Letzte Änderung: November 22 2005 13:39:39. - 625 Seiten archiviert
Home Kontakt Chronologie
 
Ein historischer Überblick
Alle wichtigen...
   
1979  
1979 Erste Punk-Treffen in Bochum
   
1980/81  
1980/81 Punk-Treffen in Duisburg
Jeden Monat bis zu 500 Leute
   
1982 mehr...
1982 Punk-Treffen in Wuppertal
Jeden Monat bis zu 300 Punks. Vorläufer der Chaos-Tage.
November Der Ursprung der Chaos-Tage
Der Journalist Jürgen Voges deckt eine sog. "Punker-Kartei" auf, in der die hannoversche Polizei die ihr "verdächtige" Punk-Szene erfasst. Kurz darauf erscheinen die ersten Aufrufe zu einem "Chaos-Tag".
18. Dez. Die Polizei eskaliert den ersten Chaos-Tag von Hannover zu Krawall
Rund 800 Punks & Freunde finden sich Samstag Mittag am Kröpcke zum Chaos-Tag ein. Es kommt zu einer kurzen Straßenschlacht mit Verletzten - in erster Linie auf Punk-Seite.
   
1983 mehr...
1. Juni Chaos-Tage 1983/Freitag: Nazis greifen an
Rund 500 Punks bevölkern bereits am Freitagnachmittag den hannoverschen Bahnhof. Am späten Abend kommt es zu einem Angriff einer großen Gruppe von Nazi-Skins aus Hamburger und Berlin. Es kommt zu heftigen Krawallen und auch Plünderungen in der gesamten Nordstadt.
2. Juni Chaos-Tage 1983/Samstag: Das Ende der "Wende"
Rund 1500 Chaos-Tag-Besucher treffen sich "High Noon" in der hannoverschen City - eine bislang nie dagewesene Ansammlung von Punks und Skins. Es kommt zur offenen Auseinandersetzung zwischen beiden Gruppen, die mit dem Abzug der Skinheads endet.
17.Dez. 1. "Weihnachts-Pogo"
Ein Jahr nach dem ersten Chaos-Tag versammeln sich rund 150 Punks zum zum ersten "Weihnachts-Pogo".
   
1984 mehr...
Frühjahr Aufrufe zu neuen Chaos-Tagen
Auf neuen Flugblättern ruft ein "Internationaler Punk-Rat" zu Chaos-Tagen 1984 nach Hannover. Nach den Erfahrungen vom Vorjahr heißt es diesmal: "Chaos-Tage gegen die braune Pest!".
3. August Chaos-Tage 1984/Freitag
Ein ähnliches Bild wie im Jahr zuvor: Hunderte Punks lagern am Hauptbahnhof.
4. August Chaos-Tage 1984/Samstag
Gegen Mittag versammeln sich rund 2000 Punks am Operplatz. Auf einer Demo-Route zur Glocksee kommt zu einer kurzen, heftigen Auseinandersetzung mit rund 150 Nazi-Skins..
An der Glocksee kommt es am Abend zu einer stundenlangen Schlacht mit der Polizei, in der das Zentrum verwüstet wird und rund 1500 Punks die ganze Nacht über in dem abgeriegelten Areal festgehalten werden.
   
1994 mehr...
Jan./Feb. Aufrufe zu neuen Chaos-Tagen in Hannover
Nach zehnjähriger Pause rufen hannoversche Punks auf verschiedenen Flyern für den den 5.-7. August zu den 4. Chaos-Tagen in Hannover auf und kündigen eine Fortsetzung bis zum Jahre 2000 an.
5. August Chaos-Tage 1994/Freitag: Alles wie gehabt...
Wie 10 Jahre zuvor sprengt die Polizei die Party am Bahnhof in einem harten Einsatz, kesselt so viele Punks wie möglich ein und nimmt 175 fest. Punks werden ab sofort nicht mehr in der Innenstadt geduldet.
6. August Chaos-Tage 1994/Samstag: Die Geburt der "Schutt-und-Asche"-Legende
Die hannoverschen Tageszeitungen berichten, die Punks seien "nach eigenen Angaben" gekommen, um "Hannover in Schutt und Sche zu legen"..
Punks werden weiterhin rigoros der City verwiesen, so daß sich schließlich rund 800 auf dem "Fährmannsfest" treffen..
Am Abend kommt es am Rande eines Konzerts zu einer kurzen Straßenschlacht mit der Polizei.
ab dem 7.August Medienecho bundesweit - die Legende wird ausgebaut...
Ab Sonntag beginnen die Medien die 10minütige Straßenschlacht in wahrhaft epische Dimensionen aufzublasen: "Todesangst in der Nordstadt" - "Blut klebte an Steinen und Containern" - "Orgie der Gewalt" - "Überall umgestürzte und brennende Autos" - "Randalierer tobten durch Hannover" - "Vor Haustüren und in Fluren tobte der Punkerterror" - so die Schlagzeilen..
   
