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bp/so. Hannover, 4. August
Passanten wurden bedroht, angerempelt,
zwei sogar mit Tränengas besprüht.
Autos beschädigt - Punks und
Skinheads sind da. 90 wurden nach
Flaschenwürfen und Schlägereien
festgenommen. Geschäfte verbarrikadierten
sich.
Die blonde Irene Koppelhöter
(30) nagelt die Fenster Ihrer Wäscheboutique
zu, der "Sateway"-Supermarkt hat
sich mit Brettern verbarrikadiert,
vor dem Kleiderhaus "Magis" stehen
Angestellte Wache:
Denn heute ist in Hannover "Chaos-Tag"
2000 Punks (die mit den wilden Frisuren)
und rechtsradikole Skinheads (die
mit den Glatzen) aus ganz Deutschland
kommen. Bei ihren beiden letzten
Treffen hoben sie für 100000
Mark Schaden angerichtet, auch geplündert,
Die Skinheads in einem Flugblatt:
"Wir wollen die stinkenden Punkerschweine
verjagen und zerschlagen."
Die Punks haben die ganze Innenstadt
in Handzetteln zur "Punk-besetzten
Zone erklärt", erwarten für
den ,Chaos-Tag 1000 Ideen von 1000
Punks . Alle sollen Farbsprühdosen
mitbringen, sich auf "allerlei Vergnüglichkeiten"
einrichten: "Das bedeutet Komasaufen,
Gelegenheits-F.... Auseinandersetzungen
mit Faschos".
Heute um 12 Uhr wollen sie den
SSV sprengen, "ein paar Lokale bewachen,
in die Punks sonst nicht rein dürfen".
Dann geht's ins Grüne: Durch
ihr "erschreckendes Äußeres"
wollen sie "die fettbauchigen Bürger
von ihren Wiesen am Badestrand vertreiben",
auch die Nacktbader am Ricklinger
See.
Die rothaarige Punk-Braut Petra
(23): "Mit meinen Kumpels werde
ich den Skinheads auf die Glocke
hauen."
Auf ihren Rücken ist aufgestickt:
"F... für den Frieden".
Hannovers Bürgermeister König
(63): "Die Polizei wird alles tun,
um die Bürger unserer Stadt
zu schützen.'
Punks gegen Skinheads
Vom Bahnhof zur Oper - die Spur
des Schreckens
so. Hannover, 4.August Vorm Hauptbahnhof:
Mehrere hundert Polizisten, Passanten
bleiben verängstigt stehen.
Auf den Treppen hocken 250 Punks.
Sie haben "Eispickelfrisuren", Pink-
und grüngefärbte Haare,
tragen beschmierte Lederjacken mit
spitzen Metallnieten. Die Punks
kommen aus ganz Europa. Erst der
Anfang - 2000 werden erwartet.
10.00: 80 angetrunkene Punks blockieren
den Eingang zur Passerelle, belästigen
die Fußgänger. Sie betten
um Geld, einige vorsichtig, andere
pöbeln die Leute an.
10.3O Uhr: Polizeibeamte räumen
die Treppe, durchsuchen die Punks,
nehmen ihnen gefährliche Nagelbänder
und Gürtel ab.
14.00 Uhr: Zwanzig Punks ziehen
grölend und johlend durch die
Passerelle. Sie besprühen zwei
Frauen mit Tränengas.
17.20 Uhr: Verfeindete Punks und
Skinheads stürzen sich brüllend
aufeinander, schlagen sich. Eine
Polizeikette trennt sie. Die ersten
Bierdosen fliegen.
1840 Uhr: Randalierer schleudern
leere Sekt- und Bierflaschen- Scherben
über den Kröpcke. Skinheads
und Punks schlagen sich mit Fäusten
und Stahlarmbändern. Rund 30
angetrunkene Skins werden festgenommen,
in Zellen gebracht.
19.00 Uhr: Schlägerei vorm
Opernhaus. Wieder fliegen Flaschen,
ein Polizist wird am Kopf getroffen,
bricht zusammen. 12 Skins festgenommen.
20.00 Uhr: 300 Punks ziehen zum
Raschplatz.
20.30 Uhr Am Weißekreuzplatz
zersplittern Schaufensterscheiben.
In der Kronenstraße demolieren
Chaoten sechs Pkw - 40 Festnahmen.
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