| 400 Randalierer liefern sich Straßenschlacht
mit der Polizei / Feuerwehrmänner und Beamte verletzt
Rund 400 Punks haben Sich gestern abend am Sprengelgelände
eine Straßenschlacht mit zwei Hundertschaften der Polizei
geliefert. Sie schleuderten Steine, Flaschen, Zaunlatten und
Möbelstücke gegen die Beamten und errichteten mehrere
meterhohe, brennende Barrikaden aus Holz und Glascontainern
auf der gesamten Schaufelder Straße und am Rande des
Sprengelgeländes. Das Feuer drohte am Späten Abend
auf die Häuser überzugreifen. und die Feuerwehr
konnte den Brand gegen 22 Uhr nur unter starkem Polizeischutz
löschen. Schon den ganzen Tag über hatten sich Punks
wegen der für heute angekündigten Chaos-Tage versammelt.
Die Punks warfen Böller und schossen mit Schreckschußpistolen,
als Beamte in Schutzanzügen mit Helmen und Schildern
Menschenketten bildeten und versuchten, sie abzudrängen.
Polizisten wurden verletzt und mehrere Randalierer festgenommen.
Die Einsatzkräfte konnten von der Schaufelder Straße
aus am Abend das Sprengelgelände nicht mehr erreichen,
weil die Barrikaden am Rande des Gebietes 711 hoch waren Die
Feuerwehrleute mußten auf der Straße kniend löschen
und waren dabei von Polizisten mit Schutzschilden umringt.
Dennoch wurden einige der Männer von Wurfgeschossen der
Randalierer verletzt.
Die Straßenschlacht zog sich über Stunden hin
und hat bereits am Vortag der angekündigten Randale die
bisher schlimmsten Chaostage in den Jahren 1989 und 1994 bei
weitem überschritten. Dabei hatte es am Donnerstag vormittag
zunächst noch so ausgesehen, als würde der Tag ruhig
verlaufen. Überall, wo in der Stadt Punks auftauchten,
wurden sie von Polizisten begleitet. Etwa 300 bis 400 Punks
waren schon im Vorfeld der Chaos-Tage angereist. Die "Bunthaarigen"
versammelten sich vorwiegend in kleineren Gruppen an unterschiedlichen
Orten im Stadtbereich Besonders am Hauptbahnhof wurde kräftig
Alkohol getrunken. Nach Auskunft eines Sprechers der Polizei
bettelten die Betrunkenen Passanten an und pöbelten herum.
Da sie dadurch eine Gefahr für die öffentliche
Ordnung darstellten, machten die Beamten von ihrem Recht Gebrauch,
den Betroffenen Platzverweise zu erteilen. Rund 140 junge
Leute durften die Innenstadt innerhalb des Cityrings nicht
mehr betreten. 60 weitere, die Straftaten begangen hatten,
kamen kurz in Gewahrsam und bekamen danach Aufenthaltsverbote
für die Stadt bis Montag.
Am Nachmittag: und Abend zogen Punks außerhalb der
für sie verbotenen Gebietes in Grüppchen durch die
Stadt, stets begleitet von Aufgeboten uniformierter Polizisten.
Schließlich gingen etwa 80 junge Leute auf das Sprengelgelande
und errichteten eine Barrikade zur Schaufelder Straße.
Die Bewohner des Geländes distanzierten sich von ihnen.
Durch eine mit einer Schleuder abgefeuerte Schraube wurde
ein Polizist leicht verletzt. Im Laufe des Tages jedoch kamen
immer mehr Jugendliche und versammelten sich am Sprengelgelande
in der Nordstadt. Mit der steigenden Zahl der Punks kamen
immer mehr Beamte zum Einsatzort. Die Gruppe rottete sich
zusammen, beschimpfte die Polizisten, und die Situation eskalierte
Nach den Löscharbeiten der Feuerwehr zogen die Polizisten
sich zurück, um die Stimmung nicht weiter aufzuheizen
Gegen 23 Uhr entspannte sich die Lage Die Punks lösten
sich in kleine Gruppen auf und zogen in unterschiedliche Stadtteile
davon. Die Einsatzleitung forderte Wasserwerfer in Bereitschaft
an, um auf weitere Ausschreitungen in der Nacht vorbereitet
zu sein. rfi/sc
|