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Samstag, 24.06.2000, 00:19 Uhr
Sensation:
RTL bietet Karl Nagel den Posten des Chaos-Tage-Veranstalters an!
 

Der bekannte Fernsehsender RTL hat heute im Rahmen eines am Freitagabend gesendeten EXPLOSIV-Interviews dem Betreiber dieser Website ein überraschendes Angebot gemacht: Man habe großes Interesse daran, so die RTL-Vertreterin Karin Rowold, Karl Nagel zum Veranstalter der Chaos-Tage zu machen!

RTL war aufgrund des auf dieser Website präsentierten Vorschlages, Ernst August Prinz von Hannover zum Schirmherrn der Chaos-Tage zu machen, an Nagel herangetreten. Nach Abschluß der Honorarverhandlungen für die Gewährung eines Exklusivinterviews traf man sich schließlich am frühen Nachmittag zum Drehtermin.

"Zuerst war ich etwas darüber verwundert," so Karl Nagel, "daß mich die EXPLOSIV-Redakteurin immer als 'Veranstalter der Chaos-Tage' bezeichnete. Einen 'Veranstalter' gibt's bei Chaos-Tagen ja gar nicht, und das weiß natürlich auch RTL. Aber dann ist bei mir der Groschen gefallen..."

Schon bei den Chaos-Tagen 1995 war RTL nämlich durch eine besonders blutige und gewaltverherrlichende Berichterstattung aufgefallen. Gar als "Krieg" war das Punktreffen hier bezeichnet worden, in einem Atemzug genannt mit den Straßenkämpfen von Belfast und Beirut. 1996 dagegen fielen die erhofften blutigen Bilder ins Wasser: Während die versammelten Medien in Hannover vergeblich der Punks harrte, traf sich der randalierende Mob in Bremen und ließ dort die Puppen tanzen - ohne RTL-Kameras!

Dieses Mißgeschick will RTL in diesem Jahr um jeden Preis verhindern. Man ist hier zu der Ansicht gekommen, daß nur durch eine perfekte Organisation der Chaos-Tage zu gewährleisten ist, daß die Kameras auch immer dort sind, wo gerade die Punks gerade ihr Unwesen treiben.

Karl Nagel, der ja im Jahre 1982 zusammen mit einer Reihe anderer damaligen Punks die Chaos-Tage ins Leben gerufen hat, zeigte sich dem Angebot gegenüber aufgeschlossen: "In den Achzigern ist uns die ganze Angelegenheit völlig aus den Händen geglitten, aber heute sieht das ganz anders aus." Damals seien alle Versuche, die Chaos-Tage zu organisieren, "vollständig gescheitert", das ganze habe sich total verselbständigt. Deshalb habe man nach den außerordentlich gewalttätig verlaufenden Chaos-Tagen 1984 auch nicht länger zu diesen Punk-Treffen aufgerufen. "Die Wiederkehr der Chaos-Tage zehn Jahre später war auch für mich eine ziemliche Überraschung", gibt Nagel zu. Aber die in den Achtzigern geborene Legende hatte mittlerweile ein neues, gänzlich unkontrolliertes, eigenständiges Leben entwickelt.

"Ich bin der einzige", behauptet Nagel, "der weiß, wie dieses Schreckgespenst noch in den Griff zu kriegen ist. Ich habe dazugelernt, kenne alle Details und Zusammenhänge einer 18 Jahre währenden Entwicklung. Ich bin ein echter Experte, was Chaos-Tage angeht!"

Um aber tatsächlich Veranstalter der Chaos-Tage zu werden, will Nagel drei Bedingungen erfüllt sehen:

"Zunächst einmal benötige ich die Zustimmung aller drei beteiligten Parteien, also der Punks, der Polizei und der Medien. Dann verlange ich einen Etat von 5 Millionen Mark, um die besten Punk-Bands der Welt für einen gemeinsamen Auftritt in Hannover zu gewinnen und um mit Unmengen von Freibier die Punks auf einer Wiese am Stadtrand völlig besoffen zu machen. Auf diese Weise kann viel Ärger vermieden werden."

Zu guter Letzt will Nagel noch die Exklusivrechte für die Vermarktung der Chaos-Tage: "Ich habe dafür gesorgt, daß dieser Begriff groß wurde. Und heute will ich endlich mal davon profitieren und Millionen damit machen".

Falls Nagel wirklich Veranstalter der Chaos-Tage werden sollte, verspricht er viel: "Ich gebe allen Beteiligten mein Wort: Wenn es zu diesem Riesen-Festival kommt, mit Freibier, tollen Punk-Bands, T-Shirt- und Platten-Verkaufsständen, dann herrscht allerorten gute Laune. Die Polizei wird einen ruhigen Job haben, die Punks eine tolle Party und die Medien dennoch genug Bilder von Schlägereien, völlig sturzbesoffenen Jugendlichen und diversen großen und kleinen Geschmacklosigkeiten, um ihre Boulevardmagazine bis zur letzten Sendeminute zu füllen. Mehrmals. Halt wie auf dem Oktoberfest. Dafür stehe ich mit meinem guten Namen."

Im Jahr darauf würde Nagel dann die Chaos-Tage nach Monaco verlegen, um die niedersächsische Landeshauptstadt ein für allemal von dieser Plage zu befreien. "Das wäre auch aus steuerlichen Gründen eine kluge Entscheidung. Schließlich will ich das dank meiner Exklusivrechte verdiente Geld nicht wieder umgehend an den deutschen Fiskus abtreten."

Bei der Ausstrahlung des Interviews am Freitagabend wurde Nagel übrigens bereits - wie auf dem obigen Foto zu erkennen - als "Veranstalter Chaos-Tage" bezeichnet. RTL scheint also die Bedingungen Nagels akzeptiert zu haben.

Auf die weitere Entwicklung darf man gespannt sein...



Uli Klosa, Hannover

Weitere Informationen über Karl Nagel auf www.karlnagel.de

 

 
  Sorry,
das kann noch dauern...
-kn-
 
 
   
 
 
 
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