf man auf dem Platz vor einem Gotteshaus namens Lutherkirche ein, wo man von den bereits Anwesenden mit lautem Gejohl begrüßt wurde.

Während die nächsten Stunden im Angesicht einiger kleinerer Römereinheiten, die in hoffnungsvoller Erwartung kommender Auseinandersetzungen bereits ihre Schilde, Helme, Rüstungen und Stöcke ausgepackt hatten, mit Gesprächen und dem Nahrungserwerb angefüllt waren, begann es dunkel zu werden und zu regnen, und selbst die härtesten Kämpfer sahen sich genötigt, irgendwo Schutz vor den Regentropfen zu suchen. D

och dies war nicht so einfach, da, wie k spätestens jetzt feststellte, die ganze Gegend für ein solches Treffen denkbar ungeeignet war. Die Straßen waren alle lang und gerade, die Häuser alle in einer Front mit nahezu der gleichen Anzahl Stockwerke und zu den Straßenseiten hin gab es manchmal ein paar Centimeter pflanzen. So tat k wie die meisten anderen und ließ sich in diversen Hauseingängen und Fensternischen nieder.

Die Feuchtigkeit und der Eindruck der bereits jetzt im Vorfeld von den Römern begangenen Ausschreitungen drückten auf die Stimmung, auch bei k kam ein Gefühl von Langeweile auf; bis jetzt hatte er niemanden gesehen, den er kannte. Doch harrte er, nicht zuletzt aufgrund seiner gesunden pogoanarchistischen Grundeinstellung, geduldig aus.

Anderen erging es ebenso: k konnte beoachten, wie sich zwei Frauen aus unersichtlichen Gründen zu prügeln begannen und ganz nebenbei die Telefonzelle, von wo aus er kurz vorher einen zweiten Funkspruch in die Heimat geschickt hatte, zum Zwecke der Steigerung des Anarchiepegels geopfert wurde. Bald war er mit manchen anderen Ps ins Gespräch gekommen. Und lernte so auch x kennen, dessen Namen er sofort wieder vergessen hatte, und der, wie sich bald herausstellte, ebenso wie k Veteran und zweiunddreißig war, was zu manchen ausgelassenen Bemerkungen der Anlass war.

Doch die Idylle währte nur kurz, aus unerfindlichen Gründen sah man sich plötzlich am Fuß des Gotteshauses einer geschlossenen römischen Phalanx gegenüber.

Es fiel k ein, daß er einige zeit das Gelände unbeobachtet gelassen hatte, und so, den Gerüchten glaubend, daß man bereits umzingelt sei, reihte er sich zunächst in sich zögerlich bildenden Verteidigungslinien ein, wenn auch nur ins dritte Glied. Da er jedoch vorhatte, auch noch die nächsten Stunden und Tage nicht in schmählicher Gefangenschaft zu verbringen, zog er es vor, ob der drohenden Aussichtslosigkeit nach Alternativen zu suchen.

Während der Gefechtslärm in seinem Rücken immer lauter wurde und man unter den Plänklern die ersten Verluste zu beklagen hatte, zog er sich mit drei anderen Trauergestalten in die entgegengesetzte Richtung zurück. Nachdem man festgestellt hatte, daß es noch einige Schlupflöcher gab, wurden nach geglückter Flucht Schlafplätze gesucht.

Hierfür bot sich zunächst ein an der Straße liegender Friedhof an und k, der sich die letzten jahre der Gruftszene zugewandt hatte, war wie die anderen nicht abgeneigt, sich hier niederzulassen. Wegen der Nähe der Römer und dem stetigen Regen verwarf man diesen Gedanken aber bald wieder und die Suche ging weiter. Da aber trotz kilometerlangen Fußmarsches nichts geeignetes gefunden wurde, gingen k und der andere Übriggebliebene vorsichtig wieder in Richtung Lutherkirche zurück, wo sich inzwischen die Lage etwas beruhigt hatte.

Die Römer, die zum großen Teil wohl genauso alt wie ihre Gegner waren, und deren Reihen durch viele blonde Frauen aufgefüllt waren, standen oder saßen an den Häusermauern und stärkten sich an mitgebrachten Vorräten, manche umringt von gesprächsuchenden Ps, die sich dem Wahn hingaben, damit Deeskalation zu betreiben.

k stellte fest, daß x inzwischen verschwunden und wahrscheinlich seinen Erwartungen gemäß in einem Gefangenentransporter verschwunden war. Trotz allem war die Stimmung nun etwas besser, und völlig unerwartet traf k auf vier andere Buben aus seiner Heimatstadt. Man beschloß, die Nachtquartiere aufzusuchen und stolperte in die zu diesem Zweck angewiesene Halle auf dem Sprengelgelände. Dort ließ man sich auf dem staubigen Betonboden nieder und versuchte trotz des Lärmes der ständig neu Hinzukommenden oder Immernochwachen zu schlafen.

