| Randalierende Punks während der Chaos-Tage
werden von der Polizei zur . Kasse gebeten. Einsatzleiter Uwe
Wiedemann berichtete, die Beamten hätten speziell ein Auge
auf Straftäter, die sofort festgenommen werden und anschließend
eine Rechnung über den angerichteten Schaden bekommen sollen.
Auch diejenigen Teilnehmer der Szeneveranstaltung, die vorübergehend
eingesperrt werden, bekommen dafür Rechnungen präsentiert.
Für die Fahrt mit einem Polizeiwagen zur Haftzelle sowie
Unterbringung und Verpflegung werden etwa 80 Mark veranschlagt.
Ist großer Aufwand nötig, um etwa die Personalien
eines Punks festzustellen, muß auch die Arbeitszeit der
Beamten bezahlt werden. Nach Wiedemanns Angaben bekamen auch
die 1994 in Gewahrsam genommenen Punks Rechnungen: "Sie sind
inzwischen zum größten Teil beglichen."
Zu den Chaos-Tagen erwartet Polizeidirektor Wiedemann rund
2500 Punks aus dem Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland.
Diese Einschätzung beruht auf Meldungen zahlreicher Polizeidienststellen
im In- und Ausland, die bereits im Frühjahr angeschrieben
wurden und ihre Erkenntnisse über die örtlichen
Punk Szenen weitergegeben haben.
Im Gegensatz zu 1994, als die Situation bereits soweit außer
Kontrolle war, daß die Polizei fast alle Punks geschlossen
in Zellen bringen mußte, soll am Wochenende gezielter
und früher gegen Aufrührer und Randalierer vorgegangen
werden. Die Beamten sollen sie aus den Gruppen herausgreifen,
Platzverweise erteilen oder die Täter festnehmen. Punks,
die schon auf der Anfahrt in Zügen Randale machen, werden
beim Verlassen des Zuges festgehalten und später in Polizeibegleitung
mit der Bahn nach Hause gebracht, kündigt der Einsatzleiter
an.
Schon seit einigen Tagen kommen in der Stadt zunehmend Punks
von außerhalb an. Sie bekommen das konsequente Vorgehen
der Polizei bereits zu spüren. Platzverweise am Ernst-August-Denkmal
sind alltäglich. Außerdem erhalten die "Bunthaarigen"
Flugblätter der Polizei, in denen sie erfahren, daß
die Beamten bei Ausschreitungen kein Auge zudrücken.
Das Stadtteil-Zentrum Nordstadt hat zu einem Alkoholboykott
während der . Chaos-Tage aufgefordert. Kiosk- und Ladenbetreiber
sollen den Punks keinen Alkohol verkaufen. rfi
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