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Montag, 24.07.2000, 20:50 Uhr

Polizei greift in Hannover beherzt durch!

 

Letzte Woche haben vermutliche Anhänger der Chaos-Tage die Polizei und Feuerwehr zu einem Großeinsatz in Hannover herausgefordert, indem sie eine Spielzeugente in einen Altkleidercontainer warfen. Nachdem die Polizei einen Anruf bekam, daß in diesem Container Entengeschnatter zu hören sei, rückten sie mit Verstärkung der Feuerwehr an und retteten das Spielzeugentchen.

Anhand dieses mit Bravour durchgeführten Einsatzes wurde der Polizei hoffentlich endlich klar, das es ein Fehler war, den Ersatz diverser Hundertschaften durch solche aus anderen Bundesländern nicht länger anzufordern, so daß sie diesen Fehler nun mit Härte wettmachen wollen.

Dies demonstrierten sie auch gleich, als am Freitagabend vier stadtbekannte Punks in Hannovers Nordstadt lautstark und unverschämt einen Passanten anpöbelten. Schnell traf ein Einsatzwagen der Polizei vor Ort ein und erteilte ohne Zögern allen vier Chaoten Platzverweise. Immerhin sind schon Chaos-Tage!

Die Punks zeigten sich aber äußerst renitent gegen die Maßnahmen der Beamten, so daß zur Abwehr größerer Gewalttaten sofort über Funk Verstärkung anfordert wurde.

Daraufhin wurden die Punks, mit Hilfe der neueingetroffenen Polizisten über Nacht zur Gefahrenabwehr in Polizeigewarsam genommen.

Am nächsten Tag klagte einer der betroffenen Punks: "Die haben uns mitgenommen, obwohl ich in dieser Straße wohne und uns dieser besoffene Penner zuerst angemacht hat. Außerdem ham die behauptet, es seien Chaos-Tage und deswegen können se uns Platzverweise geben. Aber doch nich wenn ich hier in der Straße wohne , ey. Nichtmal schriftlich hamse uns das gegeben!

Stattdessen lieber noch mehr gerufen und uns einfach in ne Zelle gesteckt. Am nächsten Tag ham`se mich ohne Kohle am anderen Ende der Stadt, mitten inner Pampa rausgelassen, dabei hab ich denen gesagt, wo ich wohne. Ich mußte zwei Stunden laufen nach Hause, da ich ja nichteinmal Bahn fahren konnte. Die hätten mich doch wegen Schwarzfahrerei wieder mitgenommen. Und meinem Kumpel ham`se doch echt noch eine mit`m Knüppel in Magen verpasst."

Somit dürfte die Polizei den Fehler des Artikels in der Sonderbeilage der Samstagszeitung, welcher aussagte, daß Punks ja eigentlich ganz nette unverstandene Jugendliche sind, wieder zurechtgerückt haben. Mit diesen Chaoten kann nicht anders verfahren werden, wenn Hannover vor einer angekündigten Zerstörung bewahrt werden soll. Was hätte alles passieren können, wenn die Polizei nicht gekommen wäre. Aber das beherzte Eingreifen der Beamten und wir, die Patrouillen vom "Verein zur Verhinderung der Chaos-Tage" sind dann doch wieder ein echter Lichtblick für Hannover...

Jan Krautwald, Hannover

 

 
  Sorry,
das kann noch dauern...
-kn-
 
 
   
 
 
 
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