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Ereignisse im Jahresüberblick
 
Sommer Punk-Treffen in Wuppertal
Jeden Monat bis zu 300 Punks. Vorläufer der Chaos-Tage.
November Der Ursprung der Chaos-Tage
Der Journalist Jürgen Voges deckt eine sog. "Punker-Kartei" auf, in der die hannoversche Polizei die ihr "verdächtige" Punk-Szene erfasst. Kurz darauf erscheinen die ersten Aufrufe zu einem "Chaos-Tag". Man will mit massenhaftem Erscheinen von echten und falschen Punks die Datei wertlos machen und den "Untergang Hannovers" herbeiführen.
Dezember Die "Dead Kennedys" unterstützen den Chaos-Tag
Auf Ihrer Tour durch eine Reihe europäischer Städte ruft die Punk-Kult-Band "Dead Kennedys" die Konzertbesucher auf, zum Chaos-Tag nach Hannover zu fahren.
18. Dez. Die Polizei eskaliert den ersten Chaos-Tag von Hannover zu Krawall
Rund 800 Punks & Freunde finden sich Samstag Mittag am Kröpcke zum Chaos-Tag ein. Als sich ein Demonstrationszug formiert, fordert die Polizei kurz die Auflösung der Versammlung und setzt dies dann per Knüppeleinsatz durch. Es kommt zu einer kurzen Straßenschlacht mit Verletzten - in erster Linie auf Punk-Seite.
   
1983  
April Aufrufe zu neuen Chaos-Tagen gehen um
Weil im Gegensatz zu anderen Städten die eher unpolitischen oder gar linken hannoverschen Skinheads ein gutes Verhältnis zur Punk-Szerne pflegen, will man ein Zeichen setzen: Es wird zur "Wende" aufgerufen - Punks und Skins sollen ab sofort "zusammenhalten", gegen Nazis, Staat und brave Bürger. Für dieses Treffen werden diesmal gar drei Tage angesetzt - aus einem "Chaos-Tag" werden "Chaos-Tage"!
1. Juni Chaos-Tage 1983/Freitag: Nazis greifen an
Rund 500 Punks bevölkern bereits am Freitagnachmittag den hannoverschen Bahnhof, bis dann die Polizei die Szene räumen läßt - wegen "Pöbelns". Geschäftsleute hatte sich beschwert.
Bei einem Konzert am Abend im Unabhängigen Jugendzentrum in der Kornstraße bevölkern schließlich über 1000 Punks und Skins die völlig überfüllte Veranstaltung. Am späten Abend kommt es zu einem Angriff einer großen Gruppe von Nazi-Skins aus Hamburger und Berlin, der aber zurückgeschlagen wird. Die Nazis flüchten sich hinter die Reihen der angerückten Polizei, die sich dann auch vor den Attacken der Punks und Skins schützt. Es kommt zu heftigen Krawallen und auch Plünderungen in der gesamten Nordstadt.
2. Juni Chaos-Tage 1983/Samstag: Das Ende der "Wende"
Rund 1500 Chaos-Tag-Besucher treffen sich "High Noon" in der hannoverschen City - eine bislang nie dagewesene Ansammlung von Punks und Skins. Den auch anwesenden Nazis gelingt es aber, durch ständige und willkürliche Attacken gegen Punks und zunehmend offener auftretendes faschistisches Auftreten eine Polarisierung von Punks auf der einen und Skins auf der anderen Seite herbeizuführen. Es kommt zur offenen Auseinandersetzung zwischen beiden Gruppen, die mit dem Abzug der Skinheads endet.
Die "Wende" ist gescheitert.
3. Juni

Chaos-Tage 1983/Sonntag: Ruhe kehrt ein.
Während die Punks und Skins abzuziehen beginnen, herrscht Panik und Paranoia beim Schützenausmarsch. Attacken auf den Zug bleiben aber aus, die einsatzbereiten privaten Knüppelgarden bekommen ihre potentiellen Gegner kaum zu Gesicht...

17.Dez. 1. "Weihnachts-Pogo"
Ein Jahr nach dem ersten Chaos-Tag versammeln sich rund 150 Punks zum zum ersten "Weihnachts-Pogo". Ohne konkreten Anlaß kesseln Polizeikräfte die Gruppe ein und nehmen den Großteil fest.
   
