| 175 Punks festgenommen
Von C. MISSLING (Text) und H. FRATZER (Fotos) Der Bahnhof
bebt. Schlachtrufe hallen: "Oi oi, oi!" Angetrunkene jugendliche
mit bunten Bürstenfrisuren Recken die geballten Fäuste.
Es hagelt leere Dosen und Flaschen auf Polizisten. Chaos-Tage
in Hannover! Sie endeten gestern nacht mit einer Schlacht
vorm Sprengel-Gelände.
"Uns kann keiner stoppen". Slogan auf dem schwarzen T-Shirt
eines Grünhaarige Bürgerschrecks. Mit einigen Kumpels
verbrachte er schon die Nacht vorm Bahnhof, zum Frühstück
kreisen die ersten Bierpullen. Der Ernst-August-Platz am Mittag:
Zwischen Flaschen und Dosen lümmelt sich die bunte Meute
rund um das Reiterstandbild: "Dem Landesvater - sein treues
Volk..."
Die Polizei will Eskalationen vermeiden. Bis Randalierer
im Bahnhof Reisende gefährden. Verstärkung kommt.
Polizisten mit Panzerwesten, Schlagstöcken. Sie fackeln
nicht lange: Polizeiketten riegeln Ernst-August-Platz und
Passerelle ab. Kanonenschläge explodieren. Wildes Gerangel
dann winden sich 50 Punker auf dem Boden: Die Beamten schnüren
widerborstigen Krakeelern die Hände mit Plastikfesseln
zusammen.
Bilanz: 175 Punks vorläufig festgenommen. Die 60 Zellen
in der Polizeidirektion reichen kaum. Scheiben gehen zu Bruch,
ein Auto wird demoliert. Sichergestellt: Messer, Ketten Schlagringe.
In der Nacht randalierten noch rund 300 Punks rund ums Sprengel-Gelände.
Sie schleuderten Bierflaschen gegen Hauswände und Fenster,
gröhlten und pöbelten, demolierten Autos. Die Bewohner
der Schaufelder Straße gerieten in Panik, flüchteten
in obere Stockwerke. Die Polizei rückte mit Verstärkung
an. Punks prügelten sich mit den Beamten. Mehrere Polizisten
wurden verletzt.
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