| MP Schröder: Chaoten kriegen das
Fell voll!
Von WILHELM KRAMER
Nach den Punker-Krawallen in Hannover (1 200 Festnahmen,
180 verletzte Polizisten) kamen gestern von überall heftige
Reaktionen.
· MP Gerhard Schröder (SPD): "Wer künftig
bei uns Chaos veranstalten will, muß sich nicht wundern,
wenn er das Fell versohlt kriegt."
· Unionspolitiker schießen sich unterdessen auf
die Landesregierung und deren Chef Schröder ein. Kanzleramtsminister
Friedrich Bohl (CDU) zu BILD: "Die politischen Verantwortungsträger
für diese verheerende Situation müssen deutlich
beim Namen genannt werden: Die Landesregierung Niedersachsen
und Ministerpräsident Schröder."
Besonders "befremdlich" sei, daß Schröder, "der
sonst das Weltgeschehen unverdrossen kommentiert, seit Tagen
weggetaucht ist. So stellt man sich einen entscheidungsfreudigen
Kanzlerkandidaten nun wirklich nicht vor".
International gesehen seien die "Chaostage" für die
EXPO 2000 eine "schwere Belastung". Bundesinnenminister Kanther:
"Die Innenpolitik einiger SPD-regierter Länder ist ein
Sicherheitsrisiko."
· Gestern die Rechtfertigungspressekonferenz von Innenminister
Gerhard Glogowski und der Polizeiführung. Wer hat Schuld
an dem Debakel? Keiner will's gewesen sein. Glogowski verteidigt
den Polizeieinsatz: "immerhin ist es gelungen, City und Maschseefest
von Punkern frei zu halten."
Warum war der Minister nicht vor Ort? "Das hätte zur
Eskalation beigetragen."
· Auch Polizeipräsident Herbert Sander weist alle
Schuld von sich, verteidigt sein Führungschaos an den
Chaostagen. Rücktritt, Herr Sander? "Daran denke ich
nicht!"
Das Schlachtfeld wird aufgeräumt
Von AXEL
WlECZOREK
In der Nordstadt wurde gestern der Müll der Chaoten
weggeräumt.
Der geplünderte "Penny-Markt" Die Gänge voll mit
Lebensmitteln. Arbeiter schaufeln den Weg frei. Nur Mineralwasserflaschen
stehen noch im Regal - die Chaoten bevorzugten Schnaps!
Aufgebrochene Kartons mit Säften und Konserven landen
im Container auf der Straße. Die Punks vom Sprengel-Gelände
bedienen sich dort weiter.
Das Sprengel-Gelände. Die Barrikaden sind geräumt.
Nur noch ausgebrannte Wohnwagen erinnern an die Straßenkampf.
Vor dem Eingang sitzt eine Punker-Gruppe. Einer sagt: "Die
Chaostage waren eine geile Party. Der Polizei haben wir ordentlich
Beine gemacht."
Die Anwohner der Nordstadt sind immer noch geschockt. Ein
Hausbesitzer: "Wir gründen eine Interessengemeinschaft
gegen die Sprengel-Bewohner."
Ziel: Abriß!
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