| Hannover: Chaos-Tage endeten im Terror
- 600 Festnahmen
Von K. GEMBOLIS und T. JUNKERSDORF
exp Hannover&emdash; Die Gewalt kam mit Ansage: "Wir werden
Hannover in Schutt und Asche legen" versprachen hunderte Punker
auf Flugblättern, als sie sich zu den jährlichen
Chaos-Tagen trafen. Für die Anwohner in Hannovers Nordstadt
wurde es der reine Terror.
Mit Messern und Ketten bewaffnete Punker brachen in die Häuser
ein, bedrohten die Bewohner und versteckten sich vor der anrückenden
Polizei. Kaum waren die Beamten draußen vorbei, wurden
sie von hinten mit Steinen und Wurfsternen bombardiert.
Möbel brannten, die Lage eskalierte, eine blindwütige
Orgie der Gewalt.
Die vorgesehene Taktik der Polizei »Nicht provozieren
lassen« war keinen Pfennig wert. Ein Augenzeuge: " Die
Punker wollten Gewalt&emdash;mit aller Gewalt."
Umgestürzte und in Brand gesteckte Autos, eingeschlagenen
Fensterscheiben &emdash; und immer wieder ein Hagel von Pflastersteinen
auf die Polizeihundertschaften.
Aus ganz Deutschland waren die Punker gekommen, hatten in
der Nacht zum Samstag die brutalen Krawallen begonnen, die
praktisch bis zum Sonntagvormittag anhielten.
Als sie einen Fotoreporter sahen, machten sie Jagd auf ihn.
"Ich bin um mein Leben gerannt", erzählte J. Thomas.
"Hinter einer Polizeikette glaubte ich mich in Sicherheit.
Doch die brachen da durch. Ich rannte zu meinem Wagen und
gab Gas. Einbahnstraße, rote Ampel &emdash; mir war
alles egal, nur lebend hier rauskommen."
Im letzten Moment verhinderten 120 Polizisten, daß
die Punker in eine Kirche eindrangen, wo gerade eine Messe
stattfand.
Die Bilanz: 600 Festnahmen, rund 20 verletzte Polizisten,
mehrere hunderttausend Mark Sachschaden.
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