Letzte Änderung: November 22 2005 13:36:29. - 625 Seiten archiviert
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Samstag, 22.07.2000, 11:48 Uhr

Memmingen verschanzt sich vor den Chaoten!

 

Gestern vor Einbruch der Dunkelheit wurde ganz Memmingen (41.000 Einwohner) vom BGS (Bundesgrenzschutz) hermetisch abgeriegelt. Jede Menge Beamte in Kampfuniform (Grün-Braun-Schwarz-Tracht) waren dabei behilflich, Memmingen schon im Vorfeld "rein" zu halten.

Sämtliche Bundes- und Landes- Einfallstrassen und Bundes-Einfall-Autobahnen wurden systematisch überprüft, Autos gefilzt. Alle Inter-City- und Neige-Züge wurden durchsucht, die Reisenden abgetastet und bereits die Anschluss-Bahnhöfe in München, Wien, Salzburg, Zürich, Basel, Bern und Ulm abgeblockt. Sämtliche auffälligen und verdächtigen Radfahrer, Moped- und Motorradfahrer mussten sich ausweisen, wenn sie die Stadt Memmingen noch vor Einbruch der Dunkelheit betreten wollten...

Heute Früh Punkt 7 Uhr wurde mit der Verteilung der neuen NOTAUSGABE der "MEMMINGER WAHRHEIT" begonnen, zusammen mit einem Flugblatt aus aktuellem Anlaß, sowie PEST-FAHNEN. Während die Pest-Fahnen ob ihrer historischen Wichtigkeit reissenden Absatz fanden (Reiche Patrizier und Geldleute hatten seinerzeit Pestfahnen in den Fenstern, damit ihnen von den dummen Wallensteiner Landsknechten das Geld nicht abgenommen wurde - aus Angst, sich an der tödlichen Pest anzustecken), liess der Absatz der kostenlosen Monatszeitung und der Flugblätter zu wünschen übrig.

Punkt 7 Uhr kamen dann 1.500 einheimische Chaoten auf den Versammlungs-Platz (Schrannenplatz), um sich zu orientieren, wie es den Tag lang weitergehen soll. Auswärtige Chaoten waren nur in ganz geringem Umfang vertreten, erstens wegen den Bullen, die sie abgefangen und abgeschoben hatten, zweitens, weil die Punks, Skins, Teens, Tens, Autonome, Loser und Penner üblicherweise erst so gegen Mittag wach werden.

Bier und Stullen gingen nur schleppend weg, weil die hiesigen Chaoten noch vom Vortag vollgesoffen waren, die ausländischen Punks und Skins nur vereinzelt die hermetische Abriegelung durchbrechen konnten. Schlupflöcher gab es nur ein paar - um nach Memmingen in die Stadt zu kommen. Diese wurde über das Administrations-Telefon 01-75-882 8464 ganz geheim bekanntgegeben.

Es wird damit gerechnet, dass sich um 12 Uhr auf dem Marktplatz noch eine Horde Chaoten einfindet, um die restlichen 800 Liter Freibier zu vernichten und dazu noch die Nuts-Stullen von den Bullen. Der Verein gegen die Chaos-Tage in Memmingen hat dieses "Frühstückchen" zur Beruhigung der Chaoten auf eigene Kosten spendiert.

Die Presse und die Medien berichten nur ganz spärlich von den Memminger Chaos-Tagen, weil sie es nicht waren, die auf die geniale Idee gekommen sind, solche wundersamen Tage zu veranstalten. Ja, sie boykottieren sogar die Berichterstattung über die gelungenen Chaos-Tage in Memmingen.

Pit Fröschl, Memmingen

 

 
  Sorry,
das kann noch dauern...
-kn-
 
 
   
 
 
 
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