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Ereignisse wie die bevorstehenden Chaos-Tage in Hannover bringen keineswegs nur Angst und Schrecken mit sich; vielmehr leisten sie einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für das Wohlergehen unserer Wirtschaft.
Ein Plündernder Mob aus menschlichem Abschaum, herumlungernde Kreaturen, die selbst dann zu faul sind, wenn es darum geht, die Stadt in Schutt und Asche zu legen, eine Kanalisation, die es nicht mehr schafft, die Mengen an menschlichem Sektret und verschüttetem Dosenbier aufzunehmen undundund - diese Bilder gehören bald der Vergangenheit an, wenn auch künftig von Chaostagen die Rede sein wird. "Rein wirtschaftlich gesehen, ohne den moralischen Blickwinkel, sind die Chaos-Tage für Hannover ein Segen," meint Wirtschaftsberater Reinhard G., und er steht mit seiner Meinung nicht allein:
"Wer hier anreist, um zu saufen, herumzuhängen und Otto Normalverbraucher zu erschrecken, der läßt auch einiges an Geld hier," begründet G. seine Theorie, "und nach einem solchen Wochenende wird Hannover immer in seiner Erinnerung bleiben und zum Wiederkommen einladen!" Schließlich sei ein solches Chaos-Wochenende für junge Leute viel beeindruckender als ein Aufenthalt im Landschulheim unter Aufsicht eines langweiligen Lateinlehrers. Insgesamt, so sei zu erwarten, daß das bunte Volk am ersten Wochenende im August mehr als 2 Millionen Mark in der Landeshauptstadt lassen wird.
Doch auch die zum wiederholten Male gemeldete Ankündigung, die Stadt werde in Schtt und Asche gelegt, schreckt moderne Wirtschaftswissenschaftler nicht: "Schließlich bringt auch ein auf diese Art und Weise entstandener Sachschaden jede Menge neue, gutbezahlte Aufträge mit sich" meint Reinhard G., und fügt lächelnd hinzu: "Deutschland hat seinen größten Aufschwung, das Wirtschaftswunder der 50er Jahre nicht zuletzt dem Schutt und der Asche aus dem verlorenen Krieg der Nazis gegen den Rest der Welt zu verdanken...."
van der buchholz, ludwigshafen
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