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DIE
ERSTAUNLICHE KARRIERE EINES BEGRIFFS, DER
SPRACHE UND POLITISCHE KULTUR VERÄNDERT
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| Letzte Änderung: November 22 2005 13:39:29. - 625 Seiten archiviert |
Home
Chaos-Tage
1994
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| Ereignisse
im Jahresüberblick |
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| Jan./Feb. |
Aufrufe
zu neuen Chaos-Tagen in Hannover
Nach zehnjähriger Pause
rufen hannoversche Punks auf
verschiedenen Flyern für
den den 5.-7. August zu den
4. Chaos-Tagen in Hannover auf
und kündigen eine Fortsetzung
bis zum Jahre 2000 an. |
| Mai |
Chaos-Tage-Fanzine
"Streetpunk" ruft
großes Echo in der Punk-Szene
hervor
In einer vieltausendfach verkauften
Sonderausgabe des ZAP-Fanzines
werden die Ursprünge von
Chaos-Tagen, Punk-Treffen und
Streetpunk aufgearbeitet und
so den Chaos-Tagen 1994 große
Publizität verschafft..
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| 4.
August |
Erste
Anreisende im Vorfeld
Bereits am Donnerstag bevölkert
eine große Gruppe von
Punks den Bahnhof und übernachtet
auch dort. Es zeichnet sich
ab, daß die Chaos-Tage
1994 an "alte Zeiten"
anzuknüpfen vermögen.
Polizei und Bahnhofs-BGS sind
sichtlich irritiert. |
| 5.
August |
Chaos-Tage
1994/Freitag: Alles wie gehabt...
Im Laufe des Tages treffen immer
mehr Punks am Bahnhof ein und
beginnen, eine riesige Party
zu feiern. Wie 10 Jahre zuvor
sprengt die Polizei das ganze
in einem harten Einsatz, kesselt
so viele Punks wie möglich
ein und nimmt 175 fest. Punks
werden ab sofort nicht mehr
in der Innenstadt geduldet,
so daß sich diese in der
Hannoveraner Nordstadt treffen
und dort die Straßen bevölkern.
Gegen Abend sind rund 500 Chaos-Tage-"Gäste"
in Hannover. |
| 6.
August |
Chaos-Tage
1994/Samstag: Die Geburt der
"Schutt-und-Asche"-Legende
Die hannoverschen Tageszeitungen
berichten groß über
die Ereignisse vom Vortag, wobei
die "Neue Presse"
den Vogel abschießt, als
sie vermeldet, die Punks seien
"nach eigenen Angaben"
gekommen, um "Hannover
in Schutt und Sche zu legen".
Diese Meldung wird von allen
anderen Medien, selbst der taz,
ungeprüft übernommen
und in immer neuen Meldungen
mehr und mehr aufgeblasen.
In der hannoverschen Innenstadt
bleibt ansonsten alles beim
alten: Punks werden rigoros
der City verwiesen, so daß
sich schließlich rund
800 auf dem "Fährmannsfest"
trifft, einem "Umsonst
& Draußen"-Live-Festival.
Am Abend ziehen Punks und Skins
wieder in die Nordstadt zu einem
Konzert auf dem Sprengelgelände.
Die aufgeheizte Stimmung entlädt
sich schließlich in einer
kurzen Schlacht mit der anrückenden
Polizei, die anschließend
das Konzert stürmt und
400 Konzertbesucher festnimmt. |
| ab
dem 7.August |
Medienecho
bundesweit - die Legende wird
ausgebaut...
Ab Sonntag beginnen die Medien
die 10minütige Straßenschlacht
in wahrhaft epische Dimensionen
aufzublasen: "Todesangst
in der Nordstadt" - "Blut
klebte an Steinen und Containern"
- "Orgie der Gewalt"
- "Überall umgestürzte
und brennende Autos" -
"Randalierer tobten durch
Hannover" - "Vor Haustüren
und in Fluren tobte der Punkerterror"
- so die Schlagzeilen. Und immer
wieder die Behauptung "Sie
wollten Hannover in Schutt und
Asche legen". Als Beleg
wird immer wieder ein angebliches
"Flugblatt" genannt.
Ein Flugblatt, das keiner kennt
und keiner zeigt. Keiner zeigen
kann.
Nachprüfen will die Geschichte
allerdings auch niemand. Rund
ein Dutzend Journalisten werden
persönlich dazu aufgefordert,
sich das angebliche Flugblatt
von der Polizei zufaxen zu lassen,
aber nur einer -ein SPIEGEL-Journalist
- setzt dies in die Tat um.
Aber auch im SPIEGEL erscheint
dazu dann nur eine kleine Meldung.
"Schutt-und-Asche"-Märchen
sind einfach interessanter. |
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Sorry,
das kann noch dauern...
-kn- |
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