| Ruinieren
Krawalle den Ruf Hannovers als Einkaufstadt?
VON KLAUS GEMBOLIS HANNOVER. Machen
Krawalle wie die von Punkern am
Wochenende Hannovers Ruf als Einkaufsstadt
kaputt? Diese Sorge zumindest äußerte
gestern die Werbegemeinschaft "Einkaufsstadt
Hannover" - an einem Tag, als es
in der Passerelle zu neuen Unruhen
kam.
Zwischen 16 und 18 Uhr überprüfte
die Polizei insgesamt 40 Jugendliche
und Stadtstreicher. Passanten hatten
die Beamten alarmiert: Sie waren
angerempelt und belästigt,
Scheiben waren eingeworfen worden.
Ergebnis des Einsatzes: Drei Festnahmen,
zwei Volltrunkene kamen ins Krankenhaus.
Insgesamt wurden in den vergangenen
Tagen 235 Strafanzeigen gestellt.
Hauptvorwurf: Landfriedensbruch.
Allerdings: 195 am Wochenende festgenommene
Personen kamen gestern wieder auf
freien Fuß.
Die Sorgen vieler Kaufleute in
der Innenstadt machte Gerhard Magis,
Vorsitzender der Werbegemeinschaft
"Einkaufsstadt Hannover" in einem
offenen Brief an Stadtverwaltung
und Kommunalpolitker deutlich: "Festzustellen
ist, falls nicht entschiedene Maßnahmen
getroffen werden, daß Hannover
auch in Zukunft mit chaotischen
Zuständen wie am Wochenende
zu rechnen hat." Befürchtung
des Geschäftsmannes: Dem Ruf
Hannovers als "aufsuchswerte Landesmetropole"
wird nachhaltiger Schaden zugefügt.
Reaktionen auch bei den Politikern:
Josef Stock, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion:
"Unerträglich, mit ansehen
zu müssen, wenn Frauen und
Männer nach einer Woche harter
Arbeit bei ihren Wochenendeinkäufen
von den Randalierern auf offener
Straße angegriffen werden."
Und auch OB Herbert Schmalstieg
(SPD) bezeichnet es als ."unerträglich,
wenn Bürger dieser Stadt in
ihren Freiheitsrechten beeinträchtigt
und bedroht" werden.
Den Einsatz der Polizei bewerten
beide als "gut und besonnen".
Polizeisprecher Manfred Bodemann
erklärte, daß die sogenannte
Punker-Kartei, gegen die es bereits
früher zu Protesten gekommen
war und die unter anderem Abgeordnete
von SPD und Grünen im Landtag
heftig kritisiert hatten, nach wie
vor besteht. Bodemann: "Bis Ende
des Jahres soll geprüft und
entschieden werden, ob die Auflistung
straffällig gewordener Punker
beibehalten werde oder nicht."
Die Frage, ob sie am Wochenende
"angereichert" worden sei, beantwortete
er nicht.
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