Für k indessen währte die Ruhe nicht lange, da eines der zufällig neben ihm liegenden Engelsgeschöpfe plötzlich aufwachte, ihn im fahlen Mondlicht angrinste, die Hand nach ihm ausstreckte und ihn zu küssen begann. Trotz der halbherzig vorgetragenen Bedenken k's, die durch ihm unverständliche Wortfetzen entkräftet wurden, fuhr sie auf solche Art und Weise fort, so daß k, dem sowieso kalt war und der sich durch einen kennerhaften Blick der sehr wohl akzeptablen Würdigkeit seiner grünbedocten Bedrängerin versichert hatte, bald seinen wahrscheinlich ohnehin unglaubwürdigen Widerstand aufzugeben begann.

Nun war das Mädchen aber doch irgendwann müde und begann, sich an ihm ein Nestchen zu bauen und einzuschlafen, was leider k ob seiner Aufregung nicht zu gelingen vermochte. Die sich nun wieder verstärkt meldenden Zweifel ob der Richtigkeit solchen Tuns wurden einige Zeit später brutal und unumkehrbar bestätigt, als er gefragt wurde, wer er denn eigentlich sei.

Da wußte er, daß es vorbei war. und richtig, noch bevor es ganz hell geworden war, war die Lagerstätte neben ihm leer...

Samstag

...K mochte auch nicht mehr liegenbleiben, und zusammen mit den anderen Heimatstädtern begab er sich zwecks Frühstücksuche auf die Straße. Da jedoch einige, eigentlich genau einer, die unabänderliche Gewohnheit hatte, im Sitzen in einer Lokalität zu breakfasten und solche in der Umgegend nicht zu ermitteln war, sah man sich genötigt, in die Innenstadt zu fahren. Dort wurde man schließlich in einem Kaufhaus fündig, wobei k die Zeit nutzte und die lokalen Zeitungsausgaben ausschlachtete. Schließlich teilte man sich in zwei Gruppen, um sich später am Bahnhof wieder zu treffen.

So gegen die Mittagszeit fuhren k und f mit dessen Gefährt zu besagtem Gebäude, wobei sie feststellen mußten, daß es nicht ratsam war, sich diesem zu nähern oder überhaupt auszusteigen, da die Römer, umringt und angefeuert von Schaulustigen, alle bunten Gestalten ohne Vorwarnung abgriffen. Dies galt auch für die gesamte Fussgängerzone, so daß die beiden traurig allein zur Nordstadt zurückfahren mußten, wobei sie sich tausendfach verfuhren, aber dabei auch Gelegenheit fanden, zur Entspannung den gleichzeitig stattfindenden Trödelmarkt aufzusuchen.

Wieder an der Lutherkirche angekommen, war dort nur noch ein trauriger Rest von höchstens hundert Ps anzutreffen. Bald darauf stieß man auf zwei der anderen Heimatstädter, wobei man erfuhr, daß sie während eines Einkaufbummels im Erdgeschoß eines Kaufhauses von einer Horde prügelgeiler Römer überfallen worden waren, die aus ihrem Truppentransporter heraus die Gruppe entdeckt hatten. Während der sofort einsetzenden Verfolgungsjagd war einer der Heimatstädter gestolpert und mußte als Verlust abgeschrieben werden.

Die aufkommende Trauer wurde jedoch kurz darauf hinweggewischt, als eine Tanzkapelle namens WIZO mit ihrem Bus auf dem Platz ankam, sofort aufzubauen begann und dank des mitgebrachten Generators nun ein Ständ-chen nach dem anderen zum besten geben konnte. Der sofort einsetzende Pogo unter den Augen der ungläubigen Stadtbewohner, die aus den Fenstern heraus dieses für sie nie gesehene Schauspiel verfolgten, hob schließlich doch die Moral der Truppe.

Mit den Abschiedsworten "Roy Black ist tot - aber er lebt weiter - in jedem von uns" zogen die lustigen Musikanten schließlich von dannen. Während des Spiels hatte man die Gelegenheit genutzt, durch Beschimpfungen und Bierdosenwürfe das penetrante SAT1-Fernsehteam in die Flucht zu schlagen.