1984  
Frühjahr Aufrufe zu neuen Chaos-Tagen
Auf neuen Flugblättern ruft ein "Internationaler Punk-Rat" zu Chaos-Tagen 1984 nach Hannover. Nach den Erfahrungen vom Vorjahr heißt es diesmal: "Chaos-Tage gegen die braune Pest!". Zum ersten Mal wird auch im Ausland für die Chaos-Tage geworben; im weltweit vertriebenen US-Fanzine "Maximum RocknRoll" erscheint ein großer Aufruf.
3. August Chaos-Tage 1984/Freitag
Ein ähnliches Bild wie im Jahr zuvor: Hunderte Punks lagern am Hauptbahnhof, bis die Polizei dem Treiben mit einem harten Einsatz ein Ende bereitet. Es kommt zu ersten Schlägereien mit Nazi-Skins.
4. August Chaos-Tage 1984/Samstag
Gegen Mittag versammeln sich rund 2000 Punks, davon viele aus dem Ausland, am Operplatz. Allgegenwärtig die Polizei, die ununterbrochen Leibesvisitationen durchführt, "Waffen" wie Nietengürtel und Lederjacken beschlagnahmt und willkürlich Verhaftungen vornimmt.
Eine von einem "Antifaschistischen Bündnis" angemeldete Demonstration Richtung Glocksee beginnt, wo ein Konzert stattfinden soll. Auf der Demo-Route trifft man auf eine große Gruppe von rund 150-Nazi-Skins - es kommt zu einer kurzen, heftigen Auseinandersetzung.
Das Konzert in der Glocksee wird nach rund 2 Stunden beendet, als vor dem Eingang ein Auto angezündet wird. Eine stundenlange Schlacht mit der Polizei beginnt, in der der Zentrum verwüstet wird und rund 1500 Punks die ganze Nacht über in dem abgeriegelten Areal festgehalten werden.
5. August Chaos-Tage 1984/Sonntag
Die Enttäuschung in der Punk-Szene ist groß, das Treffen völlig aus den Fugen geraten. Bei vielen setzt sich die Erkenntnis durch, daß dies wohl für lange Zeit die letzten Chaos-Tage gewesen sind.
In den folgenden Monaten und Jahren wenden sich viele Punks von der Szene ab und bilden stattdessen den Kern der sog. "Hardcore"-Szene.
   
1989  
August Chaos-Tage 1989 ein Flop
  Der Versuch, die Chaos-Tage in Hanover wiederzubeleben, scheitert. Lediglich 150-200 Punks kommen nach Hannover.
   
