Letzte Änderung: November 22 2005 13:29:13. - 625 Seiten archiviert
HomeArchivPresse1995Artikel
 
Das Goldene Blatt" 8/95
Die blutige Schlacht der Punks
 
Sind wir wirklich machtlos gegen diese Verbrecher?

Szenen der Angst und der Zerstörung: Über 2500 Punks verwüsteten Hannover. Sie zündeten Autos an, schossen mit Stahlkugeln, plünderten Geschäfte. Bilanz der unfaßbaren Gewalt-Orgie: rund 500 Verletzte, fast 15 Millionen Mark Sachschaden

Wir wollen brutal, gemein, haßerfüllt und rücksichtslos sein", kündigten sie an. Schon lange vorher hatten die Punks mit solchen gewalttätigen Parolen zu den "Internationalen Chaos-Tagen" in Hannover aufgerufen.

Trotz böser Erfahrungen aus den vergangenen Jahren (schon 1994 gab's schwere Krawalle) versuchte es die Polizei auf die sanfte Tour: "Wir hoffen, daß Sie sich in unserer Stadt wohl fühlen und friedlich verhalten", hieß es auf einem Flugblatt. Eine fatale Fehleinschätzung der Verantwortlichen. Das erwartete Fest der jugendlichen Chaoten aus ganz Europa entwickelte sich schnell zur blutigen Straßenschlacht.

Unbegreiflicher weise sahen Polizeiführung und Politiker seelenruhig zu, setzten weiter auf Friedensgespräche. "Nur weil ein Chaot bunte Haare hat, kann man ihn nicht gleich festnehmen", meinte Niedersachsens Innenminister Gerhard Glogowski. Der SPD-Politiker sollte mal im Duden nachlesen, da steht unter Chaos: "Auflösung aller Ordnung."

Und genau das geschah in Hannover. Bürgerkrieg mitten in Deutschland. Drei Tage des Terrors, bedingungslose Gewaltbereitschaft der betrunkenen Jugendlichen. Als die 3000 Polizisten endlich gegen die Randalierer vorgingen, war's viel zu spät. Überall brennende Barrikaden, Hannovers Nordstadt glich einer Festung. Ein Hagel aus Pflastersteinen, Molotow-Cocktails und Metallgeschossen ging auf die Beamten nieder. Die Chaoten nahmen gröhlend den Tod von Menschen in Kauf. "'ne geile Party", triumphierten die Punks. Wer sind sie?

Alles begann Ende der 70er Jahre in England mit dem Punkrock der Band "The Sex Pistols". Mit der Musik entwickelte sich die Jugend-Bewegung. Links, anarchistisch, provokant: Punk (Müll) wird zur Lebensform vieler Jugendlicher, die mit Sicherheitsnadeln im Ohr, bunten Irokesen-Frisuren, zerfetzten Kleidern schocken. Motto: "NO FUTURE" (keine Zukunft). Eine Null-Bock-Generation auf unsere Kosten. Bei uns gibt's etwa 40 000 Punks, sie stammen oft aus gutbürgerlichen Familien. Heute Hannover, morgen Stuttgart? Sind wir machtlos gegen diese Verbrecher? Nein, mit allen Mitteln unseres Rechtsstaates muß dieser Terror konsequent gestoppt werden. Die politisch Verantwortlichen müssen aufwachen. Ein zweites Hannover darf es nicht geben! Peter Hain

 
 
  Headline
xxx
-kn-
 
 
   
 
 
 
Home | Aktuell | Archiv | Diskussion | Downloads | Kontakt

 

WWW.CHAOS-TAGE.DE - das Internet-Archiv zum Thema
Für Inhalt, Gestaltung und Programmierung verantwortlich: Karl Nagel, Schleswiger Str. 2, 22761 Hamburg
 
Bilder des Chaos!
KOT
Bilder des Chaos!