| Krach auch
beim Ausmarsch?
HANNOVER. 1200 Punker und Skinheads
(lederbekleidete Chaoten) wollen
am heutigen Sonnabend die City und
den morgigen Schützenausmarsch
terrorisieren. Diese Befürchtungen
hegt die Polizei nach den schweren
Ausschreitungen von gestern abend
und in der Nacht.
Zu den schwersten Auseinandersetzungen
war es gegen 23 Uhr Im Bereich Kornstrai3e/Gerhardstraße
gekommen. Nach einem Rockkonzert
vor dem UJZ Kornstrai3e hatten die
Punker und Skinheads Privat Pkws
umgekippt und quer auf die Fahrbahn
als Barrikaden gestellt. Zahlreiche
Fensterscheiben wurden durch Steinwürfe
zerstört. Die Polizei forderte
zusätzliche Hundertschaften
aus Braunschweig und Oldenburg an.
Gegen Mitternacht zogen die randalierenden
Jugendlichen In Richtung Innenstadt.
Bei Auseinandersetzungen am Hauptbahnhof
und in der Passerelle sind elf Randalierer
festgenommen und zwei Personen schwer
verletzt worden. Zu den Krawallen
war es am Hauptbahnhof gekommen
als die Polizei alkoholisierte Punks
und Skins den Bahnhofsvorplatz belagerten
und Beamte einschritten.
Das Aufeinandertreffen der beiden
verfeindeten Jugendrandgruppen Ist
bereits vor Monaten verabredet worden.
Punks und Skinheads wollen sich
heute gegen 14 Uhr am Kröpcke
treffen
2 Schwerverletzte, 11 Festnahmen
Geschäftsleute zittern
Bei Punker-Schlacht flogen Pflastersteine
VON KLAUS GEMBOLIS HANNOVER. Stein-
und Flaschengrüne gegen Polizeibeamte
und Passanten zwei Schwerverletzte
und eine zwischen Kröpcke und
Hauptbahnhof mit Scherben übersäte
Passerelle: So begann gestern das
seit Wochen in linken Gazetten angekündigte
Treffen zwischen Punks und Skins
in der Landeshauptstadt.
Bei Ausschreitungen gestern nachmittag
vor und im Hauptbahnhof wurden elf
Krawallmacher festgenommen. Die
Polizei stellte Schlagwerkzeuge
und Messer sicher.
Zur Konfrontation mit der Polizei
war es um 17 Uhr gekommen, als rund
100 Chaoten den Hauptbahnhof stürmten
und die Zugänge versperrten.
"Faschisten", "Bullenschweine",
gröhlte die betrunkene Menge.
Als sie von 50 Beamten zurückgedrängt
wurden, schleuderten die Chaoten
Flaschen und Steine.
In der Passerelle brach ein Mädchen,
von einer Bierflasche am Kopf getroffen,
zwischen Scherben und johlenden
Punks zusammen.
Vor dem UJZ Kornstraße, wo
gestern abend ein Rockkonzert begann,
kam es zu Schlägereien. Zahlreiche
Punks hatten sich mit Pflastersteinen
bewaffnet. Die Polizei stellte außerdem
Gliederketten, Klappmesser und eine
Tränengassprühdose sicher.
Acht Punks werden heute dem Haftrichter
vorgeführt.
Auf Handzetteln, die von der Polizei
gestern verteilt wurden, heißt
es: Die Polizei ist auf euer Treffen
vorbereitet. Euer äußeres
Erscheinungsbild ist noch kein Grund
für uns, gegen Euch einzuschreiten.
Erst wenn gegen bestehende Gesetze
verstoßen wird wenn die öffentliche
Sicherheit und Ordnung In Gefahr
gerät, werden wir tätig.
Wenn nötig, mit allen rechtlich
zulässigen Mitteln. Laßt
Euch von Krawallmachern nicht verleiten
oder mißbrauchen. Greifen
Euch rivalisierende Gruppen an,
könnt Ihr mit unserem Schutz
rechnen."
Zu Reibereien mit der Bevölkerung
kam es im Hauptbahnhof und in der
Passerelle, als älteren Frauen
Taschen aus den Händen gerissen
wurden. Für heute befürchten
die Geschäftsleute Umsatzeinbußen.
Peek und Cloppenburg-Geschäftsführer
Rottmann läßt die Eingänge
zum Textilhaus am Kröpcke von
Personal beobachten. Eine kurzfristige
Schließung des Hauses sei
mögiich, sagte er.
Sorge auch im Café Kröpcke,
wo man in ständigem Kontakt
zur Einsatzzentrale der Polizei
steht. Wie aus Kreisen der Sicherheitsbehörden
zu erfahren war, kommen Punks und
Skins zum heutigen großen
"Verbrüderungsfest" am Kröpcke
nicht nur aus der Bundesrepublik,
sondern auch aus dem benachbarten
Ausland -1200 werden erwartet.
In der in Berlin erscheinenden
linken Gazette "TAZ" wurden Punks
und Skins aufgerufen, auch am Schützenausmarsch
teilzunehmen.
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