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Der bekannte Fernsehsender RTL hat
heute im Rahmen eines am Freitagabend
gesendeten EXPLOSIV-Interviews dem
Betreiber dieser Website ein überraschendes
Angebot gemacht: Man habe großes
Interesse daran, so die RTL-Vertreterin
Karin Rowold, Karl Nagel zum Veranstalter
der Chaos-Tage zu machen!
RTL war aufgrund des auf dieser
Website präsentierten Vorschlages,
Ernst August Prinz von Hannover
zum Schirmherrn der Chaos-Tage zu
machen, an Nagel herangetreten.
Nach Abschluß der Honorarverhandlungen
für die Gewährung eines
Exklusivinterviews traf man sich
schließlich am frühen
Nachmittag zum Drehtermin.
"Zuerst war ich etwas darüber
verwundert," so Karl Nagel, "daß
mich die EXPLOSIV-Redakteurin immer
als 'Veranstalter der Chaos-Tage'
bezeichnete. Einen 'Veranstalter'
gibt's bei Chaos-Tagen ja gar nicht,
und das weiß natürlich
auch RTL. Aber dann ist bei mir
der Groschen gefallen..."
Schon bei den Chaos-Tagen 1995
war RTL nämlich durch eine
besonders blutige und gewaltverherrlichende
Berichterstattung aufgefallen. Gar
als "Krieg" war das Punktreffen
hier bezeichnet worden, in einem
Atemzug genannt mit den Straßenkämpfen
von Belfast und Beirut. 1996 dagegen
fielen die erhofften blutigen Bilder
ins Wasser: Während die versammelten
Medien in Hannover vergeblich der
Punks harrte, traf sich der randalierende
Mob in Bremen und ließ dort
die Puppen tanzen - ohne RTL-Kameras!
Dieses Mißgeschick will
RTL in diesem Jahr um jeden Preis
verhindern. Man ist hier zu der
Ansicht gekommen, daß nur
durch eine perfekte Organisation
der Chaos-Tage zu gewährleisten
ist, daß die Kameras auch
immer dort sind, wo gerade die Punks
gerade ihr Unwesen treiben.
Karl Nagel, der ja im Jahre 1982
zusammen mit einer Reihe anderer
damaligen Punks die Chaos-Tage ins
Leben gerufen hat, zeigte sich dem
Angebot gegenüber aufgeschlossen:
"In den Achzigern ist uns die ganze
Angelegenheit völlig aus den
Händen geglitten, aber heute
sieht das ganz anders aus." Damals
seien alle Versuche, die Chaos-Tage
zu organisieren, "vollständig
gescheitert", das ganze habe sich
total verselbständigt. Deshalb
habe man nach den außerordentlich
gewalttätig verlaufenden Chaos-Tagen
1984 auch nicht länger zu diesen
Punk-Treffen aufgerufen. "Die Wiederkehr
der Chaos-Tage zehn Jahre später
war auch für mich eine ziemliche
Überraschung", gibt Nagel zu.
Aber die in den Achtzigern geborene
Legende hatte mittlerweile ein neues,
gänzlich unkontrolliertes,
eigenständiges Leben entwickelt.
"Ich bin der einzige", behauptet
Nagel, "der weiß, wie dieses
Schreckgespenst noch in den Griff
zu kriegen ist. Ich habe dazugelernt,
kenne alle Details und Zusammenhänge
einer 18 Jahre währenden Entwicklung.
Ich bin ein echter Experte, was
Chaos-Tage angeht!"
Um aber tatsächlich Veranstalter
der Chaos-Tage zu werden, will Nagel
drei Bedingungen erfüllt sehen:
"Zunächst einmal benötige
ich die Zustimmung aller drei beteiligten
Parteien, also der Punks, der Polizei
und der Medien. Dann verlange ich
einen Etat von 5 Millionen Mark,
um die besten Punk-Bands der Welt
für einen gemeinsamen Auftritt
in Hannover zu gewinnen und um mit
Unmengen von Freibier die Punks
auf einer Wiese am Stadtrand völlig
besoffen zu machen. Auf diese Weise
kann viel Ärger vermieden werden."
Zu guter Letzt will Nagel noch
die Exklusivrechte für die
Vermarktung der Chaos-Tage: "Ich
habe dafür gesorgt, daß
dieser Begriff groß wurde.
Und heute will ich endlich mal davon
profitieren und Millionen damit
machen".
Falls Nagel wirklich Veranstalter
der Chaos-Tage werden sollte, verspricht
er viel: "Ich gebe allen Beteiligten
mein Wort: Wenn es zu diesem Riesen-Festival
kommt, mit Freibier, tollen Punk-Bands,
T-Shirt- und Platten-Verkaufsständen,
dann herrscht allerorten gute Laune.
Die Polizei wird einen ruhigen Job
haben, die Punks eine tolle Party
und die Medien dennoch genug Bilder
von Schlägereien, völlig
sturzbesoffenen Jugendlichen und
diversen großen und kleinen
Geschmacklosigkeiten, um ihre Boulevardmagazine
bis zur letzten Sendeminute zu füllen.
Mehrmals. Halt wie auf dem Oktoberfest.
Dafür stehe ich mit meinem
guten Namen."
Im Jahr darauf würde Nagel
dann die Chaos-Tage nach Monaco
verlegen, um die niedersächsische
Landeshauptstadt ein für allemal
von dieser Plage zu befreien. "Das
wäre auch aus steuerlichen
Gründen eine kluge Entscheidung.
Schließlich will ich das dank
meiner Exklusivrechte verdiente
Geld nicht wieder umgehend an den
deutschen Fiskus abtreten."
Bei der Ausstrahlung des Interviews
am Freitagabend wurde Nagel übrigens
bereits - wie auf dem obigen Foto
zu erkennen - als "Veranstalter
Chaos-Tage" bezeichnet. RTL scheint
also die Bedingungen Nagels akzeptiert
zu haben.
Auf die weitere Entwicklung darf
man gespannt sein...
Uli Klosa,
Hannover
Weitere Informationen über
Karl Nagel auf www.karlnagel.de
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