| Mehr als 1000 Beamte im Einsatz
VON ANDREAS KÖRLIN
HANNOVER. "Wir sind sehr gut vorbereitet und stark genug.
Hannover wird nicht zum Tummelplatz für Gewalttäter
werden", verspricht Polizeipräsident Herbert Sander (61)
mit Blick auf die ChaosTage. Aber, so der hannoversche Polizeichef
gestern während einer Pressekonferenz in der Behördenzentrale:
"Ich kann nicht garantieren, daß jede kleine Sachbeschädigung
und Körperverletzung unterbleibt."
Mehr als 1000 Beamte werden während der Chaos-Tage am
Wochenende eingesetzt. Sie sollen - verstärkt von Kollegen
aus ganz Niedersachsen und Bundesgrenzschutz "größere
Ausschreitungen rigoros unterbinden".
Sander: "Wir machen uns keine Sorgen. Allerdings wird der
Einsatz durch zahlreiche Veranstaltungen und den langen Sonnabend
erschwert." An Gefahrenpunkten, so Einsatzleiter Uwe Wiedemann
(51), will die Polizei besonders präsent sein, um Störern
"nicht hinterherlaufen zu müssen". Der Polizeidirektor
weiter: "Brennpunkte sind Innen- und Nordstadt, Maschseetage
und Fährmannsfest." Weiteres Problem: Nach den jüngsten
Brandanschlägen von PKK-Terroristen herrsche, so Herbert
Sander, ohnehin eine "sehr angespannte Sicherheitslage".
Anreisende Punks - etwa 2500 aus Deutschland und Europa werden
erwartet - erhalten von Polizisten am Hauptbahnhof knallrote
Flugblätter (siehe Abbildung und Kommentar). Sander:
"Wir wollen Sprachlosigkeit überwinden, g miteinander
reden."
Gegen Randalierer wollen Beamte mit Platzverweisen, Aufenthaltsverboten,
Ingewahrsamnahmen und Festnahmen vorgehen. Für den Fall,
daß die vorhandenen 100 Zellen nicht ausreichen, hat
die Polizei vorgesorgt. Herbert Sander: "Wir haben zusätzliche
Quartiere in der Hinterhand." Auch Decken, Verpflegung und
ärztliche Versorgung seien organisiert.
Offizieller Beginn von Chaos-Tagen und Polizeigroßeinsatz
ist Freitag mittag. Trotzdem: Zahlreiche Punks sind bereits
in der Stadt. Einige Ladendiebstähle und Sachbeschädigungen,
begangen, von Punks, wurden der Polizei gemeldet.
Auf Flugblättern, die in der Szene kursieren, rechnen
die Verfasser mit 10000 Teilnehmern. Die Fußgängerzone
zwischen den Innenstadtgeschäften soll in ein "Punk-Paradies"
verwandelt werden. Straftaten werden angekündigt.
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