So gestärkt zog der Haufen nun zum Fährmannsfest am Flußufer, wo die Boskops zum Tanze aufspielen sollten. Anfänglich auf dem Weg dorthin von einigen Römerstreitwagen verfolgt, konnten diese bald durch das Einschlagen eines für Radfahrzeuge unpassierbaren Parkweges abgehängt werden. Es stellte sich heraus, daß das Festgelände römerfrei war, wenn man von einigen zivilen Spitzelspionen absah, so daß man sich entspannt kulinarischen oder anderen Genüssen hingeben konnte.

Als dann schließlich Boskops spielten, entlud sich bei "Jacutin" und anderen Klassikern die angestaute Spannung in einem harten, aber fairen Pogo, der so manchen Kämpen Klamottenverluste oder leichte Verletzungen einbrachte - sehr zum Erstaunen der anwesenden Hippiemüsliöko-Massen.

Bei der danach aufspielenden Reggae-Formation kamen einige Damen und Herren der anwesenden kahlköpfigen Fraktion nicht umhin, sich durch energischen, aber hoffnungslosen Tanzeinsatz - wobei sie mit den vor sich hin zappelnden Siffrastas und Zottelweibern einen unbeholfenen, merkwürdigen Wettstreit auszutragen schienen - der Lächerlichkeit preiszugeben.

Nach diesen spaßigen Ereignissen verbreitete sich, unterstützt durch gedruckte Meldungen, die Kunde von den Bremer Ereignissen und den Planungen für die weitere Gestaltung des abends. Angeblich sollten Public Toys und Lokalmatadore in der Sprengel spielen - beides Formationen, die k. früher schon gesehen hatte und die ihm nicht zuletzt in Gedanken an geschehene Pogoexzesse ausnehmend gut gefielen. Leider kam alles etwas anders.

Da man aufgrund der zu erwartenden Angriffe der Römer geschlossen abrücken wollte, wurde versucht zu sammeln, was aber nicht zuletzt wegen des gestiegenen Alkoholpegels nicht gelang. Trotzdem war die Stimmung ausgelassen und man zog mit Schlachtgesängen wie "Roy Black ist tot" oder "Da wo man singt, da laß dich nieder" zurück in die Nordstadt. Ein auf dem Weg liegender Kiosk führte zur Auflösung der Truppe, so daß k sich mit seinen Heimatstädtern und anderen kleinen Grüppchen fortbewegte.

Kurz vor der Lutherkirche sahen sie an einem Auto drei Herren in Zivil, die mit einem Foto mit riesigen Teleobjektiv das Treiben vor dem Gotteshaus auf Platte bannten. Es wäre unter mancherlei Hinsicht vernünftig gewesen, nicht zuletzt im Hinblick auf spätere Aktionen, diesen vorgeschobenen Beoachterposten auszuheben, zumal sich die Ps in der Überzahl befanden und die Überraschung auf ihrer Seite hatten, aber niemand wollte die Gelegenheit nutzen.

Beim Umherstreifen fielen k noch einige dieser betont zufällig herumlungernden Schnauzbartträger auf, was nicht gerade zu seiner Beruhigung beitrug. Schließlich gelangte er in einen Bereitstellungsraum der Römer, wo er einen ganzen Haufen von ihnen in Zivil nebst einiger als appettitliche Joggerinnen verpackte Römerinnen die Einsatzplanung bequatschend vorfand.

Als er zurückkam, wollte er sich das Konzert anschauen, doch die Lage an der Kirchenfront hatte sich bereits so zugespitzt, daß er es vorzog, zunächst dort zu verweilen. Wie zu erwarten, zogen dann auch tatsächlich einige angriffslustige Ps johlend den bereits Formationen bildenden Römern entgegen.

Auf der Straße waren einige kleine Feuer aus Zeitungsresten und anderen Abfällen entzündet worden, und mit der Parole "Wir sind das Volk" begann die Situation sich für beide Seiten erwartungsgemäß zuzuspitzen. Doch entgegen der Lage am vorigen Abend hatten sich die römischen Legionen diesmal besser vorbereitet, so daß im Nu auch fast alle Ausfallstraßen abgeriegelt und durch starke Detachments gesichert worden waren.

