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Für erheblichen Wirbel sorgt derzeit in der Chaostage-Nachbarstadt Bremen die Ankündigung des Catchers Eddy Steinblock, er werde Welfen-Prinz Ernst August verhauen.
In dem Hochglanzmagazin "Roland" aus Delmenhorst kündigt der Bremer Berufscatcher Eddy Steinblock an, er werde "dem Typen mal endlich zeigen wo es lang geht!"
Die Redakteure des Magazins verzichten im Text zwar darauf, die im Frankreich des 18.Jahrhunderts gängigen Umgehensweisen mit Adeligen zu fordern ("Kopfab"), lassen es sich aber nicht nehmen Catcher Eddy ein Forum für seine absurden und gewalttätigen Vorhaben zu bieten. Der seit 20 Jahren als Catcher aktive Steinblock plant einen Käfigkampf, bei dem aufgrund der besonderen Härte zwei Ringrichter vonnöten sind und dennoch solange gekämpft wird, bis nur noch einer der Kombattanten den Käfig verlassen kann.
Steinblock war bei der grosspurigen Verkündigung seines Kampfangebotes zwar bei Verstand, aber offensichtlich nicht ganz bei Sinnen. 1985 hatte er sich bei einem Kampf in Hannover eine schwere Verletzung zugezogen, so dass er acht Monate gelähmt war. Dass er daraufhin in Filmen wie Bernd Eichingers Proll-Klamotte "Voll Normal" und Anke Engelkes TV-Flop "Anke" mitspielte spricht aus neutraler Sicht eher für seinen derzeitigen Zustand.
Die Tatsache, dass Steinblock ein Kumpel des im Frühjahr von Prinz Ernst August im keniatischen Lamu "zurechtgerückten" Discoprolls Joe Brunlehner ist, ist dann nur noch eine kleine Randnotiz, die weitere Spekulationen überflüssig macht.
Unterdessen regt sich in Bremen die Punkseele, um mit dem inoffiziellen Schirmherren der Chaos-Tage, Ernst August, Solidarität zu bekunden. Rollo, nach eigener Aussage 36 Jahre alt, aber wesentlich älter wirkend, lacht mit rauher Stimme: "Haugust braucht nicht herkommen, wir ziehen den Sandalenträger für ihn klar, is doch gar kein Ding!" In der Tat scheint es für den Bremer Altpunk eine Frage der Ehre zu sein sich für den in Punkkreisen hoch respektierten Prinzen notfalls auch handfest einzusetzen. Eine verblichene Tätoowierung auf seinen Fingerknöcheln weist Rollo als alten Streetfighter aus: "A.S.L." steht für die in Bremen und umzu früher berüchtigte, weil schlagkräftige "Anti Skin Liga". "Steinblock findet uns am (Sielwall- [Erg.v.d.Red.]) Eck, weil die Chaostage ja eh hier nach Bremen rüberkommen..." Sprichts und gurgelt zur Bestätigung einen tiefen Schluck Beck's aus der Dose hinterher.
Weitere Reaktionen hat der Artikel im Rolandmagazin bei der Bremer Dependance der weltweit operierenden >Stylepolice< hervorgerufen. Stylepolizist "Prada Meinhof" lies es sich nicht nehmen die Abbildung von Eddy Steinblock und seinem Hund Mister auf Stylepolice-übliche Art und Weise zu kommentieren. "Stylepolice bitte kommen", so Prada Meinhof, "das habe ich hier so laut wie schon lange nicht mehr gehört!"
Ein Bericht aus Bremen
von Heini Bremer
Heini Bremer, Bremen
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