Letzte Änderung: November 22 2005 13:28:48. - 625 Seiten archiviert
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"Hannoversche Allgemeine" 2.8.95
Polizei bittet Randalierer zur Kasse
 
Randalierende Punks während der Chaos-Tage werden von der Polizei zur . Kasse gebeten. Einsatzleiter Uwe Wiedemann berichtete, die Beamten hätten speziell ein Auge auf Straftäter, die sofort festgenommen werden und anschließend eine Rechnung über den angerichteten Schaden bekommen sollen. Auch diejenigen Teilnehmer der Szeneveranstaltung, die vorübergehend eingesperrt werden, bekommen dafür Rechnungen präsentiert. Für die Fahrt mit einem Polizeiwagen zur Haftzelle sowie Unterbringung und Verpflegung werden etwa 80 Mark veranschlagt. Ist großer Aufwand nötig, um etwa die Personalien eines Punks festzustellen, muß auch die Arbeitszeit der Beamten bezahlt werden. Nach Wiedemanns Angaben bekamen auch die 1994 in Gewahrsam genommenen Punks Rechnungen: "Sie sind inzwischen zum größten Teil beglichen."

Zu den Chaos-Tagen erwartet Polizeidirektor Wiedemann rund 2500 Punks aus dem Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland. Diese Einschätzung beruht auf Meldungen zahlreicher Polizeidienststellen im In- und Ausland, die bereits im Frühjahr angeschrieben wurden und ihre Erkenntnisse über die örtlichen Punk Szenen weitergegeben haben.

Im Gegensatz zu 1994, als die Situation bereits soweit außer Kontrolle war, daß die Polizei fast alle Punks geschlossen in Zellen bringen mußte, soll am Wochenende gezielter und früher gegen Aufrührer und Randalierer vorgegangen werden. Die Beamten sollen sie aus den Gruppen herausgreifen, Platzverweise erteilen oder die Täter festnehmen. Punks, die schon auf der Anfahrt in Zügen Randale machen, werden beim Verlassen des Zuges festgehalten und später in Polizeibegleitung mit der Bahn nach Hause gebracht, kündigt der Einsatzleiter an.

Schon seit einigen Tagen kommen in der Stadt zunehmend Punks von außerhalb an. Sie bekommen das konsequente Vorgehen der Polizei bereits zu spüren. Platzverweise am Ernst-August-Denkmal sind alltäglich. Außerdem erhalten die "Bunthaarigen" Flugblätter der Polizei, in denen sie erfahren, daß die Beamten bei Ausschreitungen kein Auge zudrücken.

Das Stadtteil-Zentrum Nordstadt hat zu einem Alkoholboykott während der . Chaos-Tage aufgefordert. Kiosk- und Ladenbetreiber sollen den Punks keinen Alkohol verkaufen. rfi

 
 
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