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In der Redaktion von www.chaos-tage.de
sind heftige Diskussionen über
den künftigen Kurs dieser Website
ausgebrochen. Sollen wir unsere
neutrale Position und die seriöse
Berichterstattung beibehalten, oder
empfiehlt sich ein knalliger und
blutrünstiger Boulevarjournalismus
wie in alten "CANNIBAL-HOME-CHANNEL"-Zeiten?
Ein Teil der Redaktion war ja bereits
1996 für diesen wegen seiner
blutigen Chaos-Tage-Berichterstattung
berühmt-berüchtigten Nachrichtenkanal
tätig.
Anlaß ist die zur Zeit in
der Hamburg-Ausgabe der BILD Zeitung
geführte außerordentlich
lehrreiche Kampagne gegen die "Rote
Flora".
Wie wir ja bereits im Rahmen unserer
Chaos-Tage-Generalprobe berichteten,
ist es in der Nacht von Sonntag
auf Montag im Hamburger Schanzenviertel
zu schweren Krawallen gekommen.
In diesem Zusammenhang wurde am
frühen Morgen das alternative
Zentrum "Rote Flora" von
der Polizei umgestellt, um in das
Gebäude angeblich geflüchtete
Straftäter zu stellen. Dabei
wurden über 100 Personen festgenommen.
Seit Montag nun hat sich die BILD-Zeitung
in einer bespiellosen Kampagne auf
die "Rote Flora" eingeschossen.
In einem tubulenten und höchst
unterhaltsamen Faszinosum auf Terror,
Populismus, Hundekot, Dreck, Fixerbeulen
und Gewalt führt sie uns all
die stilistischen Mittel vor, die
der Boulevardpresse zur Verfügung
stehen.
All dies erinnert uns daran, wie
wir 1996 mit dem CANNIBAL HOME CHANNEL
schafften, durch eine gezielte Mischung
von Wahrheit, Lügen und blutrünstiger
Berichterstattung ganz Hannover
in den Wahnsinn zu treiben. Wir
hatten Spaß daran, waren erfolgreich
und sorgen dafür, daß
der Staat Millionen in den Sand
setzte.
Zu den Chaos-Tagen 2000 hatten wir
uns auf dieser Website eigentlich
zu seriöser Berichterstattung
verpflichtet. Ein anstrengender
Job, der wirklich nicht immer Spaß
macht. Aber wir waren fest davon
überzeugt, daß uns nicht
noch einmal ein derartiges Meisterstück
gelingen würde. Wer würde
uns nach all unseren damaligen Lügen
noch einmal glauben?
Spätestens mit der Berichterstattung
zum 1. Mai haben wir es geschafft:
Tausende lesen regelmäßig
unsere Nachrichten, und selbst politisch
engagierte Menschen überschütten
uns mit Lob.
Was aber hat uns das gebracht? Unsere
Berichterstattung verursacht immense
Kosten, aber keine Erträge,
und die Aufmerksamkeit anderer Medien
haben wir bislang auch kaum erringen
können.
Es gibt daher eine starke Fraktion
innerhalb der Redaktion, die eine
Rückkehr zum Konzept des CANNIBAL
HOME CHANNEL fordert. Die insbesondere
darüber besorgt ist, daß
uns viele Kritiker in unserem Gästebuch
eine Verharmlosung der Gewalt vorwerfen.
Wir fragen Sie daher: Sollen wir
auf dieser Website in guter, alter
BILD-Manier eine gnadenlose Hetzjagd
auf alle Randgruppen dieser Gesellschaft
eröffnen? Egal ob Neonazis
oder Punks, Autonome oder Homosexuelle,
Fixer oder Kinderschänder,
kriminelle Ausländer oder Hooligans,
Vergewaltiger oder Kampfhunde -
sollen wir uns durch aggressive,
blutige und blumige Berichterstattung
dafür einsetzen, daß
die schweigende Mehrheit nicht nur
vor dem Fernseher und bei der BILD-Zeitung,
sondern auch auf diesen Seiten zu
ihrem Recht kommt?
Oder würden Sie uns vielleicht
eher empfehlen, hier die totale
Vernichtung Hannovers propagandistisch
vorzubereiten, weil das in Ihrem
Interesse als zahlender Zuschauer
liegt, andererseits aber auch in
unserem, weil wir damit mehr Geld
verdienen können?
Oder wollen Sie etwa, daß
wir bei unser seriösen, aber
leider oft auch langweiligen Berichterstattung
bleiben?
Sagen sie uns Ihre Meinung! Stimmen
Sie ab!
Karl
Nagel, Hamburg,
Lesen
Sie den Original-Artikel der BILD-Zeitung,
der uns zum Nachdenken brachte!
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