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Immer wenn in Hannover Chaos-Tage toben, ist zeitgleich in Bremen ebenfalls der Bär los. Es ist ein regelrechter Konkurrenzkampf der beiden Chaos-Metropolen. Zumal der kulturelle Austausch zwischen Bremen und Hannover eh nicht der beste ist...
Allerdings gibt es Unterschiede in der Beschaffenheit den Gebiete. In Hannover finden die Chaos-Tage am Bahnhof, in der Innenstadt oder in der Nordstadt statt. In Bremen kann man fest davon ausgehen, daß sich die Chaoten in der Partymeile Steintorviertel an der Siellwallkreuzung sammeln.
Einem Ort, wo immer viel los ist. Dadurch sind die Bremer Chaos-Tage nicht so isoliert wie die in Hannoverer Festspiele.
So sah man bei dem Feuer,das letztjährig nach dem sogenanten "Viertelfest" entfacht wurde, vielfach Hippies, und Normalos mit am Werk.
Auch ist das Klima in Bremen zwischen den Punks und der Autonomen Szene nicht so frostig. Während die Punks in Hannover von der linksradikalen Szene verächtlich außen vor gelassen werden, geben sich die Chaoten mit den Autonomen in Bremen förmlich den Molli in die Hand.
Sogar Funktionäre aus dem Vorstand der Bremer Grünen wie Dr. Jörg Hutter (Professor an der Universität Bremen) treiben sich häufig in der Szene herum und halfen Punks bei gerichtlichen Schwierigkeiten mit der Polizei.
In Bremen sind die Chaos-Tage somit besser verankert und unterstützt, sie werden von einem viel breiteren Bevölkerungsanteil mitgetragen.
Auch wenn Hannover das primäre Ziel der Chaoten sein mag -nach Bremen verirren sich immer einige Hundert, die nicht nach Hannover durchgedrungen sind.
Abgesehen davon sind die Preise für eine Zugreise nach Hannover unerschwinglich für viele Sozialhifeemfänger. Und auch durch die Polizei werden wohl wieder auf die clevere Idee verfallen, die Chaoten zurück in einen Zug Richtung Hansestadt zu stecken.
Somit ist anzunehmen, das auch dieses jahr wieder Wetten abgeschlossen werden dürfen, welche der beiden Städte das Rennen macht...
Manuel L. Homeyer, Bremen
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