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"BILD-Zeitung" 04.05.2000

Terror und Gewalt in Hamburg
Sie fixen, sie dealen - und rufen zur Gewalt auf!

 

Du warnst Autofahrer vor einer Radarfalle - und hast die Polizei am Hals!

Du stellst als Gastwirt Tische vor die Kneipe - und hast die polizei am Hals!

Du grillst auf dem Balkon, feierst eine Sommer-Party - und hast die Polizei am Hals!

Chaoten hängen Terror-Banner an ihre Burg ("Stört die öffentliche Ordnung, wo Ihr sie trefft!"). Eine Aufforderung zur Gewalt!

Wo verdammt ist hier die Polizei?

Herr Bürgermeister, Herr Senator - reißen Sie es ab, ersparen Sie Hamburg diese Provokation!

Rote Flora - ein BILD-Reporter in Hamburgs Drogennest

Die rote Flora - Treffpunkt der linken Chaoten, Schaltzentrale der Krawalle. Und Hamburgs Drogen-Burg.

Ein BILD-Reporter war drin.

Ein BILD-Reporter war gestern mehrere Stunden lang in der "Roten Flora". Er sah, wie ganz offen Drogen verkauft wurden. Er sah das Elend der Süchtigen. Er sah den Dreck, der sich in den Ecken stapelte. Er hörte, wie sich Chaoten über die Hilflosigkeit des Staates lustig machten. Er hörte wie sie mit ihren Terrorerfolgen prahlten.

Ein Sandweg führt zum Hinterhof, zu einer grünen Gartenpforte. Der Reporter öffnet die Pforte und geht sieben Stufen hinauf. Und landet in einem ekelerregenden Bretterverschlag.

Der winzige Hof ist direkt angebaut an die Rückseite der Roten Flora. Eingezäunt mit verrosteten Stahlbalken, moderigen Brettern und ein paar Gitterzäunen.

Im Hof sitzen vier Chaoten. Sie sehen verwahrlost aus, trinken "Johnny Walker Red Label" aus der Flasche. Einer der Männer kommt zum Zaun, streckt seine Hände durchs Gitter. "Was willst Du hier?", fragt er. Sein Gesicht ist eingefallen und verknöchert. Seine Haare aschfahl. Auf die Finger seiner rechten Hand hat er sich die Buchstaben H-A-S-S tätowiert.

Ein BILD-Reporter zeigt ihm ein kommunistisches Flugblatt, die Eintrittskarte in die Welt der Gewalt. Der Mann öffnet den Zaun. "Wenn de kein Bulle bist, kannste reinkommen", sagt er. "Bullen mischen wir auf. Weißte ja."

Der sandige Boden ist übersät mit Scherben, Dosen, Spritzen. In den Ecken Urinpfützen. Die Mittagssonne fällt genau in den Hof. Eine beißende Wolke aus Haschisch und Hundekot.

Einer der vier Chaoten an dem Plastiktuch trägt einen schwarzen, halblangen Wollmantel mit hohem Kragen. Auf seiner Schulter kauert eine weiße Ratte. Gelegentlich kriecht sie in seinen Kragen.

Ein Jugendlicher tritt an den Zaun. Er ist vielleicht 16 oder 17, blond, ordentlich gekleidet. Er passt nicht in diese verkommene Welt.

"Was brauchst Du?", fragt der Mann mit der Ratte. "Schwarzen, 10 Gramm", sagt der Junge.

Aus einer Plastiktüte nimmt der Chaos ein kleines Päckchen, reicht es durch den Zaun. Der Junge zieht ein Bündel Zehn-Mark-Scheine aus der Tasche, gibt es dem Dealer und verschwindet.

Drogenhandel mitten im Hamburg. Der Dealer schaut zufrieden auf das Geld und nimmt einen Schluck Whiskey.

Dann betritt ein aufgedunsener Mann den Hof. Er trägt nur Jeansweste und Boxershorts. Auf seinen Armen Beulen von Fixerspritzen.

Er setzt sich auf den Stuhl neben dem BILD-Reporter und zieht ein Stilett-Messer aus der Brusttasche. Er beginnt, die Beulen an seinem Arm aufzuschneiden.

"Laß den Scheiß, Kulle", sagt der Chaot mit der HASS-Tätowierung. "Halt die Fresse", sagt Kulle und zieht gierig an seiner Zigarette.

Der Reporter verläßt den Verschlag, diesen Sumpf, in dem Drogen und Gewalt zu Hause sind...

 

 
  Die bunte Welt der Journaille
Ich gebe zu, es hat mir immer verdammt viel Spaß gemacht, an und um die Chaos-Tage herum einen Stapel Zeitungen zu kaufen.
Es ist aber auch wirklich faszinierend, welch bunte, gruselige und total verschiedenartige Geschichten sich sogenannte "Journalisten" einfallen lassen, um ihre Artikel verkaufen zu können. Da fließt das Blut dann literweise aus der Zeitung - und das nicht nur bei BILD!
Dank meiner Sammelleidenschaft kommen nun auch Sie, liebe Leser, zu den Genuß dieser unterhaltsamen Lektüre.
-kn-
 
 
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