Letzte Änderung: November 22 2005 13:32:18. - 625 Seiten archiviert
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Antworten auf alle aktuellen Fragen zum Thema Chaos-Tage
 

Wann sind in diesem Jahr Chaos-Tage?

Die Chaos-Tage 2000 sind wie schon in früheren Jahren für das erste Augustwochenende (4.-6.8.) angekündigt. Bereits seit 1994 existieren dafür Aufrufe. Zwei Jahre später wurden dann die Chaos-Tage 1997-99 abgesagt, ebenso aber auch für 2000 eine Verlängerung des Spektakels auf vier Wochen. Das "Vorspiel" der Chaos-Tage soll so bereits am 10. Juli beginnen.
Auf weiteren aktuellen Aufrufen werden die Chaos-Tage 2000 auch als die "letzten Chaos-Tage" bezeichnet.

Wieso finden überhaupt Chaos-Tage statt?

Die Chaos-Tage entstanden 1982 als Reaktion auf eine von der Polizei geführte "Punker-Kartei". Seitdem hat es insgesamt siebenmal Chaos-Tage gegeben. Über die Jahre haben sich die Chaos-Tage mehr und mehr zu einer "sportiven Auseinandersetzung" darüber entwickelt, ob es der Polizei gelingt, das Treffen zu verhindern. Das ist ihr aber bisher noch nie gelungen. Selbst bei dem zweiwöchigen Polizeieinsatz von 1996, der 36 Millionen Mark kostete und bei dem Hannover in eine völlig abgeriegelte Polizeifestung verwandelt wurde, blieben die Punks Punktsieger. Sie verlegten Ihr Treffen einfach kurzfristig nach Bremen.

Wie viele Leute werden zu den Chaos-Tagen erwartet?

Es ist unmöglich, eine exakte Einschätzung zu geben, da die Chaos-Tage keine zentrale Organisation und keine Ansprechpartner kennen. Auf jeden Falls hat sich die Zahl der Chaos-Tage-Teilnehmer in früheren Jahren immer von Mal zu Mal gesteigert: 1994 - 800; 1995 - 2000; 1996 - 3000.

Wer kommt zu den Chaos-Tagen?

Ursprünglich sind Chaos-Tage ein Punk-Treffen, aber im Laufe der Jahre haben sich mehr und mehr andere Gruppen beteiligt, Skinheads und Hooligans (aber nicht die vom rechten Rand...), Polit-Rocker und - Chaoten, aber auch Streetgangs und andere abenteuerhungrige Jugendliche.
Für dieses Jahr existiert neben Aufrufen aus der Punk-Szene auch ein Hooligan-Flugblatt, das ankündigt, bei einem EM-Einreiseverbot eine "dritte Halbzeit" in Hannover feiern zu wollen.

Soll bei Chaos-Tagen Hannover "in Schutt und Asche" gelegt werden?

Dies ist eine von Polizei und Medien 1994 erfundene Legende, die aber nie belegt werden konnte. In den Jahren darauf gab es aber Hunderte von Flugblättern, die satirisch auf die Medienhysterie eingingen und "Giftgasangriffe", "Atombomben" und "Vergewaltigung von Polizistinnen" ankündigten.
Klar ist aber auch, daß alle Versuche der Polizei, Chaos-Tage gewaltsam zu beenden, zu den durch die Medien sattsam bekannten Auseinandersetzungen geführt haben.
Ob es in diesem Jahr in Hannover wieder zu Krawallen kommt, ist nicht abzusehen.

Was plant die Polizei dagegen?

Die Polizei will auf "bewährte Weise" gegen die Chaos-Tage vorgehen und verweist in diesem Zusammenhang auf 1997-99, wo sie die Chaos-Tage "erfolgreich verhindert" haben will. Allerdings waren für diese Jahre überhaupt keine Chaos-Tage angekündigt, so daß dies ein eher fragwürdiger Erfolg ist.

Sind Chaos-Tage verboten und der Aufruf dazu kriminell?

Da Chaos-Tage keine angemeldete Versammlung sind, können sie auch nicht auf dem üblichen Wege verboten werden. Die Polizei hat sich aber 1996 dazu eine Sonderregelung einfallen lassen, die sie möglicherweise auch in diesem Jahr einsetzt.
Aufrufe zu Chaos-Tagen sind deshalb zur Zeit nicht rechtswidrig, so lange dabei nicht zu Straftaten aufgerufen wird.

Wird Hannover zu den Chaos-Tagen von der Polizei dichtgemacht?

Auch dies ist z.Zt. nicht abzusehen. Eine Abschottung Hannovers wird aber nicht leicht zu realisieren sein. In der Punk-Szene kursieren zudem Flyer, die zum Kauf von EXPO-Eintrittskarten aufrufen, die auch als "Chaos-Tage-Eintrittskarten" bezeichnet werden. Es dürfte der Polizei so kaum möglich sein, bunte EXPO-Besucher am einer Reise nach Hannover zu hindern, zumal sich die EXPO-Macher ja gerade darum bemühen, mit einem angeblich subkulturellen Kulturprogramm sich ein etwas "flippiges" Image zuzulegen.
Den Punks, den es trotzdem nicht gelingt, nach Hannover zu gelangen, wird auf Flyern ansonsten wieder empfohlen, einfach nach Bremen und andere nordeutsche Städte auszuweichen.


Ist die EXPO 2000 durch die Chaos-Tage bedroht?

Möglicherweise. Falls die Polizei wie schon 1996 Hannover in eine waffenstarrende Polizeifestung verwandelt, die alles und jeden kontrolliert, so wird das Image der Weltausstellung auf jeden Fall leiden. Auch das Herausfiltern von "verdächtigen" EXPO-Besuchern Hannovers wird auf jeden Fall nicht reibungslos vonstatten gehen, weil die mit derart individuell zu treffenden Entscheidungen beauftragten Beamten dabei völlig überfordert sind. Kommt es gar zu häßlichen Szenen oder Krawallen, dürfte der ohnehin mäßige Besucherstrom zur EXPO weiter abebben und so der Weltausstellung weitere Verluste bescheren.

Was haben die Chaos-Tage mit den Anti-EXPO-Aktionen zu tun?

Zunächst einmal gar nichts. Beides ist völlig unabhängig voneinander entstanden. In der Praxis aber sind Chaos-Tage ein ebenso wirksames Mittel zur Beschädigung der Weltausstellung wie die Anti-EXPO-Aktionen.

Werden auf dieser Website die Chaos-Tage organisiert?

Nein. Die Aufgabe dieser Website ist lediglich, alle Ereignisse, Texte und Entwicklungen rund um das Thema Chaos-Tage möglichst lückenlos zu dokumentieren. Dabei ist es ohne Belang, ob sich z.B. in Statements oder Aufrufen pro oder contra Chaos-Tage ausgesprochen wird. Neben der eigentlichen Archivierung steht diese Website also auch möglichen Kontrahenten, wie etwa Polizei und EXPO auf der einen, sowie den verschiedenen Chaos-Tage-Fraktionen zur Dokumentation ihrer Positionen zur Verfügung.
Auch dies hat jedoch Grenzen: Aufrufe zu Rassenhaß oder z.B. zum Mord an Politikern oder anderen Personen (wie bereits vorgekommen) werden nicht veröffentlicht, sofern der satirische Charakter nicht eindeutig erkennbar ist.

 
  Sorry,
das kann noch dauern...
-kn-
 
 
   
 
 
 
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