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- zur aktuellen Lage in Hannover -
Eine Woche nach Beginn der berühmt-berüchtigten Chaos-Tage hat sich der "Verein zur Verhinderung der Chaostage e.V." zufrieden mit dem bisherigen Verlauf gezeigt. In einem Interview mit chaos-tage.de beschreibt Michael Tilsner, der Schatzmeister des Vereins, seine bisherigen Eindrücke.
Wie ist die erste Chaos-Woche verlaufen?
Tilsner: Nun, um einen lückenlosen Überblick über die Entwicklung der Sicherheitslage zu bekommen, haben wir verschiedene Einsatzgruppen gebildet, die Tag und Nacht per Auto oder Fahrrad in der Stadt patroullieren. Dabei ist uns schon aufgefallen, daß sich die Präsenz von buntem Volk im Stadtbild deutlich erhöht hat. Da ist schon einiges eingesickert, auch aus dem Ausland. Bisher verhalten sie sich aber ruhig, so daß wir keinen Grund zum Einschreiten hatten. Wir werden aber weiterhin insbesondere die Supermärkte, Kindergärten und Schulen im Auge behalten, um die Menschen vor Übergriffen sofort schützen zu können.
Wie würden sie die aktuelle Lage beschreiben?
Sie ist gespannt, aber ruhig. Wir haben aber den Eindruck, daß sich in letzter Zeit verdächtige Personen besonders in der Nähe von Großbaustellen herumtreiben. Wir schätzen das so ein, daß die Chaoten versuchen werden, am ersten Augustwochenende quasi handstreichartig leistungsfähige Abbruchmaschinen unter Kontrolle zu bekommen, mit denen dann "Hannover in Schutt und Asche gelegt" werden soll. Das ist ein enormes Gefahrenpotential, auf das wir die Polizei auch hingewiesen haben.
Mit welcher Anzahl an Chaoten muß für das erste Augustwochenende gerechnet werden?
Das ist schwer einzuschätzen. Auf jeden Fall sind es nicht nur Punks, mit denen zu rechnen ist. Wir haben z.B. bei unserer Kundgebung die Erfahrung gemacht, daß türkische Jugendliche ausgesprochen sauer auf unsere Flugblätter reagiert haben, daß sie sogar aggressiv uns gegenüber aufgetreten sind. Da gibt es eine Menge Sympathien für die Chaos-Tage. Auch in den Kreisen radikaler EXPO-Gegner hat man noch nicht resigniert. Dort kursiert nun die Parole "Der Expo den Fangschuß geben - Chaos-Tage".
Was halten Sie von der Ankündigung der Polizei, ihre Einsatzstärke zu reduzieren?
Das ist ein schwerer Fehler. Uns bestärkt das in der Ansicht, daß Polizeipräsident Klosa von den eigenen Leuten bewußt falsch informiert wird. Die wollen ihn absägen, und was käme da gelegener als blutige Krawalle bei den Chaos-Tagen? So ist es ja auch schon seinem Vorgänger geschehen. Auch die Absicht, den EXPO-Großeinsatz mit dem Ende der Chaos-Tage endgültig auf ein normales Maß zurückzufahren, zeigt, daß man nichts aus der Geschichte gelernt hat: 1996 tauchten zwei Wochen nach der polizeilichen Verhinderung der Chaos-Tage urplötzlich 300 Punks in der Nordstadt auf, es kam zu schweren Ausschreitungen. Hat man das vergessen?
Was sind Ihre persönlichen Motive für Ihr Engagement gegen die Chaos-Tage?
Mir macht es Spaß, in einer von Zerstörung bedrohten Stadt quasi der "Einsatzleiter für Disziplin, Recht und Ordnung" zu sein. Ich möchte denen, die immer wegen meiner Behinderung über mich gespottet haben, zeigen, daß ich ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft bin. Jedenfalls wertvoller als sie, die sich vor der Verantwortung drücken. Diese ganzen Versager werden mir alle noch mal dankbar sein müssen, weil nur ich ihr schäbiges Leben vor einem unangenehmen Ende bewahren kann. Ich will sie auf den Knien rutschen sehen, bis sie mir dann endgültig in den Arsch kriechen, worauf ich ihnen dann einen richtig fetten Furz ins Gesicht blase. Sie sollen diesen edlen Duft preisen und mich bitten, als ihr Retter und Bürgermeister Verantwortung für diese Stadt zu übernehmen. Und dann - das verspreche ich! - brechen andere Zeiten in Hannover an!
Uli Klosa, Hannover
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