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Ein bundesweites Punktreffen in der Innenstadt hat die Polizei
am Freitag zunächst rigoros mit einem Großeinsatz
unterbrochen, bevor die Krawalle am späten Abend wieder
auflebten. Schon nach wenigen Stunden der sogenannten Chaostage,
die traditionell am ersten Augustwochenende abgehalten werden,
hatten sich die meisten der Teilnehmer betrunken und begannen
vor dem Hauptbahnhof zu randalieren. Sie warfen mit Bierdosen
und Flaschen nach Passanten. Daraufhin überwältigte
eine Hundertschaft etwa 175 Randalierer, die in Haftzellen
kamen.
Schon seit dem Frühjahr wurde in der gesamten Bundesrepublik
bei Konzerten und anderen Veranstaltungen, die von Punks besucht
wurden, für die "Chaostage" in Hannover geworben. Diese
Zusammenkunft, die seit Beginn der 80er Jahre häufig
zu Straßenschlachten mit der Polizei und manchmal auch
Skinheads in der Stadt führte, solle wieder richtig aufleben,
hieß es auf Flugblättern.
Freitag mittag hatten sich schon zahlreiche Teilnehmer eingefunden.
Die meisten versammelten sich an ihrem traditionellen Treffpunkt
unter dem Ernst-August-Denkmal vor dem Hauptbahnhof. In der
Hitze floß Bier in Strömen. Trauben von Schaulustigen
bildeten sich und beobachteten das Treiben.
Zunächst hielt sich die Polizei eher im Hintergrund.
Doch als der Haupteingang des Bahnhofs kaum noch passierbar
war und schließlich Flaschen und Dosen nach den Passanten
geworfen wurden, schritten die Beamten schnell ein. Eine Hundertschaft
rückte an und nahm die Punks in Gewahrsam. Dabei kam
es teilweise zu heftigen Auseinandersetzungen, die vorwiegend
jungen Männer und Frauen wehrten sich gegen ihre Festnahme,
schlugen und traten um sich. Die Beamten griffen teilweise
zu ihren Schlagstöcken und warfen die Randalierer zu
Boden. Mit einem Bus und zahlreichen Mannschaftswagen wurden
die Festgenommen in die Haftzellen gebracht.
Ein Richter ordnete an, daß die Betroffenen zur Verhinderung
erwarteter Straftaten bis Montag früh festgehalten werden
dürfen. Die Polizei will jedoch auswärtige Punks
in Züge setzen und sie bis in ihre Heimatstädte
begleiten. Bei vielen Festgenommenen wurden Messer, Schlagwerkzeuge
und Fahrradketten sichergestellt. Ein Punk erlitt während
des Einsatzes einen Asthmaanfall, Verletzte gab es nicht.
70 Teilnehmern wurden Platzverweise für die Innenstadt
erteilt. Dennoch befanden sich Freitag abend bereits wieder
500 Punks in Hannover, 400 waren in der Nähe des Sprengelgeländes.
Am späten Abend begannen sie auch dort zu randalieren.
Sie warfen Fensterscheiben ein, beschädigten Autos und
drangen in Hausflure ein. Bei Redaktionsschluß waren
viele Punks auf dem Sprengelgelände eingekesselt und
sollten von mehreren hundert Beamten festgenommen werden.
rfi
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