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Das andauernde Regenwetter in Süddeutschland hat in Karlsruhe einigen Leuten die Stimmung versaut: Radikale Punks wollten auf dem legendären »Fest« herausfinden, wie man in einer Menschenmenge unauffällig untertaucht.
»Damit konnte niemand rechnen«, mault Eric, ein 24jähriger »Straßenpunk«, der zwar nicht aus Karlsruhe kommt, aber öfters in der Fächerstadt zu Besuch ist. »Bisher war beim Fest jedesmal ein Superwetter, und wir konnten uns mit Schnorren und Flaschenpfandsammeln ein gutes Leben gönnen. Dreck!«
Wobei diesmal das Schnorren und das Sammeln von Pfandflaschen nicht alles gewesen wären. »Wir wollten hier in Karlsruhe für Hannover üben«, erzählt Eric. »Beim Fest kommen normalerweise über hunderttausende, um irgendwelche Scheißbands zu gucken. Das ist wie Expo, nur eben mit Musik.« Diesmal waren Bands wie die Kölschrocker Bap, die ehemaligen Underground-Stars Chumbawamba und vor allem die Kreuzüber-Kapelle Such A Surge angesagt; das alles natürlich bei freiem Eintritt und schlechtem Bier.
Vor Jahren gab es schon einmal einen Chaostag parallel zum Fest - damals trafen sich schon Dutzende von Punks und legten Teile des Festgeländes in Schutt und Asche, unbeachtet von der Polizei, die nicht damit zurechtkam, daß die Punks ständig zwischen den Festbesuchern untertauchten. »Das wollten wir diesmal wiederholen«, so Eric. »Das wäre doch klasse gewesen - und wir hätten für Hannover üben können. Dort wollen wir dasselbe machen.«
Der Dauerregen sorgt dafür, daß nur einige tausend Besucher und nur wenige Punks auf dem Fest erwartet werden. Trotzdem versucht sich Eric in guter Stimmung: »Wir weichen eben in den Schloßgarten aus. Dort ist eine Tankstelle in der Nähe, bei der wir billiges Bier kaufen können. Und dann üben wir eben im Schloßgarten und im angrenzenden Wald, wie man Steine schmeißt und Barrikaden baut.«
Klaus N. Frick, Kalsruhe
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