Letzte Änderung: November 22 2005 13:28:59. - 625 Seiten archiviert
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BILD-Zeitung" 8.8.95
Punkerterror, der Tag danach
 
MP Schröder: Chaoten kriegen das Fell voll!

Von WILHELM KRAMER

Nach den Punker-Krawallen in Hannover (1 200 Festnahmen, 180 verletzte Polizisten) kamen gestern von überall heftige Reaktionen.

· MP Gerhard Schröder (SPD): "Wer künftig bei uns Chaos veranstalten will, muß sich nicht wundern, wenn er das Fell versohlt kriegt."

· Unionspolitiker schießen sich unterdessen auf die Landesregierung und deren Chef Schröder ein. Kanzleramtsminister Friedrich Bohl (CDU) zu BILD: "Die politischen Verantwortungsträger für diese verheerende Situation müssen deutlich beim Namen genannt werden: Die Landesregierung Niedersachsen und Ministerpräsident Schröder."

Besonders "befremdlich" sei, daß Schröder, "der sonst das Weltgeschehen unverdrossen kommentiert, seit Tagen weggetaucht ist. So stellt man sich einen entscheidungsfreudigen Kanzlerkandidaten nun wirklich nicht vor".

International gesehen seien die "Chaostage" für die EXPO 2000 eine "schwere Belastung". Bundesinnenminister Kanther: "Die Innenpolitik einiger SPD-regierter Länder ist ein Sicherheitsrisiko."

· Gestern die Rechtfertigungspressekonferenz von Innenminister Gerhard Glogowski und der Polizeiführung. Wer hat Schuld an dem Debakel? Keiner will's gewesen sein. Glogowski verteidigt den Polizeieinsatz: "immerhin ist es gelungen, City und Maschseefest von Punkern frei zu halten."

Warum war der Minister nicht vor Ort? "Das hätte zur Eskalation beigetragen."

· Auch Polizeipräsident Herbert Sander weist alle Schuld von sich, verteidigt sein Führungschaos an den Chaostagen. Rücktritt, Herr Sander? "Daran denke ich nicht!"

Das Schlachtfeld wird aufgeräumt

Von AXEL

WlECZOREK

In der Nordstadt wurde gestern der Müll der Chaoten weggeräumt.

Der geplünderte "Penny-Markt" Die Gänge voll mit Lebensmitteln. Arbeiter schaufeln den Weg frei. Nur Mineralwasserflaschen stehen noch im Regal - die Chaoten bevorzugten Schnaps!

Aufgebrochene Kartons mit Säften und Konserven landen im Container auf der Straße. Die Punks vom Sprengel-Gelände bedienen sich dort weiter.

Das Sprengel-Gelände. Die Barrikaden sind geräumt. Nur noch ausgebrannte Wohnwagen erinnern an die Straßenkampf. Vor dem Eingang sitzt eine Punker-Gruppe. Einer sagt: "Die Chaostage waren eine geile Party. Der Polizei haben wir ordentlich Beine gemacht."

Die Anwohner der Nordstadt sind immer noch geschockt. Ein Hausbesitzer: "Wir gründen eine Interessengemeinschaft gegen die Sprengel-Bewohner."

Ziel: Abriß!

 
 
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