1994  
Jan./Feb. Aufrufe zu neuen Chaos-Tagen in Hannover
Nach zehnjähriger Pause rufen hannoversche Punks auf verschiedenen Flyern für den den 5.-7. August zu den 4. Chaos-Tagen in Hannover auf und kündigen eine Fortsetzung bis zum Jahre 2000 an.
Mai Chaos-Tage-Fanzine "Streetpunk" ruft großes Echo in der Punk-Szene hervor
In einer vieltausendfach verkauften Sonderausgabe des ZAP-Fanzines werden die Ursprünge von Chaos-Tagen, Punk-Treffen und Streetpunk aufgearbeitet und so den Chaos-Tagen 1994 große Publizität verschafft..
4. August Erste Anreisende im Vorfeld
Bereits am Donnerstag bevölkert eine große Gruppe von Punks den Bahnhof und übernachtet auch dort. Es zeichnet sich ab, daß die Chaos-Tage 1994 an "alte Zeiten" anzuknüpfen vermögen. Polizei und Bahnhofs-BGS sind sichtlich irritiert.
5. August Chaos-Tage 1994/Freitag: Alles wie gehabt...
Im Laufe des Tages treffen immer mehr Punks am Bahnhof ein und beginnen, eine riesige Party zu feiern. Wie 10 Jahre zuvor sprengt die Polizei das ganze in einem harten Einsatz, kesselt so viele Punks wie möglich ein und nimmt 175 fest. Punks werden ab sofort nicht mehr in der Innenstadt geduldet, so daß sich diese in der Hannoveraner Nordstadt treffen und dort die Straßen bevölkern. Gegen Abend sind rund 500 Chaos-Tage-"Gäste" in Hannover.
6. August Chaos-Tage 1994/Samstag: Die Geburt der "Schutt-und-Asche"-Legende
Die hannoverschen Tageszeitungen berichten groß über die Ereignisse vom Vortag, wobei die "Neue Presse" den Vogel abschießt, als sie vermeldet, die Punks seien "nach eigenen Angaben" gekommen, um "Hannover in Schutt und Sche zu legen". Diese Meldung wird von allen anderen Medien, selbst der taz, ungeprüft übernommen und in immer neuen Meldungen mehr und mehr aufgeblasen.
In der hannoverschen Innenstadt bleibt ansonsten alles beim alten: Punks werden rigoros der City verwiesen, so daß sich schließlich rund 800 auf dem "Fährmannsfest" trifft, einem "Umsonst & Draußen"-Live-Festival.
Am Abend ziehen Punks und Skins wieder in die Nordstadt zu einem Konzert auf dem Sprengelgelände. Die aufgeheizte Stimmung entlädt sich schließlich in einer kurzen Schlacht mit der anrückenden Polizei, die anschließend das Konzert stürmt und 400 Konzertbesucher festnimmt.
ab dem 7.August Medienecho bundesweit - die Legende wird ausgebaut...
Ab Sonntag beginnen die Medien die 10minütige Straßenschlacht in wahrhaft epische Dimensionen aufzublasen: "Todesangst in der Nordstadt" - "Blut klebte an Steinen und Containern" - "Orgie der Gewalt" - "Überall umgestürzte und brennende Autos" - "Randalierer tobten durch Hannover" - "Vor Haustüren und in Fluren tobte der Punkerterror" - so die Schlagzeilen. Und immer wieder die Behauptung "Sie wollten Hannover in Schutt und Asche legen". Als Beleg wird immer wieder ein angebliches "Flugblatt" genannt. Ein Flugblatt, das keiner kennt und keiner zeigt. Keiner zeigen kann.
Nachprüfen will die Geschichte allerdings auch niemand. Rund ein Dutzend Journalisten werden persönlich dazu aufgefordert, sich das angebliche Flugblatt von der Polizei zufaxen zu lassen, aber nur einer -ein SPIEGEL-Journalist - setzt dies in die Tat um. Aber auch im SPIEGEL erscheint dazu dann nur eine kleine Meldung. "Schutt-und-Asche"-Märchen sind einfach interessanter.
   
1995  
Februar

Chaos-Tage-Video "Kampf der Welten" erscheint
In kleiner Auflage erscheint ein aus Spielfilmen, Nachrichten und anderen Fernsehsendungen am heimischen Videorecorder zusammengeschnittener Film, der aber schon bald massenhaft immer wieder weiterkopiert wird. Das Video wird DER Partyknüller.

Frühjahr Flugblatt-Welle überschwemmt die Punk-Szene
Nach den Ereignissen des Vorjahres erwartet man in der Punk-Szene für die '95er-Chaos-Tage wohl die sofortige Internierung. Deshalb heißt das Motto diesmal: "Ab ins Lager!".
Unmengen verschiedener Flugbklätter kommen in Umlauf, worunter eines besonders hervorsticht: Es hat die gleiche Aufmachung wie das Fun-Flugblatt vom Vorjahr, ruft aber zu genau den Brutalitäten auf, die den Punks im Vorjahr unterstellt worden waren. Und versucht sich gar in Steigerungen - So wird für "Freitag, 16.00 Uhr" der Programmpunkt "Vergewaltigung von Polizistinnen" vermerkt. Dann aber auch der Hinweis: "Dieses Flugblatt ist eine Fälschung! Aber genau so ein Flugblatt haben uns die Pressewixer im letzten Jahr unterstellt, aber NIE vorzeigen können!"
7. April Die Presse nimmt das als Fake gekennzeichnete Flugblatt ernst
In der hannoverschen "Neuen Presse" erscheint ein Artikel, in dem es heißt: "Im August wollen Punks Hannover in Schutt und Asche legen". Es wird aus dem Fake-Flugblatt zitiert - aber ohne auf den Satire-Charakter hinzuweisen.
Mai Im Internet erscheinen die ersten Aufrufe: Chaos-Tage weltweit!
Zum ersten Mal wird das Internet für die Verbreitung von Chaos-Tage-Flyern genutzt: Kettenbriefe werden abgetippt, übersetzt und in die verschiedenen Newsgroups gesetzt. Schon bald gibt's Antwort aus San Francisco: Hier will man nun am gleichen Wochenende wie in Hannover Chaos-Tage abhalten!
29./30. Juli

Die ersten Punks sind da!
Um zu verhindern, gar nicht erst in die Stadt hineingelassen zu werden, kommen bereits am Wochenende vor den Chaos-Tagen rund 150 Punks nach Hannover.
Gleichzeitig beginnt eine "Lager-Gang" via Internet mit der Verbreitung von täglichen Infos zum Thema.

