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Den von Anti-EXPO-Gruppen zur Eröffnung
der Weltausstellung am 1. Juni geplanten
Aktionen sollen sich Punks aus dem
ganzen Bundesgebiet in einem "Chaostage-Trainingslager"
anschließen. Das jedenfalls
fordern die unbekannten Verfasser
eines Flugblatts, das der Redaktion
heute per Fax übermittelt wurde.
Um bei den im August stattfindenden
Chaos-Tagen eine Einreise nach Hannover
sicherzustellen, wird außerdem
zum Kauf von EXPO-Eintrittskarten
geraten, bei einer Verweigerung
der Einreise aber zum "Gruppensaufen"
in Bremen, Hamburg und anderen norddeutschen
Städten aufgefordert.
In einem Begleitbrief behaupten
die unter dem Namen "Chaos-Brut"
auftretenden Verfasser weiter, dieser
Flyer werde an "sehr viele
Adressen geschickt", die dann
für eine weitere Verbreitung
sorgen sollen. Nachfragen bei verschiedenen
für die Punk-Szene relevanten
Adressen bestätigen diese Angaben.
Weil Chaostage und EXPO "gut
zusammenpassen", so die Verfasser,
und es außerdem "eine
gute Gelegenheit" sei, "sich
in Hannover schon einmal umzuschauen",
will man sich in der Zeit vom 1.-3.Juli
immer jeweils um 12.00 Uhr am Hauptbahnhof
treffen und sich wohl mit eigenen
Aktionen am EXPO-Widerstand beteiligen.
Bei den zwei Monate später
folgenden Chaos-Tagen dann will
man sich "an die Gegebenheiten
anpassen". Um zu verhindern,
daß Punks wie 1996 von der
Polizei der Stadt verwiesen werden,
gelte nun das Motto: "Jede
Eintrittskarte für die EXPO
ist eine Eintrittskarte für
die Chaostage!" Gleichzeitig
werden Preise und Bezugsquellen
genannt.
Falls die Polizei diese Karten
ignoriere und man "dennoch
aus Hannover rausgeschmissen"
werde, will man auf eine bereits
1996 erfolreiche Taktik verfallen:
Damals tauchten einige Hundert Punks
nach ihrem Rauswurf aus Hannover
in Bremen auf - Auseinandersetzungen
mit der Polizei waren die Folge.
Diesmal will man es nicht dabei
belassen: Falls man also trotz aller
Tricks aus Hannover "rausfliege",
soll es wieder nach Bremen gehen.
Passiere dort das gleiche, "geht
es nach Hamburg". Und wenn
Hamburg dichtmache, will man per
Wochenendticket "norddeutsche
Kleinstädte wie Lüneburg,
Celle, Peine, Walsrode, Braunschweig,
Wolfsburg" verunsichern.
Wie die Anti-Expo-Szene auf die
Ankündigung, sich mit einem
"Chaostage-Trainingslager"
ihren Aktionen anzuschließen,
reagiert, war bislang nicht zu erfahren;
Politik, Polizei und EXPO-Planer
bekommen nun aber auf jeden Fall
eine Nuß serviert, die nicht
leicht zu knacken ist.
Karl
Nagel , Hamburg
Das
dokumentierte Flugblatt zum Download
als pdf-Datei
Die
Textversion des Flyers
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