1995 mehr...
Mai Im Internet erscheinen die ersten Aufrufe: Chaos-Tage weltweit!
Zum ersten Mal wird das Internet für die Verbreitung von Chaos-Tage-Flyern genutzt: Kettenbriefe werden abgetippt, übersetzt und in die verschiedenen Newsgroups gesetzt. Schon bald gibt's Antwort aus San Francisco: Hier will man nun am gleichen Wochenende wie in Hannover Chaos-Tage abhalten!
3. August

Die Situation eskaliert
Am frühen Nachmittag vertreibt die Polizei ohne erkennbaren Anlaß die Punks aus der City.
Als die Polizei auch am Sprengelgelände beginnt, willkürlich Punks festzunehmen, explodiert die Situation: Steine fliegen, es werden Barrikaden gebaut und angezündet. Die Polizei muß sich unter einem Steinhagel zurückziehen.

4. August Chaos-Tage 1995/Freitag: Nicht nur Punks stellen sich gegen die Polizei
An diesem ersten "offiziellen Chaos-Tag" strömen massenhaft Punks nach Hannover. Gegen Mittag werdenSchaufelder Straße und auch das Sprengelgelände in einem harten Polizeiinsatz geräum, der Sturm auf die Häuser der Heisenstr. scheitert..
Angelockt durch die Berichte von anhaltenden Krawallen reisen auch Hooligans und Autonome nach Hannover. Zusätzlich legt sich die Polizei ohne Not mit türkischen Jugendlichen an, so daß die Polizei nun mit fast 3000 Gegnern fertig werden muß.
Die Polizei erleidet Schlappe auf Schlappe und wird fast vollständig aus der Nordstadt vertrieben. Ein Penny-Markt wird spät in der Nacht geplündert.
5. August Chaos-Tage 1995/Samstag: Die Einkesselung des Fährmannsfestes mißlingt
Nach einem halbwegs ruhigen Tagesverlauf eskaliert die Situation am Abend wieder:
Betrunkene zünden am Rande des "Fährmannsfestes" ein Auto an, und es gibt neue Auseinandersetzungen mit der Polizei.
In der Nordstadt dagegen sind in der Nacht in erster Linie Hooligans, türkische und andere Jugendliche aus Hannover gegen die Polizei aktiv.
7. August Riesiges Medienecho weltweit
Zeitungen und TV voll mit Berichten über die Chaos-Tage. Gleichzeitig wächst der Druck auf die niedersächsische Landesregierung unter Gerhard Schröder. Man wirft Ihr eine angebliche "Deeskaliationsstrategie" vor.
15. August

"Chaos-Tage in Oldenburg" werden von den Medien gepusht
Verschiedene Zeitungen berichten gleichlautend von einem neuen angeblich in Oldenburg geplanten Punk-Treffen. In den nächsten Tagen steigert sich dieses zur Hysterie, und die Polizei schickt vorsorglich 1500 Beamte nach Oldenburg.

19. August Polizei und Medien lassen sich in Oldenburg erfolgreich hochnehmen
Hunderte von Reportern warten auf die bunten Brutalos. Dummerweise tauchen nur einige wenige Gestalten auf, die auch noch fürs Bierdosenwerfen von Journalisten bezahlt werden müssen.
25. August Hannovers Polizeipräsident tritt zurück
Der durch die Chaos-Tage schwer unter Druck geratene hannovesche Polizeipräsident Sander tritt zurück und betont, "so etwas" dürfe es nicht wieder geben.
4. Sept. Neuer Polizeipräsident heißt Klosa
Sanders Nachfolger wird Hans-Dieter Klosa, ein Mann vom "harten Schlag"...
8.-11.Okt. Stürmung und Abriß der "Chaos-Zentrale"
Polizeipräsident Klosa setzt ein Zeichen für "beherztes Durchgreifen": Im Morgengrauen werden Häuser in der Heisenstraße von der Polizei gestürmt und somit die Schlappe vom August wettgemacht.Geründet wird dies mit angeblichen "Schüssen auf Handwerker" und "Hinweisen", das Hause sei im August die "Chaos-Zentrale" gewesen.
   
