Letzte Änderung: November 22 2005 13:28:49. - 625 Seiten archiviert
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"Neue Presse" 2.8.95
Polizeipräsident hat keine Angst vor Chaos-Punks
 
Mehr als 1000 Beamte im Einsatz

VON ANDREAS KÖRLIN

HANNOVER. "Wir sind sehr gut vorbereitet und stark genug. Hannover wird nicht zum Tummelplatz für Gewalttäter werden", verspricht Polizeipräsident Herbert Sander (61) mit Blick auf die ChaosTage. Aber, so der hannoversche Polizeichef gestern während einer Pressekonferenz in der Behördenzentrale: "Ich kann nicht garantieren, daß jede kleine Sachbeschädigung und Körperverletzung unterbleibt."

Mehr als 1000 Beamte werden während der Chaos-Tage am Wochenende eingesetzt. Sie sollen - verstärkt von Kollegen aus ganz Niedersachsen und Bundesgrenzschutz "größere Ausschreitungen rigoros unterbinden".

Sander: "Wir machen uns keine Sorgen. Allerdings wird der Einsatz durch zahlreiche Veranstaltungen und den langen Sonnabend erschwert." An Gefahrenpunkten, so Einsatzleiter Uwe Wiedemann (51), will die Polizei besonders präsent sein, um Störern "nicht hinterherlaufen zu müssen". Der Polizeidirektor weiter: "Brennpunkte sind Innen- und Nordstadt, Maschseetage und Fährmannsfest." Weiteres Problem: Nach den jüngsten Brandanschlägen von PKK-Terroristen herrsche, so Herbert Sander, ohnehin eine "sehr angespannte Sicherheitslage".

Anreisende Punks - etwa 2500 aus Deutschland und Europa werden erwartet - erhalten von Polizisten am Hauptbahnhof knallrote Flugblätter (siehe Abbildung und Kommentar). Sander: "Wir wollen Sprachlosigkeit überwinden, g miteinander reden."

Gegen Randalierer wollen Beamte mit Platzverweisen, Aufenthaltsverboten, Ingewahrsamnahmen und Festnahmen vorgehen. Für den Fall, daß die vorhandenen 100 Zellen nicht ausreichen, hat die Polizei vorgesorgt. Herbert Sander: "Wir haben zusätzliche Quartiere in der Hinterhand." Auch Decken, Verpflegung und ärztliche Versorgung seien organisiert.

Offizieller Beginn von Chaos-Tagen und Polizeigroßeinsatz ist Freitag mittag. Trotzdem: Zahlreiche Punks sind bereits in der Stadt. Einige Ladendiebstähle und Sachbeschädigungen, begangen, von Punks, wurden der Polizei gemeldet.

Auf Flugblättern, die in der Szene kursieren, rechnen die Verfasser mit 10000 Teilnehmern. Die Fußgängerzone zwischen den Innenstadtgeschäften soll in ein "Punk-Paradies" verwandelt werden. Straftaten werden angekündigt.

 
 
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