Letzte Änderung: November 22 2005 13:33:01. - 625 Seiten archiviert
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Freitag, 07.04.2000, 14:06 Uhr
Punks planen "Chaostage-Trainingslager" zur EXPO-Eröffnung

Den von Anti-EXPO-Gruppen zur Eröffnung der Weltausstellung am 1. Juni geplanten Aktionen sollen sich Punks aus dem ganzen Bundesgebiet in einem "Chaostage-Trainingslager" anschließen. Das jedenfalls fordern die unbekannten Verfasser eines Flugblatts, das der Redaktion heute per Fax übermittelt wurde. Um bei den im August stattfindenden Chaos-Tagen eine Einreise nach Hannover sicherzustellen, wird außerdem zum Kauf von EXPO-Eintrittskarten geraten, bei einer Verweigerung der Einreise aber zum "Gruppensaufen" in Bremen, Hamburg und anderen norddeutschen Städten aufgefordert.

In einem Begleitbrief behaupten die unter dem Namen "Chaos-Brut" auftretenden Verfasser weiter, dieser Flyer werde an "sehr viele Adressen geschickt", die dann für eine weitere Verbreitung sorgen sollen. Nachfragen bei verschiedenen für die Punk-Szene relevanten Adressen bestätigen diese Angaben.

Weil Chaostage und EXPO "gut zusammenpassen", so die Verfasser, und es außerdem "eine gute Gelegenheit" sei, "sich in Hannover schon einmal umzuschauen", will man sich in der Zeit vom 1.-3.Juli immer jeweils um 12.00 Uhr am Hauptbahnhof treffen und sich wohl mit eigenen Aktionen am EXPO-Widerstand beteiligen.

Bei den zwei Monate später folgenden Chaos-Tagen dann will man sich "an die Gegebenheiten anpassen". Um zu verhindern, daß Punks wie 1996 von der Polizei der Stadt verwiesen werden, gelte nun das Motto: "Jede Eintrittskarte für die EXPO ist eine Eintrittskarte für die Chaostage!" Gleichzeitig werden Preise und Bezugsquellen genannt.

Falls die Polizei diese Karten ignoriere und man "dennoch aus Hannover rausgeschmissen" werde, will man auf eine bereits 1996 erfolreiche Taktik verfallen: Damals tauchten einige Hundert Punks nach ihrem Rauswurf aus Hannover in Bremen auf - Auseinandersetzungen mit der Polizei waren die Folge.

Diesmal will man es nicht dabei belassen: Falls man also trotz aller Tricks aus Hannover "rausfliege", soll es wieder nach Bremen gehen. Passiere dort das gleiche, "geht es nach Hamburg". Und wenn Hamburg dichtmache, will man per Wochenendticket "norddeutsche Kleinstädte wie Lüneburg, Celle, Peine, Walsrode, Braunschweig, Wolfsburg" verunsichern.

Wie die Anti-Expo-Szene auf die Ankündigung, sich mit einem "Chaostage-Trainingslager" ihren Aktionen anzuschließen, reagiert, war bislang nicht zu erfahren; Politik, Polizei und EXPO-Planer bekommen nun aber auf jeden Fall eine Nuß serviert, die nicht leicht zu knacken ist.

Karl Nagel , Hamburg

Das dokumentierte Flugblatt zum Download als pdf-Datei
Die Textversion des Flyers

 

 
  Sorry,
das kann noch dauern...
-kn-
 
 
   
 
 
 
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