Letzte Änderung: November 22 2005 13:36:27. - 625 Seiten archiviert
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Donnerstag, 20.07.2000, 15:26 Uhr

Brandheiß: Trilobal für "Terroristen" - Die "Szene" blufft mit Neonfarben!

 

Daß das anstehende Megawochenende auch gewalttätige Ausschreitungen mit sich bringen wird, scheint langsam ausgemachte Sache. Die Flugblätter pfeifen es von den Dächern, man kann sich nicht 3 volle Tage mit "saufen und kiffen" beschäftigen.

Streit herrscht in der "Szene" allerdings noch um das perfekte Outfit für den Straßenkampf. Viele autonome Anzugträger werden wieder erwartet, für Kenner meist an abgetragenen, oft ungeputzten Halbschuhen zu erkennen. Aus nächster Nähe fallen bei Ihnen auch zahlreiche ungenutzte Ohrlöcher auf, die sonst Ringe oder Piercings beherbergen.

Street-Punks, deren Outfit sich seit 1981 nicht weiterentwickelt hat, legen immer noch Wert auf schwarze Kapuzenpullover (mit Aufdrucken wie WIZO oder GEGEN GEGEN). Gut zur schnellen Vermummung und fürs Nickerchen auf der kalten Parkbank.

Ganz neu und ästhetisch kaum zu ertragen: Der Trend zur Trilobal-Trikotage. Dieses knisternde, knallbunte Material trat in Form von Trainingsanzügen (auch als "Ballonseide" bekannt) Anfang der 90er Jahre von Holland aus seinen Siegeszug um die Welt an. In Restpostenmärkten ist so ein Anzug republikweit für unter 20 Mark zu haben. Und wurde am 1. Mai 1999 erstmals am Prenzlauer Berg bei Steinewerfern gesichtet. Man könne sich mit diesem Terror-Tarnanzug einfach perfekt unter die Zuschauer aus der Nachbarschaft mischen, sofern man "weiße Tennissocken von ALDI" dazu trage, berichtete damals ein junger Linker aus dem Wedding einem Berliner TAZ-Reporter.

Kleingruppen, ob aus Antifa oder ähnlichen militanten Zusammenhängen, planen offenbar, aus den Chaostagen in diesem Jahr eine Modenschau der besonderen Art zu machen. Man werde sich mit bevorzugten Marken wie "Authentic" oder "Black and White" sogar eine Möglichkeit zur gegenseitigen Wiedererkennung verschaffen, schreibt ein Göttinger Fanzineautor im Juni 2000 zum neongrellen Trend. Denn die einheitliche schwarze "Hassi" sei natürlich immer noch obligatorisch und "voll okay".



Daddel, Hamburg

 

 
  Sorry,
das kann noch dauern...
-kn-
 
 
   
 
 
 
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