| Was werden die
Chaoten machen, wenn sie nicht mit
dem Wochenendticket nach Hannover
fahren können? Ganz einfach!
Sie werden tun, was sie schon 96 getan
haben: sie weichen nach Bremen aus.
Das es hier ohne Zweifel Randale während
der Chaos-Tage geben wird, ist sicher,
denn die Ereignisse der letzten Tage
künden von einem hohen Gewaltpotential
in der Hansestadt.
Denn Anfang machten die Fussballfans
von Galatasaray Istanbul, die am
vergangenen Mittwoch bis spät
in die Nacht an der Sielwall-Kreuzung
feierten. Die Polizei war hilflos,
und konnte nicht eingreifen.
Am Tag darauf wollte Innensenator
Bernd Schulte eine Diskussion über
Innere Sicherheit im Schlachthof
Bremen führen. Er mußte
jedoch nach einer Viertelstunde
das Podium verlassen, da das Auftreten
der Bremer Autonomen die Diskussion
unmöglich machte.
Während der nächsten
Nächte wurde in dem sogenanten
BBA Laden und dem Zakk, zwei bekannten
linken Treffpunkten, die Scheiben
eingeschlagen und Buttersäure
verschüttet.
Am Samstag schließlich trafen
sich Linke an der Schlachte, einem
Bremer Expo-Projekt, nachdem sie
sich von einer angemeldeten Demonstration
entfernten, die hin und wieder auch
zu eskalieren schien.
Am Abend des Sonnabends brannte
zwischen zwölf und ein Uhr
wieder ein Feuer an der Sielwallkreuzung.
Polizisten und Polizeiautos wurden
mit Flaschen und Dosen beworfen.
Schon im letzten Jahr brannten
dreimal Feuer an der Sielwallkreuzung.
Das erste von ihnen auch etwa gegen
Ende Mai. Jedesmal gab es vorweg
eine Dosenschlacht.
Schon jetzt liegt über der
Stadt eine knisternde Stimmung.
Schon jetzt sitzen die Bremer auf
einem Pulverfaß, und die Krawalltouristen,
die nicht nach Hannover rein kommen,
werden das Streichholz sein, das
die Explosion bringt...
Manuel L. Homeyer,
Bremen
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