Feuerwand auf Schaufelder Straße
Steinhagel gegen Polizisten
Verletzte am Srengel-Gelände
Von C. MISSLING A. WIECZOREK, I U. WEDLER und E. WEDLER
Die Chaos-Tag begannen schon gestern abend. 400 Punks gegen
400 Polizisten. Punker-Schlacht vorm Sprengelgelände.
Es war wie Im Bürgerkrieg.
Das Protokoll der Schlacht In der Schaufelder Straße
19.45 Uhr: Alkoholisierte Chaoten verbarrikadieren alle Eingänge
zum Sprengelgelände mit Schrottautos Holzpaletten Gerümpel.
Feuer lodert vor der Barrikade. Die Polizei rückt an.
Die Punks haben sich Ziegelsteinen bewaffnet.
20.05 Uhr Erste Brocken fliegen
Leuchtraketen werden abgeschossen. Die Nordstädter gucken
ohnmächtig zu wie der Terror eskaliert
21.30 Uhr Punker bauen neue brennende Barrikaden schmeißen
alte Autoreifen Matratzen Benzinbomben ins Feuer. Schieben
Altglascontainer in die Flammen. Die Polizei mit Schutzschilden
rückt in Reihen vor. Die Straße brennt auf 10 Meter
Länge. Eine 5 Meter hohe Flammenwand schießt in
den Himmel. 30 Meter hoch steigt der Rauch verdunkelt die
gesamte Straße.
22 Uhr Das Riesenfeuer greift auf die Häuser über
Anwohner sind eingeschlossen. Feuerwehr rollt unter Polizeischutz
an. Ein Irrer I Steinhagel geht auf die Polizisten runter
glühende Fackeln Holz- | stemme Stahlgeschosse fliegen.
Eine Polizistin bekommt ein Kugel ans Knie. Schwer verletzt
kommt sie ins Krankenhaus. Blanker Haß regiert. I
22.20 Uhr 45 Feuerwehrleute versuchen die Brände zu
löschen. Der ' Teer kocht auf der Straße
22.45 Uhr Polizeidirektor Uwe Wiedemann (46) übernimmt
die Einsatzleitung. Wasserwerfer rollen an
Bilanz kurz vor Mitternacht
Vier verletzte Beamte die Straße ein Trümmerfeld.
Schon am Nachmittag zogen 100 Punks randalierend durch die
Stadt. Die Polizei wirft sie aus der City. 18 kamen in den
Knast. Einer blieb dort. Er wurde per Haftbefehl gesucht.
Die Anwohner:"wir hatten schreckliche Angst!"
Die Mieter In der Schaufelder Straße. Seit Jahren leiden
sie unter Terror und Krawallen am Sprengelgelände. Sie
waren in ihren Häusern gefangen. Stunden der Angst
Rentnerin Anneliese L (73): "Als die Barrikaden brannten
habe Ich sofort die Haustür abgeschlossen. Ich hatte
schreckliche Angst. Die Polizei muß gegen diese Lumpen
härter vorgehen. Leid tun mir die Beamten.
Eine weitere Anwohnerin (wohnt seit 1955 dort): Direkt unter
meinem Fenster brannte die Straße. Es war grauenvoll.
Ich sah nur noch schwarze Rauchwolken. So schlimm wie gestern
war es noch nie!
Eine dritte Mieterin: "Ich fühle mich von den Punkern
bedroht. Das halte ich nicht mehr lange aus! Warum sorgt die
Stadt nicht dafür, daß wir hier in Ruhe wohnen
können."
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