Das Sprengelgelände schien k ob seiner Unübersichtlichkeit und Ausdehnung für einen hinhaltenden Abwehrkampf à la Glocksee nicht schlecht geeignet, doch hatten zum einen die Bewohner desselben aus verständlichen Gründen wohl wenig Lust, in die zu erwartenden Kämpfe hineingezogen zu werden und verbarrikartierten sich daher allein in dem ausschließlich von ihnen bewohnten Teil, zum anderen waren fast keine Vorbereitungen getroffen worden, wenn man von einigen aus Brettern, Mühlcontainern und Baubuden bestehenden Hindernissen absah.

Da auch auf den Strassen keinerlei Verteidigungsanlagen aufgebaut waren, sah k in dem sich abzeichnenden Nachtkampf mit den disziplinierten Römertruppen wenig Sinn, da diese zudem über alle Arten von Kommunikationsmitteln verfügten. Trotzdem sammelte er einige Gegenstände zusammen, die im Ernstfall auch zur präventiven Verteidigung zu gebrauchen wären und suchte, der Tragödie von Stalingrad eingedenk, nach einem Durchschlupf.

Zusammen mit einigen anderen gelang es tatsächlich, zu entweichen und vorsichtig versuchte man von außen, Stärke und Standort der Belagerer zu erkunden. Dies sollte sich als äußerst risikoreiches Unterfangen erweisen, da die Römer jetzt jeden griffen, den sie sahen und die Häuserschluchten sehr wenig Deckungsmöglichkeiten boten. So verlor k auch in einem unvorsichtigen Moment seine beiden Begleiter, hatte aber gleichzeitig bei der anschließenden Flucht das Glück, auf eine Gruppe mit einigen alten Bekannten zu stoßen, die er sowieso zu sehen gehofft hatte.

Mit diesen, von denen einige bereits in Zivil waren, verfolgte er im Laufe der Nacht zähneknirschend von einem Balkon aus großer Entfernung die weitere Entwicklung, sah die Nachschubeinheiten der Römer und die später in größerer Zahl anrückenden Krankenwagen.

Zu später Stunde beteiligte sich k an einem Spähtrupp, konnte jedoch vor lauter Römern keinen Blick auf die überwältigten Ps werfen, die nun in langen Reihen in die bereitstehenden Gefangenentransporter verladen wurden. Solchermaßen tief getroffen, legte er sich, nachdem man vorher noch einige verbogene Nachrichtensendungen über die Geschehnisse zur Kenntnis genommen hatte, schlafen...

Sonntag

... am nächsten Morgen begab sich k auf die Suche nach den anderen Heimatstädtern, von denen er in der Nacht nur noch einen flüchtig gesehen hatte. Doch war es ihm ebenso wie den anderen Ps in den späteren Morgenstunden nicht möglich, sich zu dem vereinbarten Treffpunkt an der Lutherkirche zu begeben, da die Römer diese weiträumig abgeriegelt hatten und in unbestimmten Zeitabständen Kessel- und Abgreifanfälle bekamen.

So beschloß k betrübt, alleine nach Hause zu fahren, verabschiedete sich und machte sich auf den Weg zum Bahnhof.

Dort angekommen, nutzte er die bis zur Abfahrt verbliebene Zeit und betrachtete sich die dort anwesenden triumphierenden Römerhaufen, die inzwischen noch durch stumpfe Prätorianergarden verstärkt worden waren.

Diesen Eindruck in sich aufgenommen habend und nach einem kurzen Funkspruch in die Heimat, der dort doch einige Erleichterung ob seiner Nichtgefangennahme auslöste, bestieg er gedankenverloren den Zug. Anscheinend hatten die anderen Zuggäste schon ihre Portion Propagandakost verdaut, denn man wich seinem Blick aus und setzte angefangenene Gespräche erst dann fort, wenn er vorüber war.

Doch richtig lustig wurde es erst am Montag auf der Arbeit, als er nicht zuletzt aufgrund seiner erstmals gefärbten Haare sein Coming-Out als P hatte. Sein Lieblingssklaventreiber, von dem er eigentlich die ganze Zeit gedacht hatte, daß dieser zu eigenen Gedanken fähig wäre, erklärte ihm mit vor Abscheu starrem Gesichtsausdruck, daß es ja bekannt wäre, daß die NS-Szene ihr Idiotenpotential aus der Punkszene rekrutieren würde.

Dem konnte k seinerseits nichts mehr entgegensetzen und fügte sich in sein Schicksal....

k

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  Ein Blick hinter die "Schutt-und-Asche"-Legende
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