1. August Die Medien bereiten den Boden
Ab Dienstag wird nun fast täglich in allen hannoverschen Tageszeritungen über die Chaos-Tage berichtet. Dabei gibt man sich zunächst einmal halbwegs moderat.
2. August Die Polizei demonstriert Stärke
Obwohl von den täglich neben dem Bahnhof lagernden rund 200 Punks keine Agressivität ausgeht, fährt die Polizei ab Mittwoch mit großen Bussen vor, führt ständige Kontrollen durch und transportiert Verdächtige und Minderjährige ab. Die Stimmung bleibt aber friedlich.
3. August Die Situation eskaliert
Am frühen Nachmittag vertreibt die Polizei ohne erkennbaren Anlaß die Punks aus der City. Neuankömmlinge werden auch sofort der Innenstadt verwiesen.
Der einzige Ort, wo Punks noch geduldet werden, ist die Schaufelder Straße in der Nordstadt, direkt beim ehemals besetzten Sprengelgelände. Als die Polizei auch dort beginnt, willkürlich Punks festzunehmen, explodiert die Situation: Steine fliegen, es werden Barrikaden gebaut und angezündet. Die Polizei muß sich unter einem Steinhagel zurückziehen.
4. August Chaos-Tage 1995/Freitag: Nicht nur Punks stellen sich gegen die Polizei
An diesem ersten "offiziellen Chaos-Tag" strömen massenhaft Punks nach Hannover. Währenddessen bereitet man sich in der Nordstadt auf neue Angriffe der Polizei vor und baut wieder Barrikaden. Die ersten Angriffe der Polizei werden erfolgreich zurückgeschlafen, dann aber werden Schaufelder Straße und auch das Sprengelgelände in einem harten Einsatz geräumt.
Danach versucht die Polizei einen Sturm der Häuser in der Heisenstr., wo sich ebenfalls Punks aufhalten. Die Polizei muß sich aber in den engen Straßen unter einem Steinbombardment zurückziehen.
Im Laufe der Nacht kommt es aber zu einer nochmaligen Eskalation: Angelockt durch die Berichte von anhaltenden Krawallen reisen auch Hooligans und Autonome nach. Zusätzlich legt sich die Polizei ohne Not mit türkischen Jugendlichen an, so daß die Polizei nun mit fast 3000 Gegnern fertig werden muß.
Eine Aufgabe, die nicht gelingt: Die Polizei erleidet Schlappe auf Schlappe und wird fast vollständig aus der Nordstadt vertrieben. Ein Penny-Markt wird spät in der Nacht geplündert. Die Polizei ist machtlos.
5. August Chaos-Tage 1995/Samstag: Die Einkesselung des Fährmannsfestes mißlingt
Der Morgen beginnt relativ ruhig, und das Geschehen verlagert sich auch dieses Jahr zum "Fährmannsfest". Dort findet auch ein spontaner Auftritt der US-Punkband "Total Chaos" statt.
Gegen 19:00 eskaliert die Situation wieder: Betrunkene haben ein Auto angezündet, und es gibt neue Auseinandersetzungen mit der Polizei. Für die Punks wieder mal ein Glücksfall: Starke Polizeikräfte sind nämlich gerade dabei, das Konzertgelände hermetisch abzuriegeln und so die Punks über Nacht am Verlassen zu hindern - ganz nach dem Vorbild von 1984.
So gelingt es den Punks aber, im allgemeinen Chaos, noch vor dem Schießen den Kessels das Gelände zu verlassen.
Die meisten wandern aber nicht wieder in die Nordstadt, sondern feiern eine lange Party im angrenzenden Park.
In der Nordstadt dagegen sind in der Nacht in erster Linie Hooligans, türkische und andere Jugendliche aus Hannover aktiv. Wieder kommt es zu Straßenschlachten, bei denen die Polizei oft völlig überfordert ist.
6. August Chaos-Tage 1995/Sonntag: Die Ruhe nach dem Sturm
Mal abgesehen von einzelnen kleineren Scharmützeln, kehrt langsam Ruhe in der Nordstadt ein. Die Punks ziehen ab.
7. August Riesiges Medienecho weltweit
Schon am Wochenende waren die Medien mehr und mehr heißgelaufen, aber nun sind Zeitungen und TV voll mit Berichten über die Chaos-Tage. Gleichzeitig wächst der Druck auf die niedersächsische Landesregierung unter Gerhard Schröder. Man wirft Ihr eine angebliche "Deeskaliationsstrategie" vor.
15. August

