| Sind wir wirklich machtlos gegen diese
Verbrecher?
Szenen der Angst und der Zerstörung: Über 2500
Punks verwüsteten Hannover. Sie zündeten Autos an,
schossen mit Stahlkugeln, plünderten Geschäfte.
Bilanz der unfaßbaren Gewalt-Orgie: rund 500 Verletzte,
fast 15 Millionen Mark Sachschaden
Wir wollen brutal, gemein, haßerfüllt und rücksichtslos
sein", kündigten sie an. Schon lange vorher hatten die
Punks mit solchen gewalttätigen Parolen zu den "Internationalen
Chaos-Tagen" in Hannover aufgerufen.
Trotz böser Erfahrungen aus den vergangenen Jahren (schon
1994 gab's schwere Krawalle) versuchte es die Polizei auf
die sanfte Tour: "Wir hoffen, daß Sie sich in unserer
Stadt wohl fühlen und friedlich verhalten", hieß
es auf einem Flugblatt. Eine fatale Fehleinschätzung
der Verantwortlichen. Das erwartete Fest der jugendlichen
Chaoten aus ganz Europa entwickelte sich schnell zur blutigen
Straßenschlacht.
Unbegreiflicher weise sahen Polizeiführung und Politiker
seelenruhig zu, setzten weiter auf Friedensgespräche.
"Nur weil ein Chaot bunte Haare hat, kann man ihn nicht gleich
festnehmen", meinte Niedersachsens Innenminister Gerhard Glogowski.
Der SPD-Politiker sollte mal im Duden nachlesen, da steht
unter Chaos: "Auflösung aller Ordnung."
Und genau das geschah in Hannover. Bürgerkrieg mitten
in Deutschland. Drei Tage des Terrors, bedingungslose Gewaltbereitschaft
der betrunkenen Jugendlichen. Als die 3000 Polizisten endlich
gegen die Randalierer vorgingen, war's viel zu spät.
Überall brennende Barrikaden, Hannovers Nordstadt glich
einer Festung. Ein Hagel aus Pflastersteinen, Molotow-Cocktails
und Metallgeschossen ging auf die Beamten nieder. Die Chaoten
nahmen gröhlend den Tod von Menschen in Kauf. "'ne geile
Party", triumphierten die Punks. Wer sind sie?
Alles begann Ende der 70er Jahre in England mit dem Punkrock
der Band "The Sex Pistols". Mit der Musik entwickelte sich
die Jugend-Bewegung. Links, anarchistisch, provokant: Punk
(Müll) wird zur Lebensform vieler Jugendlicher, die mit
Sicherheitsnadeln im Ohr, bunten Irokesen-Frisuren, zerfetzten
Kleidern schocken. Motto: "NO FUTURE" (keine Zukunft). Eine
Null-Bock-Generation auf unsere Kosten. Bei uns gibt's etwa
40 000 Punks, sie stammen oft aus gutbürgerlichen Familien.
Heute Hannover, morgen Stuttgart? Sind wir machtlos gegen
diese Verbrecher? Nein, mit allen Mitteln unseres Rechtsstaates
muß dieser Terror konsequent gestoppt werden. Die politisch
Verantwortlichen müssen aufwachen. Ein zweites Hannover
darf es nicht geben! Peter Hain
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