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Montag, 14.02.2000, 18:41 Uhr
Schlimmes Chaos-Szenario in Hannover zur EXPO 2000?
Obwohl erst einige Tage in einer zudem noch nicht fertig gestellten Version im Netz, hat www.chaos-tage.de schon breiteste Aufmerksamkeit errungen. Groß ist natürlich das Interesse der Menschen an den Hintergründen zu einem Ereignis, das zu genau dem berühmten Tropfen werden kann, der das Faß zum Überlaufen bringt. Will heißen: Ist doch die Vorbereitung der EXPO schon ein einziges Chaos gewesen, und mehr und mehr Expo-Gegner melden sich mit Widerstandsankündigungen zu Wort.
So oder so: Der Sommer in Hannover wird eine chaotische Jahreszeit, und den EXPO-Machern wird ein heftiger Sturm ins Gesicht blasen. Was diese aber möglicherweise nicht stören dürfte, denn eine unendliche Serie von Katastrophen und Peinlichkeiten ist man dort ja gewohnt. Mancheiner wird sich aber wohl gründlich überlegen, sich rechtzeitig - mit einer fetten Abfindung versehen - aus dem EXPO-Komitte zu verabschieden. Andere habens ja schon erfolgreich vorgemacht. Rette sich wer kann.
Angesichts von den ganzen Sommer über laufenden Anti-EXPO-Aktionen aller Art nun auch noch wochenlang mit Abertausenden Punks, Skins, Hooligans und anderen Chaoten fertigwerden zu wollen, dürfte die Möglichkeiten von Politik und Polizei übersteigen. Zumindest kann eine erfolgreiche polizeiliche Lösung nicht ohne gründliche Beschädigung der Expo zu haben sein. Soviel zumindest scheint klar.
Oder mag sich jemand vorstellen, daß eine zur Polizeifestung ausgebaute niedersächsische Landeshauptstadt nicht doch den EXPO-Besuchern gründlich das Messevergnügen verdirbt? Ob es dabei zu Zoff und Krawall kommt oder nicht, ist dabei eher nebensächlich. Über Wochen und Monate mitanzusehen, wie totaler Polizeieinsatz die Stadt von mißliebigen Elementen freihält, wird eher an totalitäre Staaten wie China erinnern und so sicher viele vom Besuch Hannovers abhalten.
Die EXPO-Gegner wie auch die Chaos-Touristen aber wird das nicht schrecken: Die einen sind in Sachen Widerstand durchaus erprobt, und die anderen haben eine kräftige Scheißegal-Mentalität, der eh nicht mit Polizeidrohungen beizukommen ist. Zumal sie sich ja auf den EXPO-Kulturchef Tom Stromberg berufen können, der die Punks einmal dazu eingeladen hat, mit einem "Chaostage-Festwagen" nach Hannover zu kommen.
Werden also die Chaos-Tage zum Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt? Sprich: die EXPO in ein gigantisches finanzielles Desaster verwandelt? Zur größten Pleite der Nachkriegszeit?
Man kann jedenfalls davon ausgehen, daß die Chaos-Tage aller Spielarten diesen Sommer in Hannover einen nicht erreichten Höhepunkt erklimmen.
Für die Bürger Hannovers aber wird sich dadurch kaum etwas ändern. Schließlich heißt es, die Landeshauptstadt werde nach der EXPO eh zum Abriß freigegeben, weil sie dann keine mehr braucht...
Und wir werden am Ball bleiben, damit Sie ja nichts verpassen und zudem in der Lage sind, sich über die Hintergründe zu informieren.
Denn Chaos-Tage haben eine lange und spannende Geschichte...
Bleiben Sie dran!

Karl Nagel, Hamburg

 

 
  Sorry,
das kann noch dauern...
-kn-
 
 
   
 
 
 
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