| Belästigungen
auf dem Weihnachtsmarkt / Zu Ausschreitungen
wie im Juli kam es nicht
Bei einem Treffen von Punks und
Skinheads ist es am langen Sonnabend
in der Innenstadt nur vereinzelt
zu Zwischenfällen gekommen.
Die Polizei, die unter anderem durch
Flugblätter von der am Kröpcke
geplanten Zusammenkunft erfahren
hatte, wollte von vornherein Ausschreitungen
verhindern. Sie nahm 108 junge Leute
vorübergehend fest. Gegen 13
erstattete sie Anzeige. Wie die
Polizei am Sonntag weiter mitteilte,
waren rund 200 Beamte im Einsatz.
Ebenso viele Punks und Skins haben
sich in der Innenstadt aufgehalten.
Bei ihnen wurden zum Teil waffenähnliche
Gegenstände gefunden.
Anfang Juli, zum Schützenfest,
war es in der Innenstadt an einem
langen Sonnabend zu schweren Ausschreitungen
gekommen. Damals wurden mehrere
Beamte und Punks verletzt, an rund
50 Gebäuden gingen Fensterscheiben
zu Bruch. Die Straftaten wurden
überwiegend von auswärtigen
Jugendlichen begangen. Zahlreiche
Geschäftsleute hatten anschließend
bemängelt, daß die Polizei
ihrer Ansicht nach nicht rechtzeitig
eingeschritten war. Diesmal bildeten
die Beamten sofort einen Kreis um
Gruppen von bunthaarigen Punks oder
kahlköpfigen Skins, um eine
Wiederholung der schweren Krawalle
vom Juli zu verhindern. Am Kröpcke
fuhr ein Polizeibus nach dem anderen
vor, um die jungen Leute zum Präsidium
zu bringen. Nach Auskunft der Polizei
wurden sie nach Geschäftsschluß
gegen 18 Uhr wieder freigelassen.
"Wir haben sie nach dem niedersächsischen
Sicherheits- und Ordnungsgesetz
in Gewahrsam genommen, da wir Hinweise
auf Ausschreitungen hatten", erläuterte
ein Polizeisprecher. Er erklärte,
die jungen Leute hätten zuvor
Passanten belästigt, Bierflaschen
zerbrochen und mit Dosen geworfen,
in Kaufhäuser gepinkelt und
auch übelriechende Buttersäure
in Geschäften versprüht.
Ein großer Teil der Punks
und Skins sei betrunken gewesen,
obwohl die Beamten aus vielen sichergestellten
Flaschen den Alkohol ausgegossen
hätten.
Nach Auskunft der Polizei haben
sich gegen Mittag rund 85 Punks
und Skins am Weihnachtsmarkt zusammengefunden
und Besucher und Verkäufer
mit Tränengas aus der Sprühdose
belästigt. "In der Innenstadt
war von Zwischenfällen wenig
zu merken, weil wir schon im Vorfeld
reagiert haben", erläuterte
der Polizeisprecher. Passanten hatten
jedoch im dichten Einkaufstrubel
in der Fußgängerzone
Mühe, sich an Einsatzfahrzeugen
und Polizeiketten vorbeizudrängen.
Sie sahen mehr Beamte als Punks.
Unter dem naßkalten Wetter
litten alle Beteiligten: Beamte
in Zivil hatten es leichter als
ihre uniformierten Kollegen und
die von Ordnungshütern bewachten
Punks: Sie konnten sich in ihrem
stundenlangen Einsatz hin und wieder
in die Eingangshallen der Kaufhäuser
zurückziehen, um sich ein wenig
aufzuwärmen. khk/joe
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