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"Neue Presse" 17.12.82
Rätselraten um ein Punker-Treffen
 
Polizei warnte Geschäftsleute in der City

VON KLAUS GEMBOLIS HANNOVER.

Skepsis bei den Geschäftsleuten, verstärkte Sicherheitsvorkehrungen bei der Polizei: Am letzten verkaufsoffenen Sonnabend vor dem Fest wollen sich vermutlich Punker aus der gesamten Bundesrepublik in der City treffen.

Über die Anzahl der Teilnehmer und den Ablauf des Treffen gibt es bisher nur Vermutungen, zumal ein Organisator für das Hannover-Treffen bisher nicht ausgemachten werden konnte.Bekannt geworden war das Punker Treffen durch Anzeigen in einer zurlinken Szene gehörenden Wochenzeitung. Wortlaut: Chaotentag am 18. Dezember in Hannover.

Vor Gewalttätigkeiten in der City fürchten sich besonders die Geschäftsleute. Peek & Cloppenburg läßt am Sonnabend die Eingänge von zusätzlichem Personal überwachen, Handwerker stehen bereit, um im Notfall zerdepperte Schaufenster sofort zu reparieren. Das Café am Kröpcke will, falls die Lage zu stürmisch wird, kurzfristig schließen.

Bereits am Mittwoch hatten Bezirksbeamte des 12. Reviers die Geschäftsleute in der City von der Situation unterrichtet. Stellvertretender Polizeipräsident Dr. Thomas Sporn: Wir gehen nicht davon aus daß es zu irgendwelchen Krawallen kommt, haben aber aus Vorsichtsgründen gewarnt. Wir müssen natürlich auf der Hut sein, sagt Dr. Karl-Theodor Simon vom hannoverschen Einzelhandelsverband. Zahlreiche Geschäftsleute hatten bereits Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Dr. Simon: Wir hoffen, daß es am verkaufsoffenen Sonnabend keine Umsatzeinbußen gibt, zumal die Ordnungsbehörden sicherlich dafür sorgen werden, daß es zu keinem Chaos kommt.

Punker-Treffpunkt am Sonnabend soll nach Informationen der NP 12 Uhr mittags am Kröpcke sein. Vermutliche Teilnehmerzahl: 1000.

Möcklinghoff weist Kritik an der Punker-Kartei zurück

HANNOVER. Als ,unverantwortlich und in der Wortwahl überzogen hat der niedersächsische Innenminister Egbert Mocklinghoff die Kritik des FDPBundestagsabgeordneten Burkhard Hirsch an der Polizei von Hannover zurückgewiesen. Der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion hatte die sogenannte "Punker-Kartei , in der die hannoversche Polizei Daten über Angehörige dieser Jugendbewegung sammelt, als Fehlleistung bezeichnet und vor einer unnötigen Kriminalisierung von Randgruppen gewarnt (NP berichtete).

Mocklinghoff: Die betreffende Kartei sei überprüft worden, und auch der Datenschutzbeauftragte hatte die in die Kartei aufgenommenen Fälle ausnahmslos als rechtlich unbedenklich eingestuft.

 

 
  Es fing so harmlos an...
Als wir im Herbst '82 mit ein paar Leuten die Flyer zu den ersten Chaos-Tagen zusammenkloppten, ahnten wir wirklich nicht, daß diese Idee fast 20 Jahre die Medienlandschaft auf Trab bringen und zum Schluß sogar in den allgemeinen Sprachgebrauch eingehen würde.
Dennoch waren die Medienreaktionen 1982 nicht im mindesten mit dem zu vergleichen, was dann nach der Wiederbelebung der Chaos-Tage 1994 geschehen sollte...
-kn-
 
 
  • Natürlich ein BILD-Artikel
    vom 20.12.82
  • Als Kontrastprogramm dazu
    die taz vom 20.12.82
   
 
 
 
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