Letzte Änderung: November 22 2005 13:28:50. - 625 Seiten archiviert
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"BILD-Zeitung" 4.8.95
Die Punker-Schlacht
 
Feuerwand auf Schaufelder Straße
Steinhagel gegen Polizisten
Verletzte am Srengel-Gelände

Von C. MISSLING A. WIECZOREK, I U. WEDLER und E. WEDLER

Die Chaos-Tag begannen schon gestern abend. 400 Punks gegen 400 Polizisten. Punker-Schlacht vorm Sprengelgelände. Es war wie Im Bürgerkrieg.

Das Protokoll der Schlacht In der Schaufelder Straße

19.45 Uhr: Alkoholisierte Chaoten verbarrikadieren alle Eingänge zum Sprengelgelände mit Schrottautos Holzpaletten Gerümpel. Feuer lodert vor der Barrikade. Die Polizei rückt an. Die Punks haben sich Ziegelsteinen bewaffnet.

20.05 Uhr Erste Brocken fliegen

Leuchtraketen werden abgeschossen. Die Nordstädter gucken ohnmächtig zu wie der Terror eskaliert

21.30 Uhr Punker bauen neue brennende Barrikaden schmeißen alte Autoreifen Matratzen Benzinbomben ins Feuer. Schieben Altglascontainer in die Flammen. Die Polizei mit Schutzschilden rückt in Reihen vor. Die Straße brennt auf 10 Meter Länge. Eine 5 Meter hohe Flammenwand schießt in den Himmel. 30 Meter hoch steigt der Rauch verdunkelt die gesamte Straße.

22 Uhr Das Riesenfeuer greift auf die Häuser über Anwohner sind eingeschlossen. Feuerwehr rollt unter Polizeischutz an. Ein Irrer I Steinhagel geht auf die Polizisten runter glühende Fackeln Holz- | stemme Stahlgeschosse fliegen. Eine Polizistin bekommt ein Kugel ans Knie. Schwer verletzt kommt sie ins Krankenhaus. Blanker Haß regiert. I

22.20 Uhr 45 Feuerwehrleute versuchen die Brände zu löschen. Der ' Teer kocht auf der Straße

22.45 Uhr Polizeidirektor Uwe Wiedemann (46) übernimmt die Einsatzleitung. Wasserwerfer rollen an

Bilanz kurz vor Mitternacht

Vier verletzte Beamte die Straße ein Trümmerfeld.

Schon am Nachmittag zogen 100 Punks randalierend durch die Stadt. Die Polizei wirft sie aus der City. 18 kamen in den Knast. Einer blieb dort. Er wurde per Haftbefehl gesucht.

Die Anwohner:"wir hatten schreckliche Angst!"

Die Mieter In der Schaufelder Straße. Seit Jahren leiden sie unter Terror und Krawallen am Sprengelgelände. Sie waren in ihren Häusern gefangen. Stunden der Angst

Rentnerin Anneliese L (73): "Als die Barrikaden brannten habe Ich sofort die Haustür abgeschlossen. Ich hatte schreckliche Angst. Die Polizei muß gegen diese Lumpen härter vorgehen. Leid tun mir die Beamten.

Eine weitere Anwohnerin (wohnt seit 1955 dort): Direkt unter meinem Fenster brannte die Straße. Es war grauenvoll. Ich sah nur noch schwarze Rauchwolken. So schlimm wie gestern war es noch nie!

Eine dritte Mieterin: "Ich fühle mich von den Punkern bedroht. Das halte ich nicht mehr lange aus! Warum sorgt die Stadt nicht dafür, daß wir hier in Ruhe wohnen können."

 
 
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