1996 mehr...
April Start des "Kannibalenkanals"'
Der "Cannibal Home Channel" (CHC) nimmt als Nachfolger der Lager-Gang seine Aktivitäten auf, die auch schnell von den Medien bemerkt werden.
8. Mai Niedersachsen verschärft Polizeigesetz
Um die kommenden Chaos-Tage in den Griff zu bekommen, verschärft die SPD-Mehrheit im Landtag das Polizeigesetz. Nun ist es möglich, Personen das Betreten ganzer Stadteile und Sädte zu verbieten, falls sie den "Verdacht" habe, es könnten Straftaten begangen werden.
25.Mai Chaos-Tage-Verbot erlassen
Polizeipräsident Klosa verbietet endgültig die Chaos-Tage. Teilnehmern drohen Bußgelder bis 1000 Mark.
25.Juli Weichen die Chaos-Tage nach Bremen aus?
Flugblätter schlagen vor, bei einem totalen Abriegeln Hannovers einfach nach Bremen auszuweichen.
Auf den Flyern steht aber auch, daß die Chaos-Tage 97-99 ausfallen sollen und man sich auf die Chaos-Tage 2000 anläßlich der EXPO konzentrieren wolle.
26. Juli 11 Tage Punk-Verbot in Hannover
Ab heute gilt die polizeiliche Verbotsverfügung, die es der Polizei ermöglicht, in den kommenden 11 Tagen alle Punks der Stadt zu verweisen. Was sie auch konsequent vollzieht...
2.-4. Aug. Die Chaos-Tage finden statt - und wie!
6000 Polizisten und 500 Journalisten stehen zum Schutz Hannovers bereit - und der Polizei gelingt es, Hannover punk-frei zu halten. Über 3000 Platzverweise werden erteilt.
Nicht so in Bremen: Hier kommt es am Freitagabend im Steintorviertel zur Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Punks.
Niedersachsens Innenminister Glogowski verkündet stolz: "Es wird nie wieder Chaos-Tage geben!"
18. August Chaos-Tage 1996 Teil zwei
Rund 300 Punks versammeln sich in der Hannoveraner Nordstadt zu "Ersatz-Chaos-Tagen". Es kommt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die BILD-Zeitung titelt am folgenden Montag: "Punker kamen zurück".
   
1997  
16.-19.Mai Chaos-Tage in Salzburg
Die Chaos-Tage-Hysterie erreicht auch Österreich: Nachdem auf einigen Flyern zu Chaos-Tagen aufgerufen wird und zum Meldungen dazu im Internet kursieren, dreht die Stadt komplett durch. Mit 1500 Beamten wird Salzburg abgeriegelt, Geschäfte bleiben geschlossen oder werden verbarrikadiert. Die wenigen Punks, die kommen, werden sofort festgenommen.
Juni/Juli Chaos-Tage zur Love Parade?
Auf neuen Flugblättern wird angekündigt, die ausfallenden Chaos-Tage 1997-99 in Berlin parallel zur Love Parade stattfinden zu lassen, Die B.Z. titelt: "Sie wollen Haß statt Love Parade - Wer stoppt die Chaoten aus Hannover?", und schon geht wieder die Chaos-Panik um.
Bei der Love Parade auchen dann tatsächlich ein paar Punks auf, aber die werden größtenteils sofort von der Polizei festgenommen.
1.-3. August 1500 Polizisten gegen heiße Luft
Obwohl keine Chaos-Tage angekündigt, postiert die Polizei ein Großaufgebot in Hannover. Punks kommen keine,und die ausbleibenden Krawalle werden als "Erfolg" gefeiert...
6. August Großer Erfolg polizeilicher Aufklärung!
Über ein Jahr nach dem Start der Aktivitäten des "Cannibal Home Channel" verkündet Polizeipräsident Klosa stolz in einer Pressekonferenz, man habe nun endlich den Betreiber der Website "enttarnt": Es ist Karl Nagel alias Peter Altenburg aus Hamburg.
   
1999  
30.Juli-2.Aug. Wie angekündigt: Chaos-Tage finden nicht statt
Auch an diesem ersten Augustwochenende postieren sich Polizeibeamte gegen mögliche Chaos-Tage. Doch auch diesmal findet kein Punk-Treffen statt und auch diesmal wird dies als "Erfolg" gefeiert.
Sommer Die APPD - der "legale Arm der Chaos-Tage"
Im Bundestagswahlkampf präsentiert sich die "Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands" als "einzige Möglichkeit", die Chaos-Tage 2000 zu verhindern. Man habe einen "Deal" mit den Chaoten, bis 2000 Ruhe zu bewahren.
   
2000 mehr...
Januar Die Mobilisierung für die Chaos-Tage 2000 beginnt
Früher als in jedem anderen Jahr tauchen die ersten Chaos-Tage Flugblätter auf.
   

 
  Sorry,
das kann noch dauern...
-kn-
 
 
   
 
 
 
Home | Aktuell | Archiv | Diskussion | Downloads | Kontakt

 

WWW.CHAOS-TAGE.DE - das Internet-Archiv zum Thema
Für Inhalt, Gestaltung und Programmierung verantwortlich: Karl Nagel, Schleswiger Str. 2, 22761 Hamburg