"Chaos-Tage in Oldenburg" werden von den Medien gepusht
Verschiedene Zeitungen berichten gleichlautend von einem neuen angeblich in Oldenburg geplanten Punk-Treffen. In den nächsten Tagen steigert sich dieses zur Hysterie, und die Polizei schickt vorsorglich 1500 Beamte nach Oldenburg.
Per Internet wird von Punk-Seiten zur "Aktion Tarnkappe" aufgerufen - man will angeblich im Sakka und mit geputzten Schuhen nach Oldenburg reisen...

17. August Nazis wollen in Hannover demonstrieren
Die "Jugen Nationaldemokraten", die Jugendorganisation der NPD, meldet zum Todestag von Rudolf Heß eine Demonstration in Hannover an unter dem Motto "Wenn Chaos tobt in deutschem Land, braucht Deutschland eine starke Hand". Die Demonstration wird verboten.
19. August Polizei und Medien lassen sich in Oldenburg erfolgreich hochnehmen
Nachdem die Polizei Oldenburg in eine Festung verwandelt hat, warten nun Hundete von Reportern auf die bunten Brutalos. Dummerweise tauchen nur einige wenige Gestalten auf, die auch noch fürs Bierdosenwerfen von Journalisten bezahlt werden müssen. Ein echter Lacher!
Die Polizei aber feiert dies als Erfolg ihrer "Abschreckung"
25. August Hannovers Polizeipräsident tritt zurück
Der durch die Chaos-Tage schwer unter Druck geratene hannovesche Polizeipräsident Sander tritt zurück und betont, "so etwas" dürfe es nicht wieder geben.
4. Sept. Neuer Polizeipräsident heißt Klosa
Sanders Nachfolger wird Hans-Dieter Klosa, ein Mann vom "harten Schlag"...
8.-11.Okt. Stürmung und Abriß der "Chaos-Zentrale"
Polizeipräsident Klosa setzt ein Zeichen für "beherztes Durchgreifen": Im Morgengrauen werden Häuser in der Heisenstraße von der Polizei gestürmt und somit die Schlappe vom August wettgemacht.Geründet wird dies mit angeblichen "Schüssen auf Handwerker" und "Hinweisen", das Hause sei im August die "Chaos-Zentrale" gewesen.
25. Okt. Gericht: Polizeimaßnahmen rechtswidrig
Das Amtsgericht Hannover bestätigt, daß die Festnahmen von über 500 Punks während der Chaos-Tage rechtswidrig waren.
   
1996  
Frühjahr Start in die neue "Saison"...
Und auch diese Jahr gibt's die übliche Flugblattwelle...
April Start des "Kannibalenkanals"'
Der "Cannibal Home Channel" (CHC) nimmt als Nachfolger der Lager-Gang seine Aktivitäten auf, die auch schnell von den Medien bemerkt werden.
2. Mai Polizeipräsident Klosa kündigt Verbot der Chaos-Tage an
Obwohl die Chaos-Tage sich als reines Treffen und nicht als politische Versammlung verstehen, kündigt Polizeipräsident Klosa ein Verbot nach dem Versammlungsgesetz an. Grund sei, daß im Jahr zuvor auch Autonome angereist seien, die "erkennbare Organisationsstrukturen" hätten.
8. Mai Niedersachsen verschärft Polizeigesetz
Um die kommenden Chaos-Tage in den Griff zu bekommen, verschärft die SPD-Mehrheit im Landtag das Polizeigesetz. Nun ist es möglich, Personen das Betreten ganzer Stadteile und Sädte zu verbieten, falls sie den "Verdacht" habe, es könnten Straftaten begangen werden.
25.Mai Chaos-Tage-Verbot erlassen
Polizeipräsident Klosa verbietet endgültig die Chaos-Tage. Teilnehmern drohen Bußgelder bis 1000 Mark.
25.Juli Weichen die Chaos-Tage nach Bremen aus?
Schon längere Zeit kursierende Flugblätter hatten vorgeschlagen, bei einem totalen Abriegeln Hannovers einfach nach Bremen auszuweichen. Nun werden die Medien durchdiese Flugblätter aufgeschreckt - und die Hysterie schwappt auf Bremen über.
Auf den Flyern steht aber auch, daß die Chaos-Tage 97-99 ausfallen sollen und man sich auf die Chaos-Tage 2000 anläßlich der EXPO konzentrieren wolle.
26. Juli 11 Tage Punk-Verbot in Hannover
Ab heute gilt die polizeiliche Verbotsverfügung, die es der Polizei ermöglicht, in den kommenden 11 Tagen alle Punks der Stadt zu verweisen. Was sie auch konsequent vollzieht...
2.-4. Aug. Die Chaos-Tage finden statt - und wie!
6000 Polizisten und 500 Journalisten stehen zum Schutz Hannovers bereit - und der Polizei gelingt es, Hannover punk-frei zu halten. Über 3000 Platzverweise werden erteilt.
Nicht so in Bremen: Hier kommt es am Freitagabend im Steintorviertel zur Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Punks.
Niedersachsens Innenminister Glogowski verkündet stolz: "Es wird nie wieder Chaos-Tage geben!" Daß Glogowski da den Mund etwas voll nimmt, soll sich schon bald zeigen...
18. August Chaos-Tage 1996 Teil zwei
Rund 300 Punks versammeln sich in der Hannoveraner Nordstadt zu "Ersatz-Chaos-Tagen". Es kommt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die BILD-Zeitung titelt am folgenden Montag: "Punker kamen zurück".
Polizei und Medien sind verunsichert: Lassen sich weitere Chaos-Tage verhindern?
   
