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Angesichts des nahenden ersten Augustwochenendes - dem makabren "Höhepunkt" der Chaos-Tage - leistet sich die niedersächsische Polizei eine ganze Serie von Fehlentscheidungen: Während die Polizeidirektion Hannover auf der einen Seite in einem Brief das Gesprächsangebot Karl Nagels schroff zurückwies, kündigte die Polizei laut einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" gleichzeitig an, die Zahl der in Hannover eingesetzten Beamten stark zu reduzieren.
Nagel hatte ja kürzlich in einem "Offenen Brief" - chaos-tage.de berichtete - Hannovers Polizeipräsidenten Hans-Dieter Klosa zu einer Fernsehdiskussion aufgefordert und außerdem weitere Gespräche angeboten.
In einem Schreiben vom 12.7.2000 nun wird dieses Angebot schroff zurückgewiesen: Klosa habe Nagels Vorschlag zwar "mit Interesse zur Kenntnis genommen". Gleichzeitig ginge er jedoch davon aus, daß Nagel "aufgrund diverser Äußerungen der Vergangenheit, nicht zu dem Kreis Ernst zu nehmender Gesprächspartner zu zählen" sei. (Hinweis der Redaktion: Rechtschreib- und Kommafehler wie im Originaltext!)
Nagel äußerte sich verärgert, aber auch betroffen angesichts dieser Ablehnung: "Ob ich nun ernstzunehmen bin oder nicht, wird sich spätestens am ersten Augustwochenende zeigen. Dann werden die mir die Bude einrennen, weil Ihre verdammte Stadt vom Untergang bedroht ist. Aber dann ist es zu spät."
Auf die Frage, ob er dennoch weitere Gesprächsmöglichkeiten sehe, antwortet Nagel unmißverständlich: "Ich lasse nicht alles mit mir machen. Aber letztlich ist doch alles eine Frage des Preises."
Wie am Wochenende ebenfalls bekannt wurde, will die Polizei ihren EXPO-Einsatz drastisch zurückfahren. Angesichts der mauen Besucherzahlen sei die Zahl der eingesetzten Beamten einfach überdimensioniert, und auch bei den zu erwartenden Chaos-Tagen erwarte man "keine größeren Ausschreitungen", so die HAZ. Nach dem ersten Augustwochenende dann werde der größte Teil der aus anderen Bundesländern angeforderten Polizeibeamten wieder abziehen.
Szenekenner sind indes bestürzt über diese Entwicklung: "Wenn sich die Polizei weiterhin so schlecht auf den zu erwartenden Chaos-Terror vorbereitet, wird Klosa die Chaos-Tage politisch nicht überstehen.", so ein politischer Beobachter. Zur Erinnerung: Bereits 1995 war Klosas Vorgänger Otto Sander über den katastrophalen Polizeieinsatz bei den Chaos-Tagen 1995 schwer in die Kritik geraten und mußte zurücktreten.
Droht Hans-Dieter Klosa in diesem Jahr das gleiche Schicksal?
DOKUMENTATION
Das Antwortschreiben der Polizeidirektion Hannover auf Karl Nagels Gesprächsangebot als pdf- und als gif-Datei.
PREISFRAGE:
Wer findet alle drei Komma- und Rechtschreibfehler in dem kurzen Antwortschreiben?
Uli Klosa, Hannover
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