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Das wildeste Wochenende des Jahres
Von A. WIE OREK W. KRAMER und A. LINCK
Hannover an diesem Wochenende - die Stadt bebt. Heiß
und voller Gegensatze. 2500 Punker treffen sich zu den Chaos-Tagen.
Die ersten sind schon da. 100 000 Menschen wollen am Maschsee
fröhlich feiern. Heute ist Eröffnung. Die Geschäfte
haben am SSV-Sonnabend bis 16 Uhr geöffnet. Viele Hannoveraner
haben Angst, trauen sich nicht in die Stadt. Geht das gut?
Die Polizei ist optimistisch:
Wir sind gut gerüstet!" In jeder Schicht sind rund 1000
Beamte im Einsatz. Strategie: Zurüc haltend bleiben,
flexibel reagieren, bei Straftaten hort durchgreifen. Mit
einem Flugblatt werden die Punker zum Gespräch aufgefordert.
Gleichzeitig hat die Polizei schon zusätzliche Unterkünfte
für vorläufige Festnahmen vorbereitet. Und bittet
dafür zur Kasse: 80 Mark für Fahrt im Polizeiwagen,
Unterkunft und Verpflegung in der Haftzelle. Wer schon am
Bahnhof randaliert wird sofort nach Hause geschickt.
" Den Maschseewirten ist mulmig, aber sie lassen sich die
Laune nicht verderben. Oliver Risse (27), Betriebsdirektor
im Maritim am Maschsee: "Wachmänner mit Hunden passen
bei uns auf. Aber wir hoffen, daß alles so ruhig bleibt
wie im vorigen Jahr." Holger Metelmann (38), Gastronom in
Loretta's Biergarten: "Wir werden uns nicht verbarrikadieren,
vertrauen der Polizei. Problematisch wird's, wenn die Punks
in Rudeln kommen." Bernd Pachhausen, Mit-Betreiber der "Löwenbastion":
"Letztes Jahr ist auch nichts passiert Scheinbar akzeptieren
die Punks, daß auch hier gefeiert wird."
Die Geschäftsleute rüsten auf. Cornelia Kusch (35)
von der Parfumerie "Douglas": "Wir stellen zwei Wachleute
an den Eingang.
Bei Randale schließen wir sofort Sicherheit geht vor
Umsatz." Ein Juwelier: "Ich lasse alle Rolläden runter."
Linda Rack (47), Geschäftsführerin von Gold-Krämer:
"Eine Wache steht am Rolltor, macht sofort dicht. Hans-Peter
Platz ecker (35 von "Galeria Horten": "Alles hochgespielt,
deshalb bleiben uns die auswärtigen Kunden weg."
Und was sagen die Punks? Fraggle (19, grüne Haare, zerissene
Jeans) ist mit dem Wochenend Ticket aus Stuttgart gekommen
reckt die Faust und sagt: "Wir wollen Spaß, bis uns
die Polizei einkassiert." Sein Kumpel Schof (blauer Hahnenkamm):
"Langweilig ist's zu Hause. Wir wollen was erleben."
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