1997  
16.-19.Mai Chaos-Tage in Salzburg
Die Chaos-Tage-Hysterie erreicht auch Österreich: Nachdem auf einigen Flyern zu Chaos-Tagen aufgerufen wird und zum Meldungen dazu im Internet kursieren, dreht die Stadt komplett durch. Mit 1500 Beamten wird Salzburg abgeriegelt, Geschäfte bleiben geschlossen oder werden verbarrikadiert. Die wenigen Punks, die kommen, werden sofort festgenommen.
Juni/Juli Chaos-Tage zur Love Parade?
Auf neuen Flugblättern wird angekündigt, die ausfallenden Chaos-Tage 1997-99 in Berlin parallel zur Love Parade stattfinden zu lassen, Die B.Z. titelt: "Sie wollen Haß statt Love Parade - Wer stoppt die Chaoten aus Hannover?", und schon geht wieder die Chaos-Panik um.
Bei der Love Parade auchen dann tatsächlich ein paar Punks auf, aber die werden größtenteils sofort von der Polizei festgenommen.
1.-3. August 1500 Polizisten gegen heiße Luft
Obwohl keine Chaos-Tage angekündigt, postiert die Polizei ein Großaufgebot in Hannover. Punks kommen keine,und die ausbleibenden Krawalle werden als "Erfolg" gefeiert...
6. August Großer Erfolg polizeilicher Aufklärung!
Über ein Jahr nach dem Start der Aktivitäten des "Cannibal Home Channel" verkündet Polizeipräsident Klosa stolz in einer Pressekonferenz, man habe nun endlich den Betreiber der Website "enttarnt": Es ist Karl Nagel alias Peter Altenburg aus Hamburg.
   
1999  
30.Juli-2.Aug. Wie angekündigt: Chaos-Tage finden nicht statt
Auch an diesem ersten Augustwochenende postieren sich Polizeibeamte gegen mögliche Chaos-Tage. Doch auch diesmal findet kein Punk-Treffen statt und auch diesmal wird dies als "Erfolg" gefeiert.
Sommer Die APPD - der "legale Arm der Chaos-Tage"
Im Bundestagswahlkampf präsentiert sich die "Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands" als "einzige Möglichkeit", die Chaos-Tage 2000 zu verhindern. Man habe einen "Deal" mit den Chaoten, bis 2000 Ruhe zu bewahren.
   
2000  
Januar Die Mobilisierung für die Chaos-Tage 2000 beginnt
Früher als in jedem anderen Jahr tauchen die ersten Chaos-Tage Flugblätter auf. Angesichts dessen und den gleichzeitig angekündigten Anti-EXPO-Protest kündigt die hannoversche Polizei auf ihrer Website den "größten Polizeieinsatz in der bundesdeutschen Geschichte an.
   

 
  Sorry,
das kann noch dauern...
-kn-
 
 
   
 
 
 
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