| - 30 Schaufenster
splitterten - 10 Polizisten verletzt
- 100.000 Mark Sachschaden -
Von JOACHIM GRÜBLER
Hannover, 20.Dezember Kröpcke
am Samstagvormittag. In kleinen
Gruppen kommen Punks auf den Platz.
Sie haben Ihre Haare grell gefärbt,
tragen Hahnenkammfrisuren. An ihrer
Kleidung überall Sicherheitsnadeln.
Um 12 Uhr sind es schon 500 Mädchen
und Jungen, darunter viele "Berufsdemonstranten".
Sie trinken Bier und Schnaps, grölen.
Passanten werden von den Jugendlichen
angepöbelt, bespuckt. Dann
marschieren die Punks plötzlich
los, die Georgstraße hinunter.
In Höhe Schmiedestraße
fliegen die ersten Steine und Flaschen
gegen Polizisten und Autos. Über
Lautsprecher fordert der Einsatzleiter
der Polizei die Randalierer auf,
die nichtangemeldete Demonstration
aufzulösen. Die Antwort: Pfiffe
und wieder ein Flaschen- und Steinhagel.
Die Polizei geht vor, Schlagstock,
Tränengas - die ersten Festnahmen.
Aber die meisten Chaoten entkommen.
Am Reitwoll reißen sie einen
Bauzaun ein. Ein Beamter wird verletzt.
An der Goseriede fliegen Pflastersteine
in Schaufenster - 30 Scheiben splittern.
Beamte in Zivil erwischen einen
Steinwerfer, nehmen ihn fest. Da
versuchen seine Kumpane ihn zu befreien.
Ein Chaot will einen Polizisten
von hinten würgen. Der Beamte
dreht sich um, der Angreifer stürzt
- in eine kaputte Scheibe. Schwere
Schnittverletzungen.
Die Chaoten versammeln sich wieder
am Kröpcke. Flaschenwürfe.
Fußgänger werden angerempelt,
geschlagen. Wenn die Polizei kommt,
verschwinden die Randalierer in
der Menge.
Erst nach Geschäftsschluß
wird es ruhig. Die Bilanz: Zehn
Polizisten und ein Demonstrant sind
verletzt einige schwer. Fünf
Polizeiautos beschädigt, Scheiben
kaputt. Schaden: über 100.000
Mark! 27 Demonstranten festgenommen.
Die Polizei: Die Punks kamen aus
ganz Deutschland, sogar aus Holland
und Belgien.
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